Shake your Style.

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15.04.2010

Gedicht des Monats

AN DEN TRAUMGOTT
von Gottfried August Bürger
1772

Du Schwärmer um die Ruhebetten
von Moos und Flaum,
o Brüderchen der Amoretten,
geliebter Traum!
Wo fandest du, sie nachzubilden,
den Stoff so fein? -
In überirdischen Gefilden
gewiß allein!

Zu freundlich nur für Adelinen
war dies ihr Bild.
Wann wäre sie mir selbst erschienen
so sanft, so mild?
Verkündigst du wohl noch mir Armen
Barmherzigkeit? -
Nein! nein! sie fühlet kein Erbarmen
in Ewigkeit!

O Traumgott, ist es ja dein Wille,
mir wohlzutun,
so wandle deine schöne Hülle
und kleiden nun
dich in ein Wesen wie das meine
von Gram verzehrt
und wie ein Leidender erscheine,
der Trost begehrt!

Der Schatten laß mein Bildnis gleichen,
die still der Nacht
durch Hallen und um Gräber schleichen.
In Trauertracht,
mit hagrer Wang und einer Miene,
die Gnade fleht,
tritt hin zu dieser Adeline.
die mich verschmäht;

und neige dich mit leisen Tönen
bis an ihr Ohr;
zähl ihr die Seufzer und die Tränen
der Liebe vor;
und bring in Aufruhr ihr Gewissen!
ihr Schlaf entflieh!
und schluchzend unter Zährengüssen
erwache sie!

12.03.2010

Gedicht des Monats

Bei Dichters (1925)
von Erich Weinert (1890-1953)

Neulich war ich bei Dichters eingeladen
Da roch es nach Lorbeern und Gesprächen mit Gott.
Es gab lyrische Hammelkarbonaden
Und hinterher Aphorismenkompott.

Herr Dichter sprach über die letzte Schaffensepoche
und kaute gedankenvoll Petersilie.
Es kam mir vor wie ein Bild aus der Woche:
Der Dichter im Kreise seiner Familie!

Frau Dichter machte in Seelenergüssen
Und sprach, als Herr Dichter mal austreten ging,
Von der Tragik derer, die dichten müssen.
Worauf sie noch mal mit Kompott anfing.

Nach Tisch kamen noch zwei weitre Genies,
Beide mit katafalkischen Mienen,
Aus denen sich unschwer erkennen ließ:
Es lebte die gleiche Tragik in ihnen.

Herr Dichter schob uns in seine Zelle.
Da war er eben von seinem Drama genesen.
Wir lagerten uns pittoresk an der Quelle.
Herrn Dichter drang es was vorzulesen.

Und er las, bis seine Bronchien pfiffen,
Die lautesten Stellen aus jedem Akt.
Wir saßen finster und angegriffen,
Von seiner starken Dynamik zerhackt.

Dann klappte er zu, mit verhängten Pupillen.
Frau Dichter schmolz über seine Knie.
Im Dunkeln funkelten hörnerne Brillen,
Die räusperten was von Kosmosophie.

Hierauf traten die andern Herrn aus dem Schatten.
Manusskipte wurden heftig gezückt,
Die sie alle zufällig bei sich hatten.
Und jeder las nun den eigenen Konflikt.

Herr Dichter saß ganz von oben runter,
Das geschlossene Auge nach innen getunkt.
Doch die andern wurden gewaltig munter
Und deklamierten geballt, ohne Reim und ohne Punkt.

Das eine Genie kriegte tragische Inspiration,
Die eine Hand im Klavier, die andre am Schlipse,
Und melodramete lyrisch und kakophon.
Es war eine schauerliche Apokalypse.

Dann redeten sie mit verstauchten Manschetten:
Sie wären innerlich aus Kristall,
Und wie sie dauernd mit Gott zu ringen hätten
Und glühend dahinzuschweifen durchs All.

Ich bin leise weinend davongelaufen.
Mir hing schon die ganze Seele raus.
Denn so viel Tragik auf einem Haufen,
Das hält die beste Gesundheit nicht aus.

