Shake your Style.

19.11.2007

Von einem der auszog wieder leben zu lernen....

Hallo liebe Freunde der guten Unterhaltung.

10 Wochen ist es nun schon her, da ich mich aufmachte ferne Länder zu erkunden und wahrscheinlich doppelt solange, da ich letztmalig den Blog mit zu Wort gewordenem mehr oder minder zu bereichern im Stande war. Um das gleich klarzustellen, es wird keine Fortsetzung der Erfolgsgeschichte von Raik und seiner Rostlaube mehr geben. Nichts desto trotz beobachtete ich stets mit Adleraugen das gesellige treiben im rahmen meiner begrenzten Möglichkeiten und bin vom regen Betrieb und dem schier grenzenlosen Ideenreichtum gepaart mit Witz und Charming nur wenig überrascht. Nein, überrascht hat es mich nicht im geringsten, ich kenne meine Schäfchen ja nun seit ein paar Jahren und weiß um ihre Stärken und Schwächen...
Schon bald werde ich nun endlich Zugang zum internationalen Netzwerk haben und damit die Forte zur Erleuchtung beschreiten, womit wir wieder bei der Existenz des Nichtseins/Unseins/Unsinns angelangt wären. Der Apfel der Erkenntnis erweist sich als härterer Brocken als anfangs angenommen, zudem schwer verdaulich für das naive Menschenkind und in den meisten Fällen tödlich für den Zufriedenen. Wenn mir dieses verdammte Loch hier etwas gezeigt hat, dann dass der Steppenwolf in seinem ganzen Wesen und Wirken eine fast schon zu klare Wahrheit manifestiert hat, als dass sie kein Mensch mehr trüben könnte. Viel zu unschuldig ist diese Wahrheit und dabei möchte ich mich nicht in Definitionen verlieren, wir sollten alle wissen was gemeint ist. Es geht nicht darum den einzig wahren Weg zum Glück predigen, sondern die viele Abwege in Frage zu stellen, es geht mir auch um den Zwiespalt zwischen Verständnis und Kritik, Vernunft, Verantwortung und Liebe, sowie und dieser Punkt wirft die meisten Fragen auf, Erkenntnis und Veränderung. Leider stoße ich hier nur viel zu oft an meine Grenzen, weil die meisten Leute sich nicht positionieren, kaum Stellung beziehen, nur um des lieben Friedens wegen. Ein Graus ist das. Da lob ich mir den Pöbel, auch wenn man da schnell an ganz andere Grenzen stößt. Einfühlsamer zeigt sich natürlich die Landschaft, Berge und so’n Kram. Es ist nur ein Gefühl, was mir sagt, dass der Mensch krank ist. Er will nicht denken. Das wiederum macht mich krank, da es Existenzgrundlage meines Ichs ist. Das Problem des Denkens ist vielleicht, dass das psychische Ich, das physische beobachtet, hinterfragt und eingrenzt, wobei das physische Ich dagegen ankämpft. Tiere zum Beispiel haben ein im Vergleich zum physischen Ich viel kleineres psychisches Ich, die „Herrschaftsverhältnisse“ sind also eindeutig, es handelt ausschließlich nach Instinkten und ist damit zwar nicht so individuell und vielfältig wie wir, aber hervorragend eingefasst in seine Natur. Dadurch dass nun aber viele Menschen ihren Trieben und Instinkten kaum Einhalt gebieten, obwohl und davon gehe ich aus, die Grundlage geschaffen ist, vergisst der Mensch das Denken vor dem Handeln. Verheerend dabei ist dann wiederum, dass dieser Mensch auch das Denken nicht kontrollieren kann, indem er beispielsweise ein schlechtes Gewissen bekommt. Somit ordnet sich kein Ich dem anderen unter und es gibt ständig einen Kampf zwischen dem physischen Ich und dem psychischen. Folge ist: Der Mensch wird krank.
Daher sagte ich „Problem des Denkens“, weil es für mich zwar das größte Geschenk ist, aber zugleich auch die größte Bürde.

Das zum Thema Land und Leute von dieser Stelle.
seavas!

