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04.05.2010

Eine philosophische Frage

Es gibt eine StudiVZ-Gruppe mit dem zweideutigem Namen „Der Himmel muss ein bisschen so sein wie Berlin im Frühling“. Der erste Mai ist ein Tag im Frühling und traditionell ein ereignisreicher Tag für Berlin. In Kreuzberg trifft sich die links autonome Szene und wetteifert im Dreikampf Dinge werfen, Barrikaden anzünden und weg rennen mit der örtlichen Polizei in ihrem Dreikampf Leute festnehmen, Barrikaden löschen und Straßen räumen. Diese kollektive Freiluftveranstaltung gewann dieses Jahr die Polizei. Auch die Rechten wollten das Himmlische am Berliner Frühling erleben. Also sind sie mit ihren eigenen Dreikampf dort: antreten, marschieren und Parolen grölen (und nach Hause fahren).

Dabei hat sich nun folgendes abgespielt: Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse lies sich auf ein Schauspiel ein dessen öffentliche Wirkung nun für Empörung sorgt. Er beteiligte sich an den Protesten „Berlin gegen Nazis“ durch Sitzblockade auf der Marschroute der rechten Demo. Unter anderem zusammen mit dem Grünen-Bundestagsabgeordneten Wolfgang Wieland und dem Bezirksbürgermeister von Berlin-Pankow, Matthias Köhne (SPD). So musste er letztendlich von den Beamten weggetragen werden, alles unter den hungrigen Augen der Fernsehkameras.

Was nun tun mit einen politischem Würdenträger der sich einen Akt des zivilen Ungehorsam leistet? Man lässt ihn erstmal zu Wort kommen:
Thierse: „Vielleicht erinnern Sie sich: Es gab einen Aufruf, "Nazis blockieren". Ich betone blockieren. Den haben sehr viele unterschrieben, Parteivorstände, der Parteivorsitzende der SPD in Berlin, Michael Müller, der Vorsitzende des Abgeordnetenhauses, Walter Momper, der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske, die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth, die jüdische Gemeinde, viele andere, ich auch, und dann kann ich doch nicht nur auf andere zeigen, sondern ich war da und in dem Moment, wo ich da war, wollte ich auch zeigen, dass ich diese Demonstration ablehne.“
Ein Argument das auf die persönliche Integrität, die moralisch Integrität, hinausläuft. Seltene Worte aus dem Munde eines Politikers, schauen wir genauer hin.
Thierse: „ ... ich habe gegen Antidemokraten demonstriert, weil ich mich verpflichtet fühlte, ein Zeichen zu setzen. [..] Ich habe als Bundestagsvizepräsident die gleichen staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten wie alle anderen Bürger auch.“
Hier haben wir das Motiv. Ein Zeichen gegen Antidemokraten setzen als staatsbürgerliche Pflicht. Ein liberales und ehrbares Motiv das der alte Mann aufzeigt.

Gegen so viel politische Überzeugungen formiert sich immer Widerspruch. Welche Vorwürfe werden da erhoben? Die meisten drehen sich um den Punkt Rechtsbruch durch einen politischen Würdenträger und damit die Schändung seines Amtes. Die schrillste kommt diesesmal nicht von den Liberalen, die halten sich merkwürdig zurück, sie kommt von der SPD-Abgeordneten Anja Hertel: "Ich habe ein Problem mit Demokraten, die meinen, sich über das Gesetz stellen zu können." Der Parlamentarische Geschäftsführer Stefan Müller (CSU) ist geschickter, aber dennoch plump. Er bedient sich eines rhetorischem Tricks der als Killerphrase an den ersten vier Worten zu erkennen ist: „Grundsätzlich gilt der Satz: Ein Parlamentarier kämpft mit Worten im Parlament und nicht auf der Straße gegen die Polizei.“ Bundesfamilienministerin Kristina „hat noch nie etwas schlaues gesagt“ Schröder macht sich Kraft ihres Amtes Sorgen um die Jugend: „Herr Thierse sollte sich ernsthaft fragen, wem er mit seiner Sitzblockade geschadet hat – den Neonazis oder unserer demokratischen Rechtsordnung. [Sie frage sich,] wie Jugendlichen Demokratie erklärt werden solle, wenn sich selbst ein Bundestagsvizepräsident über das Grundgesetz hinwegsetze.“
Den Preis für die erste Rücktirttsforderung geht an den Vorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft Rainer Wendt. Stellt man das Zeichen einer Sitzblockade gegen rechte Aufmärsche dem Zeichen eines Rücktritts wegen einem Protest gegen Rechtsextremismus gegenüber, frage ich mich ob die Empörung gegen Thierse nicht die philosophische Frage überdeckt der sich jeder politische Würdenträger stellen muss, „Hat ein Bundestagsabgeordneter nicht die gleichen staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten wie andere auch? (Thierse selbst)“ und muss ein Politiker seine Überzeugungen nicht auch öffentlich leben?

Wenn nun ein Berliner Frühling diese Diskussion belebt dann ist dies wahrlich himmlisch, wie es die StudiVZ-Gruppe postuliert.

Quelle Welt Online
Quelle Focus 1
Quelle Focus 2
Quelle DRadio
Quelle Tagesspiegel

11.11.2009

verstreutes was sich mit der zeit ordnet - zeitreisen

Für denn Fall dass Zeitreisen möglich sind, müsste dann nicht längst jemand aus der Zukunft in unsere Zeit gereist sein. Jemand aus einer Zukunft, in der das Zeitreisen als Nichts-mehr-spektakuläres erscheint. Ein Angehöriger einer Zivilisation, die seit jeher die Zeitmaschine kennt und sie einzusetzen weiß. In der das Reisen durch die Zeit selbstverständlich zur Erforschung vergangener Epochen der Menschheit genutzt wird, beziehungsweise als eine Art Fortbewegungsmittel seinen Einsatz findet. Zur Fortbewegung etwa indem man jegliche Punkte der Erde zunächst bereist und sich dann später wieder in die Zeit zurückversetzt, zu der man an diesem Ort bereits einmal war. Ob man dann zu dieser Zeit auf ein jüngeres Sichselber trifft, und ob dann nicht Abermillionen Sichselber an diesem Ort sind, weil ja auch das jüngere Sichselber wieder zurückreisen wird? Zu klären wäre überdies die Frage an welchem Punkt man nach der Reise ausgesetzt wird. Überlappt man dann mit sich selbst, oder ist man dann gar nicht mehr auf der Erde, weil diese sich, bevor man auf Reisen gegangen ist, längst weiter gedreht hat? Kann man nur die Zeit zurück drehn, die Punkte im Ort an sich belassen? Würde das dann nicht auch heißen, dass sich bei einer Zeitreise nichts verändert, da Ich und meine Umgebung an Ort und Stelle bleiben würden?