11.02.2010

Gedicht des Monats

von Eugen Roth (1895-1976)

Das Schnitzel
Ein Mensch, der sich ein Schnitzel briet,
Bemerkte, daß ihm das mißriet.
Jedoch, da er esselbst gebraten,
Tut er, als wär es ihm geraten,
Und um sich nicht zu strafen Lügen,
Ißt ers mit herzlichem Vergnügen.

11.12.2009

Zweispalt


  Ich sehe dem immer etwas
  ängstlich zu,
              gewinnt das Internet
              seine Hand über mich.
  Das ist ein schon
  gruseliger Zustand,
              Verleit sich der Geist
              im Drahte die Gestallt.

  Ein gigantisch stumpfes
  Netzwerk von Computern,
              das im Rythmus der Key-
              bordtasten vibriert,
  fängt einen anhand abstrak-
  ter digitaler Versuchung,
              einer Versuchung, durch den
              Konsumenten selbst geschürrt.

  Was ist wichtiger? Schöne Frau,
  Haus, viel Sex und n Ferrarie,
              oder beim Browsergame nicht
              ohne Holz in der Kelonie zu sein?
  Immer noch keine Einla-
  dung zur nächten Partie,
              da fuscht wohl wieder 'Mail
              Delivery Sytems' rein.

  Zuneigung aus einem System unbe-
  grenzter Kreativität und Dynamik,
              pesönliche Befriedigung
              wird neu definiert.
  Ist man nicht Technickverdrossen
  ist man Krankhaft oder Manisch,
              gar ganze Epidemien werden in den
              Gefilden des Netzes diagnostiziert.    

  Aber ist ja nun
  nicht gerade so,
              dass man als Teilnehmer
              es unfreiwillig wär.
  Sich hinwegsetztend über
  Ort und Zeit im Realen,
              spielt Entfernung
              im Internet keine Rolle mehr.

01.08.2009

Liedgut

Endlich habe ich wieder Internet und da muss auch wiedermal geblogt werden.

Der Großteil von Musik die einen so umgibt, ob im Radio oder auf (Fest)platte, ist Musik mit englischen Texten. Und weil ich Statements der Art "Musik mit guten deutschen Texten existiert nicht" einfach nicht hören kann und will, soll es im folgenden um Bettina Wegner gehen. Sie ist einen deutsche Sängerin und Lyrikerin Jahrgang 1947 aus Berlin. Für ihre Gedichte und Lieder und das verbreiten von Flugblättern ist sie zu DDR-Zeiten im Knast gelandet. 1983 sah sie sich gezwungen in den Westen zu gehen, da die Alternative Gefängdis hieß. Ihr größter Erfolg ist das Lied "Kinder (sind so kleine Hände)", in dem sie meiner Meinung nach die staatlichen Erziehungsanstalten der DDR dafür anklagt dass sie geistige Entwicklungen permanten unterdrücken. Ich finde der Text (und viele andere Texte von ihr) hat eine lyrische Kraft die selten erreicht wird.




Sind so kleine Hände winzge Finger dran.
Darf man nie drauf schlagen die zerbrechen dann.

Sind so kleine Füße mit so kleinen Zehn.
Darf man nie drauf treten könn sie sonst nicht gehn.

Sind so kleine Ohren scharf, und ihr erlaubt.
Darf man nie zerbrüllen werden davon taub.

Sind so kleine Münder sprechen alles aus.
Darf man nie verbieten kommt sonst nichts mehr raus.

Sind so klare Augen die noch alles sehn.
Darf man nie verbinden könn sie nichts verstehn.

Sind so kleine Seelen offen und ganz frei.
Darf man niemals quälen gehn kaputt dabei.

Ist son kleines Rückrat sieht man fast noch nicht.
Darf man niemals beugen weil es sonst zerbricht.

Grade, klare Menschen wärn ein schönes Ziel.
Leute ohne Rückrat hab'n wir schon zuviel.

19.04.2009

The One AM Radio - What you gave away (Alias-Remix)



the pacific northwest coast holds a place I'd longed to see.
an unmarked stretch of beach,
tied to your memory.
I made my way there, breathed that air and walked on those dunes.
I sank my feet in the sand, holding your daughter's hand.

there's a debt, sir, unanswered, I can't repay:

what you gave away.

they say the fire goes out on a star long before we know of the light that shines down on us below.