Nun ist bisher noch niemand in unsere Zeit zurückgekehrt und von derartigen Ereignissen in der Zukunft ist auch nicht auszugehen, da die Möglichkeit des Zeitreisens die Frage von ihrer zeitlichen Dimension löst und eine eindeutige Ja/Nein-Antwort zulässt. Zeitreisen werden nie und nimmer möglich sein. Keinem wird es jeh gelingen die Gesetze der Zeit zu entschlüsseln oder es wird sich zeigen, dass Zeitreisen nicht möglich sind.

Oder sollten die Menschen der Zukunft so vernünftig sein und trotz der Möglichkeit des Zeitreisen auf diese aus dem Grunde der Verantwortung verzichten. Sei es nun um nicht den Lauf der Geschichte zu verändern oder wegen der Unvorhersehbarkeit der Auswirkungen auf die Gegenwart, reist man aus ihr in die Vergangenheit zurück? Dann wären nur Reisen in die Zukunft erlaubt, Reisen in die Vergangenheit jedoch nicht. Für den der Reist gibt es also kein Zurück. Von diesem Standpunkt aus gesehen machen wir selbst also augenblicklich eine Zeitreise.

10.09.2009

My Dinner With Andre

Andre Gregory & Wallace Shawn sind zwei befreundete Theaterschaffende aus New York, die Anfang der 1980er etwas sehr cooles gemacht haben. Sie schrieben einen Film, der davon Handelt wie die beiden in einem Restaurant ein philosophisches Zwiegespräch führen. Natürlich spielen sie sich in dem Film selbst.

Wie man sich also denken kann ist My Dinner With Andre (1981) sehr simpel und auch philosophisch. Aber es ist mehr. Der Film ist gut durchdacht und inszeniert das Erlebnis eines realen Gesprächs. Die immergleiche Umgebung des Restaurants wird niemals verlassen und schafft eine statische Basis auf derer man sich ganz den Schilderungen und Gedanken der beiden Freunde hingeben kann. Da der Film nicht auf deutsch veröffentlicht wurde, ist er hier weniger bekannt, wärend er im englischsprachigen Raum schon als eine Art Kuriosum der Filmgeschichte gilt.

Für mich war der Film ein überwältigendes Erlebnis. Er hinterließ das wohlige chaotische Gefühl eines zu sortierenden Gedankenhaufens das ich auch nach realen Gesprächen mit Freunden habe.


14.04.2009

Die Gleichheit Aller ist die Grundlage einer gesunden Individuation.
Individualität die auf Ungleichheit beruht ist einen Dreck wert.

23.02.2009

Lemon Jelly - Page One



imagine if you can, what it is like to have no posessions at all.
nothing.
very few people are able to imagine such a thing, to have nothing at all.

well let us - you and i - try to imagine something a hundred times harder:
not just to have nothing at all, but when there was nothing at all.

the very beginning of time.
the dawn of history.
page one.

nothing at all.

the earth itself without form, a void.
only an emptyness, formless, a dark endless waste of water.

no living thing, no plant or tree, no bird or animal.

nothing.

this is before people. before anything at all. a void. sitting silence.

still.

and then...

19.01.2009

scheitern deluxe

Ow man, war das ein Wochenende, geprägt von Verzweiflung, Konfrontation und letztendlich auch Erkenntnis. Samstags früh wollte ich vollkommen desillusioniert nicht aufstehen, keine Minute des Tages mit mir selbst verbringen, weil ich wirklich nicht wusste was mir der Tag bringen soll, außer dass alles nur noch schlimmer wird, Lösungen nicht möglich sind. Sämtlichen Mut hatte ich verloren.
Eingeleitet wurde der Zustand durch Scheitern an der Uni. Hatte ein unerkannten Fehler in meinem Programm, dass ich für meine Diplomarbeit schreibe, und habe bereits Tage der Woche zuvor erfolglos damit verbracht den Fehler zu finden, genauso wie die gesamte letzte Woche. Es hat einfach kein Spaß mehr gemacht, mich vor meinen PC zu setzten, jede Minute war ein Qual, stets den gleichen Vorgang wiederholend, der zahlreiche Male davor bereits erfolglos blieb. Habe ich mir die Situation vor Augen geführt in der ich mich befand; in einem neutralen Arbeitszimmer, als Arbeitsmittel ein Rechner mit Tastatur zur Verwirklichung des Gedachten, wobei ich mich vor den Gedanken ekelte denn es ist egal ob ich's mir denke oder nicht, weiße Blätter um mich verteilt, mit Inhalten beschriftet die mir in dem Moment absolut nichts bedeuteten und trotzdem benutzt werden mussten, denn ich hänge vom Erfolg das Projekts auf Gedeih und Verderben ab; konnte ich nur die Hände vor meinem Kopf zusammenschlagen. Diese Frustration im Zusammenhang mit dem Fakt, dass diese Arbeit es ist die in meinem Leben die meiste Zeit in Anspruch nimmt, einen Großteil meines Hirnschmalzes verbraucht, zur Gestaltung des übrigen Tages mich lähmt, hat mich in eine tiefgehende Sinnkrise gestürzt, mir vor Augen geführt wie mir ein langfristiges Ziel, von dem Erfüllung zu erwarten ist, das gegebenenfalls solche schwere Phasen kompensieren kann, fehlt. Die Frage nach dem hohen Ziel kommt der Frage nach dem Sinn des Lebens gleich, und jeder wies, dass diese nicht zu beantworten ist. Trotzdem hat es dieses aufgeworfene Fragezeichen geschafft, mir die übrigen Freuden meines Daseins, die größtenteils kurzweilig sind doch dennoch den Rest des Tages füllen, zu verleiden, mir die Nichtigkeit der Tätigkeiten in Bezug auf das was einem wirklich etwas gibt, auf das man am Ende seines Lebens mit Genugtuung zurückblicken kann, klar gemacht.
Alle Vernunft hat nicht geholfen, dieses dermaßen betrübende Gefühl von Abscheu gegenüber sich selbst und seinem Schaffen zu überwinden. Am Freitag ging ich nicht an die Uni, konnte im üblichen Alltag der sich bei freier Zeit ergibt nichts finden was über die Bredouille hinwegzukommen mir half, was mich noch mehr deprimierte, denn nun lief es nachgewiesenermaßen nicht nur an der Uni sondern auch Zuhause nicht. Ich sah nicht nur, dass ich kein hohes Ziel habe, sondern auch, das was ich mache es nicht ist, was mich in diesem Punkt glücklich macht, einen eigentlich eher davon abhält sein wahres Glück zu finden. Musik hören war scheiße, ein Buch zu lesen war scheiße, sich Gedanken über abgefahrenes Zeug zu machen war scheiße, und, und, und. Sich an Ort und Stelle hinlegen, das wollte ich, liegen bleiben und zu warten, bis irgendwer kommt der einen von allem erlöst. So vollständig keine Kraft mehr. Glücklicherweise hatte ich am Nachmittag bereits eine Verabredung, die mich über den verbleibenden Tag brachte, angenehm ablenkte von mir, einer Phantom. Am Samstag gab ich mich nach diesem tottraurigem Aufwachen resignierend meinem Schicksal hin, nahm etwas Nahrung zu mir, denn mehr war es für mich nicht, ging mechanisch Wäsche waschen, einkaufen. Vollkommen Dumm, im Wissen das auch alles höhere einem nicht mehr geben kann, doch auch trübselig über das Fehlende. Zu schauen ob die Wäsche bereits trocken war damit ich sie zusammenlegen kann, gab mir was für was es sich weiterzumachen lohnte. In der Zeit die noch blieb floh ich vor mir, ging in die Stadt paar Rohlinge besorgen, glücklich darüber denn Bus verpasst zu haben, denn das waren 10 Minuten weniger Daheim mit mir selbst, nur nicht wieder ins Grübeln geraten.
Und dennoch, trotz dieser depressiven Phase, in der ich im Laufe einer Woche allen Wert dessen dem ich nachgehe in unzählige Stücke zerspringen sah, hab ich es doch irgendwie geschafft aus diesem Loch zu kommen. Denn, jetzt kommt der wichtige teil, es gibt eben einen Unterschied zwischen Einkaufen, und einer CD die man für einen einem nahestehenden Menschen brennt; Wäschewaschen, und einem Telefonat mit Mattes; dem Elektronikgeschäft, und Freunden die sich nach einem Erkundigen, zu denen man gehen kann; einer Schüssel Kornflakes und seinen Eltern, mit denen ich nach einmonatiger Funkstille heut zum ersten mal wieder gesprochen hab; zwischen Busfahren, Müll Rausbringen, Abwaschen und Musik, Büchern, Denken; ja, sogar zwischen liegen bleiben und Arbeiten gehen. Diesen Unterschied habe ich ohne an ihn zu glauben in den letzten zwei Tagen zu spüren bekommen, indem ich einfach handelte, mich mir gestellt hab, und nach jedem Stück ging es mir besser, bis zur Perfektion im jetzigen Augenblick. Vertrauen in sich selber, auch wenn es anders scheint macht sich bezahlt. Absoluten Stillstand gegen pure Lebensfreude eingetauscht, durchs Machen. Einfach aus dem Arsch komm lautet die Devise, und es lohnt sich. Selbstkritik, Reflektion, sich in frage Stellen, sind Vorgänge die einem den Boden unter den Füßen entziehen können, ziemlich brutal sogar. Manchmal verstellt das Denken einem die wahre Sicht auf die Dinge, doch es ermöglicht einem auch Erkenntnis, die Analyse eines Problems, was es zwar nicht beseitigt, eher noch näher an einen heranträgt, doch man kann lernen damit umzugehen, und dadurch mit sich ins reine kommen, ein gründlicheres Leben führen als zuvor. Depression muss sein, denn daran wächst man. Die Frage nach dem höheren Sinn erscheint mir neben Unbeantwotbarkeit mittlerweile wieder Irrelevant.
Was ich erfahren hab, ist das Scheitern durchs Denken, aber auch das Aufstehen, durch intuitives Handeln, das zu großen Teilen, aber nicht nur, im Denken gründet. Zu Denken ist nicht alles, genauso wie stupides vor sich hin Vegetiern nicht alles ist.

Naja, und bevor ich mich hier noch in weiteren Phrasendrescherein verliere mach ich jetzt Schluss, auch wenn ein abschließend kluger Satz mir nicht einfällt. Wir machen schon was Richtiges!

29.11.2008

animal war

Kommt bloß nicht auf die Idee, hier was rein zu interpretieren, von wegen 'schwarzer block' oder 'nieder mit den Unterdrückern'... (das Kokodil ist immer da)

19.11.2008

right into da'Brain

Das ist nicht der bei Michał angekündigte Post zum Denken. Das ist lediglich Science-fiction.

Es wird Vorgestellt eine neue Idee zur Funktionsweise des Gehirns:

Die biologische Essenz des Hirns bilden untereinander verknüpfte Nervenzellen. Diese sind aufgrund der leitenden Fähigkeit von Flüssigkeiten sowie mittels biochemischer Prozesse in der Lage elektrische Signale zu führen als auch untereinander zu übertragen. In Anlehnung an einen Schaltkreis, der durch Betätigung von Schaltern Lämpchen zum leuchten bringt, kann man Parallelen zur Funktionsweise des Gehirns ziehen. Indem die Untereinheit der Zelle durch ihre Fähigkeiten in einer aus den Zellen aufgebauten Struktur, einem Geflecht aus Kabeln gleich, Signale von einem Punkt zum Anderen übermittelt, somit einfachste Kausalbeziehungen in einem komplexen Netzwerk herstellt, ist es möglich von Ereignissen mit Auslöser zu reden. In der Komplexität der Verknüpfungen mit den ihr innewohnenden Freiheiten, könnte man den Schlüssel zum Verständnis neurologischer Prozesse vermuten. Zu finden sind Verknüpfungsschema die man Bestimmten Ereignissen im Hirn zuordnen kann. Die Frage ist ob die Prinzipien in der komplexen Ebene der Verknüpfungen bereits dazu ausreichen die Prozesse des Hirns zu erklären.