I went to that beach, footprints trailing behind, to be washed out by the tide or for someone to find


20.03.2009

Königsseer Straße vier

Bei meinem letzten Telefonat mit Clem, habe ich mich mehr oder minder selber dazu verpflichtet bis zum nächsten Gespräch doch bitteschön mal wieder was zu posten.
Und da dies schon ne weile her ist und ich in nächster Zeit gerne wieder ohne das schlechte gewissen uneingelöster versprechen den hörer in die hand zu nehmen gedenke,
nun hier für euch und alle welt meine wohnsituation. vielleicht animiert es ja den ein oder anderen seine vier wände ebenfalls in einem selbstgestricktem kleid aus worten zu präsentieren...


Königsser Straße 4


Ein altes Haus wie viele hier, im ländlichen Idyll.
Mattgrüne und weiße Farbe schmückt die bröckelnde Fassade und robust ragen, vom Dache her, braunlackierte Holzbalken aus dem Gemäuer. Unzählige Balkone und die Bergsilhouette erinnern an Bilder aus Busreise-Katalogen. Ein Auto nach dem anderen durchkreuzt jedoch diese Stimmung, denn die große Straße führt direkt am Haus vorbei.
Betritt man nun dieses Kleinod, dessen Garten begrenzt ist vom eisklaren Gebirgsfluss, übermannt einen rasch die Dunkelheit. Kaum Tageslicht fällt auf das kleine Treppenhaus. Wie eine Zeitreise fühlt sich mit jedem Schritte über die knarzigen Stufen, der Weg hinauf, zum Dachboden an. Scheinbar umweht ein Hauch von Linoleum und dickbestrichnen Geländern die aufmerksame Nase. Irgendwo wird wahrscheinlich gerade gekocht. Oben angekommen, hat sich auch die innere Uhr um ein halbes Jahrhundert zurückgestellt. Der Anblick, welcher sich einem nun bietet gleicht einem geöffneten Geschichtsbuch, gefüllt mit all den Seelen der vielen Frauen, Männer und Kinder, die hier schon ein- und ausgegangen sein mögen. Dies bezeugen zumindest die abgetretenen Dielen aus Kiefernholz und die mannigfach historischen Möbel. Zwei kleine Dachluken tauchen die Situation in fahl-gelbes Licht. Unzählige versteckte Kämmerchen, und in jedem Kämmerchen unzählige Schätze. Meist verstaubt, aber immer alleingelassen. Vornehm strenge Damenkleider, vergilbte Postkarten und das ein oder andere Zeichen früherer Götter und Teufel...
Ich werde mich nun einreihen in die Liste der Menschen, die diesen Ort beseelten und ebenfalls Geschichte hier schreiben, wenn auch wohl nur eine Kurzgeschichte.

31.12.2008

aphorismusIII

Das Leben ist wie ein Sandkasten. Der Sand wird geformt durch Wind, der die Körner bewegt, Sonne, die die Konsistenz verändert, Regen, dessen tropfen kleine Krater hinterlassen, Frost, der nicht unter die Oberfläche schauen lässt; im Herbst liegt Laub drauf, das sich getrocknet verliert, im Winter Schnee, der geschmolzen die Sicht von neuem frei gibt; manchmal läuft eine Katze drüber oder es verirrt sich ein Pflanzenspross, beides zeugt von Veränderung; und man selbst sitzt mitten drin mit der Fähigkeit zu gestalten.

08.12.2008

Die Verkehrsinsel

Ich bin gestrandet, irgendwo
zwischen den blechernen Wellen des Großstadtverkehrs.
Winzige 5m² mit denen man sich begnügen muss,
bis die Ewigkeit der roten Ampel vergeht.
Vollkommen auf sich alleingestellt
und dennoch umgeben von Automenschen.
Isoliert und vom zivilisatorischem Geschehen ausgeschlossen,
kann man nur die schreiende Werbung studieren.
Wie lange der Proviant wohl noch reicht,
dabei ist der Supermarkt von hier aus zusehen.
Überhastetes Aufbrechen bedeutet Lebensgefahr,
man wartet auf das richtige Zeichen von oben.

Die Rettung durch ein grünes Männlein

27.11.2008

Lyrische Stilmittel im Alltag: Gatllamil et Tim Litseh C. Siryl

Auch wenn die akademischen Eliten sich schwer tun diese völlig mathematisierte Verballhornung von Sprache als Stilmittel ernst zu nehmen, zaubert einem sein Dadafaktor sofort das letzte bisschen vom inneren Kind hervor.

Als ich neulich gute 4 Minuten angestrengt überlegt habe, was mir an Osymyso's Songtitel God, a red nugget! A fat egg under a dog faul vorkommt, durfte ich die freudenspendende Wirkung dieser Spiegelinvarianten erfahren und möchte an dieser Stelle aufrufen, dem Palindrom mehr Platz in der Mitte der Gesellschaft einzuräumen!

Wenn ihr also mal wieder einen guten Anfang für eine wissenschaftliche Dissertation oder ein Gespräch mit einer scharfen Mieze sucht, versucht mal wieder das gute alte Trug Tim eine so helle Hose nie mit Gurt? oder behauptet geschichtsgewandt Nie grub Ramses Marburg ein.

19.11.2008

right into da'Brain

Das ist nicht der bei Michał angekündigte Post zum Denken. Das ist lediglich Science-fiction.

Es wird Vorgestellt eine neue Idee zur Funktionsweise des Gehirns:

Die biologische Essenz des Hirns bilden untereinander verknüpfte Nervenzellen. Diese sind aufgrund der leitenden Fähigkeit von Flüssigkeiten sowie mittels biochemischer Prozesse in der Lage elektrische Signale zu führen als auch untereinander zu übertragen. In Anlehnung an einen Schaltkreis, der durch Betätigung von Schaltern Lämpchen zum leuchten bringt, kann man Parallelen zur Funktionsweise des Gehirns ziehen. Indem die Untereinheit der Zelle durch ihre Fähigkeiten in einer aus den Zellen aufgebauten Struktur, einem Geflecht aus Kabeln gleich, Signale von einem Punkt zum Anderen übermittelt, somit einfachste Kausalbeziehungen in einem komplexen Netzwerk herstellt, ist es möglich von Ereignissen mit Auslöser zu reden. In der Komplexität der Verknüpfungen mit den ihr innewohnenden Freiheiten, könnte man den Schlüssel zum Verständnis neurologischer Prozesse vermuten. Zu finden sind Verknüpfungsschema die man Bestimmten Ereignissen im Hirn zuordnen kann. Die Frage ist ob die Prinzipien in der komplexen Ebene der Verknüpfungen bereits dazu ausreichen die Prozesse des Hirns zu erklären.

Man löse sich von dieser sehr einleuchtenden Vorstellung der Nervenzelle als lediglich den Übermittler von Stromimpulsen, und denke sich die Nervenzelle, besser eine Vielzahl davon, als Realisierung einer Spule. Einer Spule ist es zu eigen, sobald mit nicht konstantem elektrischen Strom durchflossen, ein Feld zu induzieren. Diese Eigenschaft komme nun auch einer Gemeinschaft von Nervenzellen zu, und es sei postuliert: Erklärungen für die Tätigkeiten des Gehirns, insbesondere des Zusammenhangs von Ereignissen, sind in einem von den Zellen erzeugten elektromagnetischen Feld zu suchen.