Man löse sich von dieser sehr einleuchtenden Vorstellung der Nervenzelle als lediglich den Übermittler von Stromimpulsen, und denke sich die Nervenzelle, besser eine Vielzahl davon, als Realisierung einer Spule. Einer Spule ist es zu eigen, sobald mit nicht konstantem elektrischen Strom durchflossen, ein Feld zu induzieren. Diese Eigenschaft komme nun auch einer Gemeinschaft von Nervenzellen zu, und es sei postuliert: Erklärungen für die Tätigkeiten des Gehirns, insbesondere des Zusammenhangs von Ereignissen, sind in einem von den Zellen erzeugten elektromagnetischen Feld zu suchen.

Ansprache zur Verantwortung der fortschreitenden Menschheit:

Wertes Hörerkollektiv,

bevor ich konkret auf die zu offenbarende Entdeckung zu sprechen komme, seien mir einige Vorbemerkungen gestattet. Das hier heute vorzustellende ist in hohem Maße dazu geeignet die würdevolle Existenz des Menschen zu gefährden und stellt deshalb weitreichende Anforderungen an die Art des Umgangs mit derartigen Entdeckungen. Das Konzept sagt eine ausgesprochen nicht gegen fremdes Einwirken geschützte Funktionsweise des Gehirns voraus. In Zukunft wird es mit Hilfe des neuen Verständnisses, entsprechende Bemühungen vorausgesetzt, möglich sein nicht nur die Gedanken eines Menschen ohne sein Wissen zu lesen, sondern gar diese zu Stören und zu beeinflussen. Eine Gruppe könnte einer anderen ihren Willen aufzwingen, auf Handlungsweisen könnte eingewirkt werden, Informationen gewonnen werden, die das Recht auf Selbstbestimmung, insbesondere der Erscheinung, des Einzelnen verletzen. Selbst der Einsatz als Waffen bei kriegerischen Auseinandersetzungen ist denkbar.
Wir sollten uns deshalb im klaren darüber sein wie wir diese Neuheit handhaben wollen. Wollen wir in diesem Fall über das wissenschaftliche Ideal, die Welt zu verstehen, hinaus gehen. Wollen wir das Wissen in der Praxis Anwenden, Apparate bauen, die Funktionsweisen des Gehirns beherrschen, auf sie Einfluss nehmen, Apparate, die Prozesse des Hirns verbildlichen können. Wollen wir überhaupt in diesem Punkt die Welt in wissenschaftlichen Theorien erklären. Denn zu derer experimenteller Verifikation werden Instrumente benötigt, die das Medium in dem sich die untersuchten Prozesse abspielen nachweisen und lesen können. Die Instrumente und Anwendungen bilden nämlich zugleich das Fundament der zahlreichen Bedrohungen die von dieser Entdeckung ausgehen.
Es ist also zu entscheiden ob der Mensch zur jetzigen Zeit mit dem ihm jetzt gegebenen Wissen umgehen kann oder ob er vor Unheil durch seine eigene Hand geschützt werden muss...

Dialog eines Liebespaares:

"Wäre das nicht schön, wenn wir uns im Geist verbindet könnten und bereits in Gedanken miteinander wären?"
"Wir würden weniger Wörter brauchen und ich würde mehr denn je wissen wie du fühlst."
"Und wären einig auf der intimsten Ebene die es gibt. Ich würde sie gern mit dir teilen."
"Ich mit dir auch."

17.10.2008

Was ist ist, was nicht ist ist möglich!

Einstürzende Neubauten - ein Name wie eine Abrissbirne.
Und in diesem Sinne ist die Band in den vergangenen 2 Jahrzehnten
auch publik geworden. Auf die harte Tour - mit Kettensägen, diversen Metall-
gegenständen, Vorschlaghämmern, fremdartig anmutenden Wortwundern und extravaganten Outfits, hat sie sich in die Herzen geneigter Zuhörerschaft gedroschen. Blixer Bargeld, Philosophieprofessor, Alki, Poet und Kopf der Vereinigung schrieb dazu so oder so ähnlich:

" Eine Gitarre ist ein völlig ausdrucksloses Instrument, weil man damit nicht mal einen Nagel in die Wand schlagen kann."

Die Zeiten sind jedoch vorbei, man wird ja auch älter, heute wird mit Anzug und auch Gitarre aufgetreten, wobei die Wurzeln nicht zu überhören sind. Wer Interesse an Zeitzeugnissen aus wilderen Perioden hat, dem empfehle ich, doch noch ein wenig im youtube-archiv oder auf der Internetseite zu blättern.
Bei diesem Video ist nebenher auch ein bisschen auf die singende Schar seiner Stundenten zu achten...





Nun eigentlich ja eher in die elektropunk-newwave-schiene einzuordnen,
bedient sich die Band in diesem Falle (innerhalb eines Projektes
mit Meret Becker) ruhigerer Töne. Ein wunderbares Liebeslied...





Guten Tag mal wieder,
Mattes.

09.10.2008

denken ist cool

Da ich ja jetzt schon eine Weile im exclusiven Club von

Baroqueoverkill bin, weis ich das viele andere Clubmitglieder den philosophischen Themen sehr wohlwollend begegnen (nicht wahr ändy). deshalb von mir für euch eine kleine Zusammenstellung von Seiten mit Philosophie zum hören und sehen.