Ansprache zur Verantwortung der fortschreitenden Menschheit:

Wertes Hörerkollektiv,

bevor ich konkret auf die zu offenbarende Entdeckung zu sprechen komme, seien mir einige Vorbemerkungen gestattet. Das hier heute vorzustellende ist in hohem Maße dazu geeignet die würdevolle Existenz des Menschen zu gefährden und stellt deshalb weitreichende Anforderungen an die Art des Umgangs mit derartigen Entdeckungen. Das Konzept sagt eine ausgesprochen nicht gegen fremdes Einwirken geschützte Funktionsweise des Gehirns voraus. In Zukunft wird es mit Hilfe des neuen Verständnisses, entsprechende Bemühungen vorausgesetzt, möglich sein nicht nur die Gedanken eines Menschen ohne sein Wissen zu lesen, sondern gar diese zu Stören und zu beeinflussen. Eine Gruppe könnte einer anderen ihren Willen aufzwingen, auf Handlungsweisen könnte eingewirkt werden, Informationen gewonnen werden, die das Recht auf Selbstbestimmung, insbesondere der Erscheinung, des Einzelnen verletzen. Selbst der Einsatz als Waffen bei kriegerischen Auseinandersetzungen ist denkbar.
Wir sollten uns deshalb im klaren darüber sein wie wir diese Neuheit handhaben wollen. Wollen wir in diesem Fall über das wissenschaftliche Ideal, die Welt zu verstehen, hinaus gehen. Wollen wir das Wissen in der Praxis Anwenden, Apparate bauen, die Funktionsweisen des Gehirns beherrschen, auf sie Einfluss nehmen, Apparate, die Prozesse des Hirns verbildlichen können. Wollen wir überhaupt in diesem Punkt die Welt in wissenschaftlichen Theorien erklären. Denn zu derer experimenteller Verifikation werden Instrumente benötigt, die das Medium in dem sich die untersuchten Prozesse abspielen nachweisen und lesen können. Die Instrumente und Anwendungen bilden nämlich zugleich das Fundament der zahlreichen Bedrohungen die von dieser Entdeckung ausgehen.
Es ist also zu entscheiden ob der Mensch zur jetzigen Zeit mit dem ihm jetzt gegebenen Wissen umgehen kann oder ob er vor Unheil durch seine eigene Hand geschützt werden muss...

Dialog eines Liebespaares:

"Wäre das nicht schön, wenn wir uns im Geist verbindet könnten und bereits in Gedanken miteinander wären?"
"Wir würden weniger Wörter brauchen und ich würde mehr denn je wissen wie du fühlst."
"Und wären einig auf der intimsten Ebene die es gibt. Ich würde sie gern mit dir teilen."
"Ich mit dir auch."

22.10.2008

Jon Lajoie - Everyday Normal Guy



i'm just a regular everyday normal guy
nothing special about me motherfucka
i'm just a regular everyday normal guy
when i go to the clubs i wait in line motherfucka
i'm just a regular everyday normal guy
i got $ 600 in the bank motherfucka
i'm just a regular everyday normal guy
and my sexual performance is a average

i work in customer service for a phone company
i make 12 bucks an hour but thats all i need
i live in a small apartment on a quiet street
i don't go out too much i like to watch tv
i can't afford a car i use public transportation
i don't mind i read till i reach my destination
sometimes a newspaper sometimes a book
the amount of money i save this shit is off the hook
and i'm not very good with the women
i'm a pretty shy person and i'm average looking
last time i had sex was in 2003
and i'm ashamed to ommit but it wasn't free

i'm just a regular everyday normal guy
i get nervous in social situations motherfucka
i'm just a regular everyday normal guy
i get constipaded once a month motherfucka
i'm just a regular everyday normal guy
and i make pretty good spaghetti sauce motherfucka
i'm just a regular everyday normal guy
and i get scared when i go see the dentist

i'm the Pauly Shore of everyday life
easily forgettable and i'm not very liked
i have an "According to Jim" personality
i'm as entertaining as a fucking STD

if you wanna mess with me i think you probably can
because i'm not confident and i'm weak for a man
i'll just roll up in a ball while you kick me in the back, ya
honestly i probably won't fight back
and i don't have many friends that would back me up
my friend Steve would but he doesn't look very tough

if you rarely get laid put your hands up
if you're not well paid put your hands up
if you got a pet cat put your hands up
and if you got a bad back put your hands up

i hurt my back two summers ago moving a fridge and ever since then it's just not the same.
you know it..it gets pretty sore

i'm just a regular everyday normal guy
my parents are really nice people motherfucka
i'm just a regular everyday normal guy
i'm somewhat afraid of heights motherfucka
i'm just a regular everyday normal guy
i like the show "Greys Anatomy" motherfucka
i'm just a regular everyday normal guy
and i'm pretty good at making paper planes

17.10.2008

Was ist ist, was nicht ist ist möglich!

Einstürzende Neubauten - ein Name wie eine Abrissbirne.
Und in diesem Sinne ist die Band in den vergangenen 2 Jahrzehnten
auch publik geworden. Auf die harte Tour - mit Kettensägen, diversen Metall-
gegenständen, Vorschlaghämmern, fremdartig anmutenden Wortwundern und extravaganten Outfits, hat sie sich in die Herzen geneigter Zuhörerschaft gedroschen. Blixer Bargeld, Philosophieprofessor, Alki, Poet und Kopf der Vereinigung schrieb dazu so oder so ähnlich:

" Eine Gitarre ist ein völlig ausdrucksloses Instrument, weil man damit nicht mal einen Nagel in die Wand schlagen kann."

Die Zeiten sind jedoch vorbei, man wird ja auch älter, heute wird mit Anzug und auch Gitarre aufgetreten, wobei die Wurzeln nicht zu überhören sind. Wer Interesse an Zeitzeugnissen aus wilderen Perioden hat, dem empfehle ich, doch noch ein wenig im youtube-archiv oder auf der Internetseite zu blättern.
Bei diesem Video ist nebenher auch ein bisschen auf die singende Schar seiner Stundenten zu achten...





Nun eigentlich ja eher in die elektropunk-newwave-schiene einzuordnen,
bedient sich die Band in diesem Falle (innerhalb eines Projektes
mit Meret Becker) ruhigerer Töne. Ein wunderbares Liebeslied...





Guten Tag mal wieder,
Mattes.

Reisende Gedanken

Ich brauche die Menschen,
mir liegt viel am Freund.
Ich sehn' mich nach Liebe,
manchmal platzt die Einsamkeit.

Allein sein kann schön sein,
mit mir heute nicht.
Zweifelt der Wille,
unerschöpfliche Quelle.

Tau.

Reisende Gedanken
tauchen ein gleich Delphinen.
Ein Saite erklingt,
schon einmal gehört,
nur wo?

Fahrtwind im Gesicht.
Ohrenbetäubend.
Atemberaubend!
Schön - mehr nicht.

Ich wird zum Wort.
Ankommen.
Ein stetiges Klopfen,
bleiben kann ich nicht.

Leben lernen.

06.10.2008

Lyrische Stilmittel im Alltag: Die Mitte-gegen-rechts-Alliteration




Dienstag den 30. schenkte schließlich Stephan mir meinen modischen Bautzen-Bleibt-Bunt-Button. Während wir zur Wohnung wanderten, witzelten wir, ob alliterative Aussprüche auf Ansteckern anspruchsvolle Ausdruckskunst ausmachen. Freilich versetzte uns die Frage ob Ortschaften ohne ordinäre Anfansbuchstaben auch akzeptable Alliterationen wie "Bautzen bleibt bunt" bewerkstelligt bekämen in gar grüblerische Geisteslagen!

Daraufhin drängte die Durchführung des Versuchs, viele verschiedene freiheitlich-bürgerliche mit beliebigen Buchstaben beginnende Bekenntnisse für Kleinstadtkundgebungen zu kreieren:

Aschersleben achtet alle
Böblingen baut Brücken
Cottbus conta Camouflage
Dessau disst deutschtümelnde Demagogen
Elsterwerda echt exotisch
Flöha fordert Vielfalt
Grimma gegen Glatzen
Heppenheimer Hand in Hand
Ilmenau - Islam inside
Jodeln und jiddeln in Jeßnitz
Kamenz kontra kahle Köpfe
Löffingen liegt leicht links
Mehr Menschlichkeit in Mittweida
Nein zu Neonazis in Niesky
Orient und Okzident in Ottendorf-Okrilla
Püttlingen proklamiert Potpourri
Quo vadis Quakenbrück?
Rüsselsheim rügt Rechtsextremismus
Schmöllner schelten Springerstiefel
Taucha trotzt totalitären Theorien
Ulmer unterbinden Unterdrückung
Vetschauer verachten vereint vorurteilsbehaftete Volksverhetzung
Wir wollen ein weltoffenes Wilthen!
Xanten = xenophil
Zwenkau zeigt Zivilcourage

mit lieben Grüßen von Antje & Clemens

11.06.2008

aphorismus II

Ungleichheit ist Nährboden aller Gerechtigkeit. Ungleiches schaffen ist Gerecht.