Das philosophische Quartett: der Klassiker unter den philosophischen Fernsehsendungen. Peter Sloterdijk und Rüdiger Safranski laden sich stets zwei Gäste ein und diskutieren üder irgendetwas. Das Format präsentiert leichte Kost und ist für Einsteiger und gegen Langeweile zu empfelen. In der ZDFmediathek muss der Namen der Sendung eingetragen werden und man erhält eine letzten Sendungen als Podcast zum Ansehen. Es erscheinen aller zwei Monate ein neue Sendung. Ans Herzlegen möchte ich euch die Sendung mit Otto Schily (über Sicherheit und Freiheit), welche als Musterbeispiel für verbale Katz-und-Maus-Spiele gelten darf.


Scobel (ehem. Delta): Ein weiteres Fernsehformat mit Gerd Scobel, den ich für den besten Fernsehmoderator Deutschlands halte. In der Sendung verschwimmen die Grenzen von philosophischer Diskusion und Wissensvermitlung und dabei wird oft sehrweit ausgeholt. Ein riesiges Archiv lässt eine auch immer etwas neues entdecken. Allerdings sollte man bei Fachbegriffen und Fremdwortern etwas Stehvermögen beweisen. Die Sendung wird einmal die Woche auf 3sat ausgestrahlt und ist dann recht zügig im Netz.


Die Philosophische Audiothek:

Eine Art Onlinebibliothek mit Vorträgen, Radiomitschnitten, Vorlesungen und Seminaren aus den Uni Wien. Mit unter gibt es sehr wertvolle Perlen und jede Menge Anregungen, allerdings ist das Niveau selbst mir oftmals zu hoch und sehr universitär. Doch sind mit Günther Friesinger und Herbert Hrachovec zwei sehr gute Redner vertreten denen ich gerne zuhöre auch wenn ich nur die Hälte verstehe.

Das sollte erstmal reichen. Viel Spass beim hören und sehen.

11.06.2008

aphorismus II

Ungleichheit ist Nährboden aller Gerechtigkeit. Ungleiches schaffen ist Gerecht.

09.06.2008

Bei dir Piept's wohl

Habe neulich einen Vogel eine fette Motte jagen sehen. Im Gepäck des Vogels befanden sich 4 weitere V's in Formation.
Die Anordnung lässt sich interpretieren als Anordnung mit gut 100%iger Fliegen-Fang-Wahrscheinlichkeit, denn nach missglückter Attacke des Führenden durch Ausweichmanöver der Attackierten befinden sich die übrigen Vögel in aussichtsreicher Schlagweite. Festzustellen ist ein sicherer Fang der Motte durch die Gruppe.
Der Sinn der Konstellation wäre damit geklärt. Interessant ist die Frage nach dem Beweggrund der Vögel, der sie veranlasst sich so zu positionieren. Zu berücksichtigen ist bei Klärung dieser Frage die teilweise Aufgabe der Aussicht auf ein Mahl des Führenden, da er es in Kauf nimmt bei missglückter Attacke den schmackhaften Brummer an seine Artgenossen einzubüßen. Intuitiv glaube ich an keine bewusste Entscheidung des Vogels etwas Fangchance an seine Kollegen abzugeben, um gleichermaßen Gruppendienlich zu sein. Vielmehr handelt es sich um ein Affektzustandekommen des Sachverhalts. Bei begonnener Jagt hatte Ersterer keine Zeit mehr die Anderen von seiner Beute zu verscheuchen, weil ihm dabei das Insekt selbst entwischt wäre. Die Formation als Solche hat sich bewährt. Metaphysische oder höhere Maßstäbe im Urteil der Protagonisten als Sozialisierungsgrund schliesse ich aus.
Nun beobachtet man auch bei Menschen Gruppierungsphänomene, mehr oder weniger Sinnvolle, wie Gruppensex vs. Public Viewing. Aus vorangegangener Argumentation kann man bei Ähnlichkeit beider Arten, die da wäre das Bestimmsein durch Naturgesetze mit als seinen Folgen, behaupten, es handle sich auch bei menschlichen Verhaltensweisen um Reaktionen auf Ausgangszustände beschrieben durch lediglich primitive Zusammenhänge. Zwar etwas komplexer, im Prinzip aber nicht wirklich unterschiedlich.
Dazu einige Aussagen:

  • Alles ist im naturwissenschaftlichen Vokabular erklärbar. Die Herausforderung besteht darin die grundlegenden Gesetzmäßigkeiten zu finden.
  • Es gibt a priori keine höheren Werte, insbesondere keinen externen Schöpfer dieser.
  • Was wir als Höher empfinden ist lediglich die Folge von Zuständen. Das Folgern ist determiniert durch Gesetzmäßigkeiten. Höhere Werte sind die Projektion der erfolgreichen Folgerung in unser Bewusstsein.
  • Projektionen ins Bewusstsein sind mir Realitätsverlust verbunden.
  • Das Bewusstsein an sich hat sich unter Anderen als effektiver Algorithmus zum Folgern bewährt, wobei diesem eine besonders ausgeprägte Dynamik zu eigen ist.
  • Die Dynamik des Bewusstseins ist der Grund für seinen Erfolg.
  • Durch Realitätsverlust in Übertragungen kann Wahres falsch scheinen und umgekehrt.

Insofern keine grundlegend verschiedene Funktionsvorschrift des Menschen im Vergleich zum Tier gefunden ist, sind die Schlüsse möglich.

05.06.2008

lecker schmeckt besser

die Sonne lacht, auf dem Markt sind die Erdbeeren billig und ich habe heute meinen Plan Marmelade selber herzustellen verwirklicht. Ein wunderbares Gefühl zu wissen dass, es in der Konsumwelt dieser Tage immernoch möglich ist in der heimischen Küche sich einen kleinen Teil Esskultur zu bewahren.
Wenn ich mir Essen selber zubereite, egal ob es Malmelade oder ein Kuchen oder auch einen Schweinerollbraten ist, dann bin ich häufig erstaunt dass es schon fast eine vergessenes Ritual ist sein Essen selber zu gestallten. Es gibt in der Welt der Supermärkte eine riesige Fülle von Fertiggerichten und portionierten Essvorlagen dass man heutzutage schon als eine gute Partie gilt, wenn man es schaft einen Auflauf zuzaubern ohne auch nur eine Maggitüte zu berühren. Pizzateig selber zu kneten und ihn nach allen Regeln der Kunst in eine Pizza zu verwandeln wird allzu häufig mit den Satz, wieso tust du dir die Mühe, komentiert. Man gilt gleich als Exot wenn man sich diese "Mühe" macht. Auf der anderen Seite gelingt es mir unerklärlich oft Freunde und Bekannte anzulocken wenn ich ihnen selbstgemachtes Essen anbieten kann. und dann höhrt man Sätze wie, also ich könnte das nicht.
ich finde das traurig und kann daher nur an den menschlichen Geschmack apelieren dass er doch das Immergleiche hintersich lassen soll und die unendliche Vielfalt an Geschmäckern und Aromen für sich entdecken soll. Gutes Essen verbindet und ist ein absolut schützenswertes Kulturgut. Also dann lasst euch eure nächste Mahlzeit schmecken...

PS: ich bin immer an Rezepten und geheimen Zubereitungsmethoden interessiert

27.05.2008

aphorismus

Mit der Freiheit ist es wie mit einem Keks. Ist er nicht da, merk man es erst wenn man Appetit auf einen hat. Also sollte man es gar nicht erst so weit kommen lassen ihn zu verlangen.

06.04.2008

Studio Ghibli

Nachdem ich am Donnerstag mit dem Michau einmal mehr in den Genuss eines Anime-Filmes aus dem Hause Ghibli kommen durfte, hier ein kleines Special.


Das japanische Studio um den Zeichner und Regisseur Hayao Miyazaki wurde 1985 gegründet. Neben Hayao Miyazaki sind heute vor allem Isao Takahata (Mibegründer von Serien wie "Heidi") und Miyazakis Sohn Gorō Miyazaki verantwortlich für den großen Erfolg. So sprengen die Ghibli-Filme regelmäßig japanische Kinokassen und sind auch in Europa überdurchschnittlich erfolgreich. Besonders bewerkenswert ist der stets fantasievolle, an "Heidi"-filme erinnernde, farbenfrohe Stil, es wird weitgehend auf Computeranimationen verzichtet und im Gegensatz zu Disney oder anderen Trickfilmstudios besonders inhaltlich vollkommen Besseres geboten. Die Geschichten bestechen durch unglaubliche Tiefe, sind wohl für Kinder genauso interessant und sehenswert wie für Erwachsene und ihr Anspruch fängt beim Staunen erst an. In fast jedem Film findet sich ein Verweis (bzw. dreht sich die gesamte Geschichte darum) auf den Zusammenhang und die eindeutig und bewusste Vermengung von Gut und Böse, Natur und Mensch, Fantasie und Wirklichkeit. Alles in allem ist es vor allem das zutiefst lebensbejahende Element der Filme, welches fasziniert und in Verbindung mit dem kindlichen Gemüt und der japanischen Perspektive ein Eintauchen und Abgleiten in wahre Wunderwelten ermöglicht.



Eine Auswahl:



Chihiros Reise ins Zauberland (2001):
Mein erster Film des Studios, gleichzeitig derjenige, der mich am nachhaltigsten fesselte und den ich nach wie vor zu einem der besten je von mir gesehenen Filme zähle. Es geht um ein kleines Mädchen, welches von ihren Eltern getrennt sich in einer spektakulär inszenierten Wunderwelt wiederfindet, mit Zauberei und Fabelwesen und Drachen und Hexen und verrückten Kreaturen und 'ner ganzen Menge mehr. Chihiro lernt bei ihrer nicht ganz freiwilligen Arbeit im Wellnesscenter der Hexe Yubada so einiges über eben diese Welt und macht sich anschließend auf den Weg, ihren Freund, den Drachen Haku und außerdem ihre in Schweine verwandelten Eltern zu befreien.
Ein Film voller schöner Bilder und Charaktere, die allen gängigen Klischees eins mit der Pfanne geben und durch Echtheit überzeugen. Absolut sehenswert.



Die letzten Glühwürmchen (1988):
Sicherlich einer der traurigsten Filme dieser Welt. Es geht um den Krieg und nicht weniger. Transportiert wird aber vor allem Liebe und Trauer um das Leben, mit Hass hat Miyazaki sowieso wenig am Hut. Beeindruckt war ich besonders von der großen Offenheit der Bilder, die kein Brett vor dem Kopf wollen. Hinschauen also unbedingt.


Prinzessi Mononoke (1997):
Prinzessin Mononoke behandelt wie kein zweiter Film des Studios den Dualismus von Natur und Technik und geht besonders einfühlsam auf das Streben der Menschen nach Mehr und die durch denselben vergewaltigte Natur (der Wald) ein. Dabei vermeidet der Film klare Positionierungen, die einzige ist ganz im ostasiatischen Wertekontext zu sehen und beschreibt den Zusammenhang von allem. So haben auch der Wald und seine Bewohner ihre schlechten Seiten, während auch jeder noch so dreiste Bösewicht geliebt werden kann. Ein wunderbarer Ökofilm ohne wirklich Öko sein zu müssen.

Das wandelnde Schloss (2004):
Die Geschichte dieses Films dreht sich um eine arme Hutmacherin und einen mystischen Prinzen und ein laufendes Schloss und überhaupt um 'ne ganze Menge Magie und Zauberei. Haupthandlungsstrang ist der Weg der durch einen Fluch um viele Jahre gealterten Hutmacherin ihr Leben zurück zu erlangen, nebenbei erfährt man einiges über den Krieg und die putzigen Nebenfiguren wie die hüpfende Vogelscheuche oder das verhexte Feuer machen den Film unglaublich lebendig (hier gibt's 'ne lesenswerte Kritik).


Mein Nachbar Totoro (1988):
Ein schon fast wahnwitzig putziger Film. Einfach alles, von der ersten bis zur letzten Minute, ist niedlich und vereinnahmt durch Unverbrauchtheit, Charme und Liebe. Ohne Vergleich ist für mich die Darstellung der gezeichneten Freudenemotionen, schon der Anblick des Grinsens vom dicken Totoro oder der Hauptfigur lässt viel Freude in Herz des geneigten Zuschauers. Balsam für die Seele und Humor mal ohne Ironie.