27.05.2008

aphorismus

Mit der Freiheit ist es wie mit einem Keks. Ist er nicht da, merk man es erst wenn man Appetit auf einen hat. Also sollte man es gar nicht erst so weit kommen lassen ihn zu verlangen.

08.01.2008

Erinnerungen an Marie A. - Bertolt Brecht

An jenem Tag im blauen Mond September
Still unter einem jungen Pflaumenbaum
Da hielt ich sie, die stille bleiche Liebe
In meinem Arm wie einen holden Traum.
Und über uns im schönen Sommerhimmel
War eine Wolke, die ich lange sah
Sie war sehr weiß und ungeheuer oben
Und als ich aufsah, war sie nimmer da.

Seit jenem Tag sind viele, viele Monde
Geschwommen still hinunter und vorbei
Die Pflaumenbäume sind wohl abgehauen
Und fragst du mich, was mit der Liebe sei?
So sag ich dir: Ich kann mich nicht erinnern.
Und doch, gewiß, ich weiß schon, was du meinst
Doch ihr Gesicht, das weiß ich wirklich nimmer
Ich weiß nur mehr: Ich küsste es dereinst.

Und auch den Kuss, ich hätt' ihn längst vergessen
Wenn nicht die Wolke da gewesen wär
Die weiß ich noch und werd ich immer wissen
Sie war sehr weiß und kam von oben her.
Die Pflaumenbäume blühn vielleicht noch immer
Und jene Frau hat jetzt vielleicht das siebte Kind
Doch jene Wolke blühte nur Minuten
Und als ich aufsah, schwand sie schon im Wind.

24.11.2007

Walter Moers

Heute ein kleines Special über einen Autor, auf den ich durch Buchtauschgeschäfte mit Johannes aufmerksam geworden bin.

"Es ist schon immer eine gefährliche Unterschätzung des Bösen gewesen, ihm zu unterstellen, es kenne keine Liebe. Lieben zu können, das ist kein Vorzug des Guten, sondern vielleicht das Einzige, was es mit dem Bösen verbindet." (W. Moers, in: Rumo und die Wunder im Dunkeln)

Besonders bewundernswert erscheint mir die Tatsache, dass Walter Moers die Öffentlichkeit scheut wie der Maulwurf zubetonierten Granitfußboden. Dabei ist er durchaus kommerziell erfolgreich, (eher weniger gute) Filme wie "Das kleine Arschloch" und illustrierte Werke drumherum und darüberhinaus sich auf die satirische (und schon deutlich besser gelungene) Diffamierung Adolf Hitlers beziehende Bücherleins mit selbergemalten Comics dürften recht bekannt sein. Auch die beliebte Fernsehserie über den Käptn Blaubär und seine Lügengeschichten ist auf seinem Mist gewachsen und einmal war ein Moerssches Produkt gar in den deutschen Musikcharts, welch eine Auszeichnung:




Doch weitaus anspruchsvoller und auch besser, weil schlichtweg wundervoll, sind seine Romane über Zamonien. Zamonien ist ein bunter Kontinent, auf dem es heiß hergeht. Auch ist er nicht real, wie z.B. Australien, sondern ein Fantasieprodukt (uhh). In den Büchern "Die 13einhalb Leben des Käpt'n Blaubär", "Ensel und Krete", "Rumo und die Wunder im Dunkeln", "Die Stadt der träumenden Bücher" und "Der Schrecksenmeister" erleben die liebevoll skizzierten Charaktere haarsträubende Abenteuer, so muss bspw. Rumo, ein Wolpertinger, gegen die kupfernen Kerle kämpfen oder Hildgunst von Mythenmetz sich mit eklatant lebendigen Büchern herumschlagen. Vor allem aber die Vielzahl an Ereignissen und die bemerkenswert kreativen Handlungsstränge überzeugen. Herausragendes Merkmal sämtlicher Werke sind die wunderschönen Zeichnungen, und auch Schriftartenwechsel und unterschiedliche
Wortgrößen gehören zum Genuss beim Lesen. Inhaltlich sind der Großteil der Geschichten beste Fantasykost mit 99% aberwitzigen Abschweifungen, so dass manch einer sie für erstklassige Parodien auf so manch einen Fantasyklassiker wie "Herr der Ringe" oder andere verstehen mag. Dies halte ich weitgehend für zu kurz gegriffen, denn Moers gelingt auf erstaunliche Weise der Spagat zwischen "Nicht ernst genommen werden wollen" und "ernsthafter Erzählung", was zu einer absoluten Eigenständigkeit führt und dem Leser viele Stündeleins bester Unterhaltung mit Tiefe beschert.

"Ordnungsliebe, saubere Straßen, Uniformen, Blasmusik? Das sind doch alles Merkmale politisch zweifelhafter Ideen, ängstlich bemäntelt mit nationalkonservativem Gehabe. Es war immer schon das Erkennungszeichen reaktionärer Politik, wenn ihre Repräsentanten die Wald- und Wiesenfreunde markieren. " (W. Moers, in: Ensel und Krete)

Wem meine Ode so ein bisserl Lust gemacht hat, dem empfehle ich v.a. "Die Stadt der träumenden Bücher" als Einstieg, wobei es prinzipiell egal ist. Eine gute Übersicht zu Autor und Werk findet sich schließlich hier.

14.11.2007

Als ich mich heute Früh auf den Weg begeben hatte, nahm ich ausnahmsweise mal den Bus. Wie so oft die letzten Tage regnete es, und ich hatte keine Lust auf Fahradfahrn. Langsamen Trottes ging ich Richtung Bushaltestelle, denn ich hatte ja noch einige Minuten Zeit bis zum Zweiundvierziger. Den Hintereingang verlassend war ich bereits auf einen ausgefüllten und vorhersehbaren Tag eingestellt. Wie immer grüßte man sich nicht, selbst wenn man sich im Hinterhof begegnet, aber des Plattenbautengelände ist ja groß, und deshalb nicht verwunderlich. Man kennt ja noch nicht einmal seinen Nachbarn.
Um die Ecke biegend sah ich in 200 Metern Entfernung den Bus vor meiner Nase die Tür schleißen. Genau die Distanz wo man ihn noch im sechsten Gang erreichen könnte, den Gedanken an die Strapaze dann aber fallen lässt, weil es ja eh nichts ausmacht ob man zu spät kommt. Sicher war das auch der 32-er, der sich nur etwas verspätet hatte, denn ich war ja „just in time.“
An die Haltestelle herantretend hatte sich da bereits eine „Omi“ eingefunden, die den Busplan studierte, und der Situation als Alltäglich erscheinen ließ. Ich gesellte mich zu ihr, um Schutz vor dem Schneeregen zu suchen, und sie drehte sich um, gleichsam signalisierend mir eine Frage stellen zu wollen.
„Verzeihen sie, sie werden sicher über meine Frage lachen, die ich ihnen jetzt stellen werde,“
- Nein, natürlich nicht, habe durchaus Verständniss, egal wie banal-
„ aber was haben wir heute für einen Tag, Sonntag?“
-Denk nach André! Was für ein Tag? Und tatsächlich, was soll die Frage?-
„Mittwoch!“
„Ach Danke, nehmen sie Rücksicht mit mir, ich bin nämlich demenzkrank. Ich weiß so gut wie gar nichts mehr, sie sehen ja. Ich bin 82, und jeder Tag läuft nach diesem Schema ab. Ich quäle mich. Mein Mann ist schon seit zehn Jahren Tot, ist wünschte mir ich könnte bei ihm sein. Am liebsten würde ich sterben.“
Sogleich verabschiedete sie sich, und setzte ihren Weg fort. Mein Bus kam im gleichen Augenblick, ich stieg ein, und ging den meinen weiter.