Die Chroniken von Erdsee (2006):
Ein etwas anderer Ghiblifilm. Hier spielt die Handlung vollständig in einer Fantasywelt, die Charaktere sind etwas schärfer getrennt, ein wenig kommt der Eindruck auf, sich in einer moralisch in Gut und Böse (wörtlich) geteilten Welt zu befinden, bis am Ende alles in einem actiongeladenen Endkampf mutiert und mittels ultrakitschigem Ende wieder alle Befürchtungen zerstreut werden. Mehr Fantasy und mehr Handlung, aber keinesfalls weniger sehenswert, einzig das unschuldige Element der anderen Filme fehlt ein bisschen.

Soviel nun ersteinmal zu einem für mich absolut zu empfehlenden Studio, um es mit den Worten Totoros zu sagen:

12.03.2008

Charlotte Roche ist zurück

und gestern durften wir zuhören, wie sie aus ihrem neuen Roman Feuchtgebiete vorgelesen hat. Die sexuell selbsterkundungsfreudige Hauptperson Helen ist das ganze Buch über wegen einer Analfissur im Krankenhaus und monologiert größtenteils über Körperflüssigkeiten und Fick- bzw. Masturbationserfahrungen. Charlotte Roche verkleidet mit ihrem hochpornografischen Romandebüt erstmalig ausführliche Statements ihrer Wut gegen pornofeindlichen Feminismus und weibliche Hygienehysterie, die sich schon oft in ihren Äußerungen andeutete.

Wie sie gestern selbst formulierte, volle Kanne Sexbuch geschrieben. Super funky Lesetipp für junge Leute!

06.03.2008

Alles nur Modelle – zur Existenz allgemeiner Prinzipien

An einigen hier veröffentlichten Beiträgen (die auf den ersten Blick thematisch nicht unbedingt verwandt waren) fiel mir eine Gemeinsamkeit auf: Die Überlegungen oder Diskussionen erreichten oft einen Punkt, an dem nach der Existenz eines allgemeinen Prinzips gefragt wurde. Deswegen möchte ich ein paar Gedanken zu allgemeinen Prinzipien und ihrer Existenz (im Sinne von Gültigkeit) anführen.

Die Frage nach der Existenz einfacher materieller Gegenstände kann ja schon von allen philosophischen Seiten in ihrem Sinn angefochten werden. Wenn man dem aber die Frage nach der Existenz ideeller Begriffe gegenüberstellt, besitzt letztere eine ganz neue Qualität von Unsinnigkeit.

Während die Schwierigkeit der ersten Frage „nur“ darin besteht, sich darauf zu einigen was z. B. ein Stuhl ist und ein Verfahren zu finden um sich der Existenz des Stuhls zu vergewissern, ergibt sich hier ein zusätzliches Problem. Im Gegensatz zur Sitzgelegenheit ist ein Prinzip nicht räumlich lokalisierbar. Es spielt auf einer Metaebene und kann sich (im Falle seiner Existenz) in der materiellen Welt zeigen (z.B. Gerechtigkeit -> Kapitalverteilung). Der Rückschluss auf das Prinzip ist aber logisch nicht gerechtfertigt. Wichtig ist, dass dieses Problem nichts damit zu tun hat, dass Prinzipien „Definitionssache“ sind, also auch besteht, wenn man eine klare Definition des Prinzips hätte und immer bestehen bleiben wird, wenn man durch Umdefinition des Prinzips versucht Widersprüchen auszuweichen.

Am Beispiel Gerechtigkeit bedeutet das: Wenn sie sich durch eine gewisse Kapitalverteilung zeigt, und man diese beobachtet, kann man sagen „Die Kapitalverteilung gehorcht dem Gerechtigkeitsprinzip“ aber niemals „Es existiert/gilt Gerechtigkeit“. Gerechtigkeit besitzt neben der Kapitalverteilung unendlich viele andere Darstellungsformen die nicht untersucht werden können. (Meint man mit Gerechtigkeit jedoch nur eine gleichmäßige Kapitalverteilung, so ist sie kein ideelles Prinzip mehr, sondern etwas materielles)

Daher komme ich meiner Ansicht nach zu dem Punkt, dass die Gültigkeit von Prinzipien niemals beweisbar ist. Die Gültigkeit von Prinzipien ist niemals beweisbar.

Prinzipien sind Erklärungsversuche und Modelle die darauf warten, verletzt und von besseren Nachfolgern abgelöst zu werden.

Das hört sich nihilistisch an, ist aber total natürlich. Man darf an Prinzipien keinen Götzendienst leisten, denn sie sind ursprünglich aus unserer eigenen Abstraktion als Verallgemeinerungen und Erklärungsversuche entsanden. Sich ihnen zu unterwerfen und sich die Welt nun von ihnen erklären zu lassen ist genauso wie einen Computer nach Ideen für eine neue Programmiersprache zu fragen.

14.02.2008

vom Subjekt zum Objekt, und wieder zurück

Eine echt triviale Einsicht möchte ich euch hier zur Kund geben, dessen Reflexion mich in den letzten Tagen aber dann trotzdem nicht losgelassen hat. Es geht darum wie man sich definiert in Bezug auf seine Umgebung, sei es in Meinung oder in Verhaltensweisen. Im ersten Schritt versinnbildlicht man sich zunächst umfassend den Gegenstandes mit dem man sich vergleichen möchte, das Objekt, und stellt sich dann als Subjekt in Relation dazu, indem man beurteilt, ob man dem Bild entspricht der nicht. Oft führt das dann zu Aussagen wie „Objektiv betrachtet müsste ich ja soundso handeln...“ oder „Vernünftig wäre es, wenn ich dies und jenes täte, mach ich aber nicht, weil ich ja meine subjektiven Bedürfnisse habe.“ Irgendwie habe ich aber notorische Probleme Redensarten wie diese anzuerkennen. Erstens handelt es sich bei der Vorstellung des Objekts ja selber um einen subjektiven Prozess (ist diese Einsicht nicht trivial), weshalb es hinfällig ist diesen als höhere Maxime als das eigene Handeln anzuerkennen. Zweitens ist ja vielleicht das subjektiv geschehene bereits objektiver als das als Objektiv vorgestellte, da die Einflüsse auf's Empfinden und Handeln wesentlich vielschichtiger sind, als dass wir es mit unserem Verstand begreifen oder verdeutlichen können, so dass wir stets (dieses Wort ist von Hinten wie von Vorne gelesen das Gleiche) einen Teil ausblenden, was Objektiv wieder als Subjektiv erscheinen lässt.
Man fragt sich nun, weshalb man denn doch von diesen zwei Klassen spricht. Dazu zwei Vermutungen. Erste sagt, man benutzt dieses Konstrukt zur Ausrede um sich vor irgendwelchen Verpflichtungen zu schützen, also „Ja stimmt, eigentlich müsste ich das schon so machen, aber hey, du kennst mich doch.“ Meist wird das bereits als Begründung anerkannt. Wer aber Cool ist hinterfragt weshalb die eigene Position und die als optimal Angesehene voneinander verschieden sind. Ich meine es gibt nur einen richtigen Weg, und nicht etwa einen richtigen Objektiven und Subjektiven. Subjektives sollte nämlich auch Objektives berücksichtigen.
Die Umkehrung, dass Objektives auch Subjektives betrachten sollte, führt zur zweiten Vermutung, die besagt, dass beide Wörter bei strikter Trennung als Druckmittel gebraucht werden, um auf den schlechten Subjektiven Zwang auszuüben, damit dieser den guten objektiven Weg geht, der bei dieser Gelegenheit gleich noch mit untergeschoben wird, d.h. man erkennt etwas als vermeintlich richtig an nur weil es das Adjektiv „objektiv“ schmückt. Meist wird dies in der Art benutzt um Emotionen auszublenden, was ich als sehr tragisch empfinde, und was man auf keinen Fall machen sollte.
Die Unterscheidung von Zuständen auf diese Art, mit einer der beiden Absichten im Kopf, kann ich jedem nur abraten. Vielmehr sollte man beides wenn überhaupt nur stark eingeschränkt in ihrer Bedeutungskraft verwenden allenfalls als schwaches Werkzeug zur Einordnung.

"Alle Eigenschaften, die von den großen Bodhisattvas verkörpert werden, wohnen dem Menschen inne und sind nicht von dem Einen Geist zu trennen. Erwache zu ihm, und sie sind da. Ihr Schüler des Weges, die ihr nicht in eurem eigenen Bewußtsein zu diesem Geist erwacht und die ihr an äußeren Erscheinungen hängt oder etwas Objektives außerhalb eures eigenen Geistes sucht, ihr alle habt dem Weg den Rücken gekehrt."
Huang-Po: Der Geist des Zen

20.01.2008

Drama

Letztens hab ich mich gefragt, was ich von mir erwarte.
Großer Traum: „Möchte, dass man in der Zukunft bereits Schülern meinen Namen nennt, und das diese über meine Leistungen und mich genauso staunen wie ich zu meiner Zeit über die vorgegangenen Persönlichkeiten.“
Ja, solche Ansprüche können einen fertig und depressiv machen, weshalb es einer Analyse dieses Themas bedarf, die folgend dargestellt ist:

Zeit, was mach ich damit?
Ziele verwirklichen sollte sein.
Was für Ziele eigentlich?
Erfüllende oder zur Enttäuschung führende.
Hab ich welche, Eigene?

Vielleicht zu abgestumpft für eigene Ziele.
Ein Entfremdeter im eigenen Ich.
Selbstfindung bereits genug anstrengend.
Dann auch noch Ziele haben.

Gibt es eigene Ziele, ein Finden?

Phantomziele sind die einzigen.
Irgendwann von Irgendwem einfach untergeschoben,
und man glaubt es sind die Eigenen.
Treiben einen schon soweit, dass man drüber jammert.
entweder dass man's nicht schafft,
oder sie einem die Zeit rauben.
Alles Täuschung seiner selbst.
Macht's eigentlich einen Unterschied ob man nur mit Phantomzielen lebt, oder ganz ohne.
Es ist trotzdem nicht erfüllender, Phantomziele.
Was mach ich?
Was bin ich, wozu?
Was will ich?

Leere

, und noch nicht einmal das.
Völlig losgelöst von der Nabelschnur,
Ich, kein Punkt im Raum, kein Raum.
Streben soviel Wert wie ein Hauch.
Keine echten Ziele, aber Erleichterung.

Einfach nur den ganzen Tag im Bett liegen,
wenn nur die Ernährung nicht wär.
Gibt es sowas wie höhere Werte?
Wenn es einen Wert gibt, dann den sich der Selbsterhaltung wert zu sein.
Mehr nicht.

Was ist eigentlich Stolz?
Ein Gehirngespinnst.

Sich selbst seiner Nichtigkeit bewusst sein und danach leben können,
Das ist Freiheit!
Rest ist Zwang.

Erwartet nicht von mir, dass ich wem nütze, der Welt etwas bringe. Fortschritt, pfeiff ich drauf. Will nur in ruhe sein, und mein Leben so erträglich wie möglich gestalten.

Diese Erkenntnis ist vielleicht eine Befreiung, glaubt mir das.
Was habt ihr eigentlich für Ziele, und wie begründet ihr die. Meint ihr es ist das Wert?

16.12.2007

Sternstunde Philosophie

Was macht man nach dem Aufstehen an nem freien Tag?

Richtig, Fernsehen!

Dabei hab ich mir meinen Kaffee frühs angenehmerweise bei ner netten Diskussion über Aufklärung und Atheismus schmecken lassen, und zufälligerweise diese supi Sendung vom Schweizer Fernsehen entdeckt, dessen Wiederholungen am Sonntag ab etwa 9.00 Uhr auf 3sat ausgestrahlt werden. Als "Hörspiel" findet ihr die letzten vier Aktuellen Sendung hier. Im Archiv finden sich dann Sendungen der letzten 3 Jahre mit vielseitigen religiösen Themen aber auch naturwissenschaftliche Themen (Einstein, Urknall) und ner Menge philosophischen Themen, beispielsweise eine Skizze der Historie der Philosophie von den Griechen bishin zur Gegenwart.

Also viel Spass beim Sehen und Hören.