14.11.2007

Als ich mich heute Früh auf den Weg begeben hatte, nahm ich ausnahmsweise mal den Bus. Wie so oft die letzten Tage regnete es, und ich hatte keine Lust auf Fahradfahrn. Langsamen Trottes ging ich Richtung Bushaltestelle, denn ich hatte ja noch einige Minuten Zeit bis zum Zweiundvierziger. Den Hintereingang verlassend war ich bereits auf einen ausgefüllten und vorhersehbaren Tag eingestellt. Wie immer grüßte man sich nicht, selbst wenn man sich im Hinterhof begegnet, aber des Plattenbautengelände ist ja groß, und deshalb nicht verwunderlich. Man kennt ja noch nicht einmal seinen Nachbarn.
Um die Ecke biegend sah ich in 200 Metern Entfernung den Bus vor meiner Nase die Tür schleißen. Genau die Distanz wo man ihn noch im sechsten Gang erreichen könnte, den Gedanken an die Strapaze dann aber fallen lässt, weil es ja eh nichts ausmacht ob man zu spät kommt. Sicher war das auch der 32-er, der sich nur etwas verspätet hatte, denn ich war ja „just in time.“
An die Haltestelle herantretend hatte sich da bereits eine „Omi“ eingefunden, die den Busplan studierte, und der Situation als Alltäglich erscheinen ließ. Ich gesellte mich zu ihr, um Schutz vor dem Schneeregen zu suchen, und sie drehte sich um, gleichsam signalisierend mir eine Frage stellen zu wollen.
„Verzeihen sie, sie werden sicher über meine Frage lachen, die ich ihnen jetzt stellen werde,“
- Nein, natürlich nicht, habe durchaus Verständniss, egal wie banal-
„ aber was haben wir heute für einen Tag, Sonntag?“
-Denk nach André! Was für ein Tag? Und tatsächlich, was soll die Frage?-
„Mittwoch!“
„Ach Danke, nehmen sie Rücksicht mit mir, ich bin nämlich demenzkrank. Ich weiß so gut wie gar nichts mehr, sie sehen ja. Ich bin 82, und jeder Tag läuft nach diesem Schema ab. Ich quäle mich. Mein Mann ist schon seit zehn Jahren Tot, ist wünschte mir ich könnte bei ihm sein. Am liebsten würde ich sterben.“
Sogleich verabschiedete sie sich, und setzte ihren Weg fort. Mein Bus kam im gleichen Augenblick, ich stieg ein, und ging den meinen weiter.

Der Wahrheitsbegriff in der Struktur der Logik

Ich hatte seit einiger Zeit vor, etwas über primitive Logik zu schreiben. Jetzt möchte ich eine Einführung schreiben und den Schwerpunkt des wissenschaftlichen Wahrheitsbegriffs ergänzend zur Thematik in Andrés Post herausarbeiten.


Dieser Post spiegelt wieder, was ich momentan zu wissen meine und es war recht langwierig das so knapp wie möglich zu formulieren. Zur Diskussion über enventuelle Irrtümer oder unbeachtete Fallstricke wird bei einem Tässchen Tee im Kommentarbereich herzlich eingeladen. Ich dreh dort schonmal die Heizung auf.


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Definition: Eine Formulierung heißt Aussage, wenn ihr genau einer der Wahrheitswerte wahr (w) oder falsch (f) zugeordnet werden kann.


Zur Trennung nenne ich von nun an den wissenschaftlichen Wahrheitsbegriff "w" und unseren intuitiven "wahr". w ist nicht definiert. Lediglich das Objekt Aussage und zwar dadurch, dass sie genau eine der Eigenschaften w oder f besitzt. Wie die Zuordnung einer Aussage zu w oder f gemacht wird, ist an dieser Stelle völlig unbestimmt und damit auch ein Zusammenhang zwischen w und wahr. Wir haben definiert, was eine Aussage ist. Um Zusammenhänge zwischen Aussagen herzustellen benötigen wir noch die Definition der Aussagenverknüpfungen.


Ich verspreche euch, dass das die letzte Definition ist und ihr Verständnis
das Verständnis der kompletten Logik ist.


Definition: Aus zwei Aussagen p und q kann man folgene
Aussagenverknüpfungen definieren:



Eine Aussageverknüpfung ist wieder eine neue Aussage. Die Tabelle definiert 5 Arten der Verknüpfung, indem sie festlegt, wie ihr Wahrheitswert aus den "Bestandteilen" p und q entsteht. Sie liest sich anhand des Beispiels der Konjunktion wie folgt:


p^q soll w sein genau dann wenn p und q gleichzeitig w sind. Andernfalls soll p^q f sein.


Auch hier sollte zwischen dem dem sprachlichen "sowohl als auch" und dem logischen ^ unterschieden werden. Der letzte Satz spiegelt die scheinbar klare nichtwissenschaftliche Tatsache "(Sowohl p als auch q) ist nur dann wahr, wenn p und q wahr sind." wieder denn genau das ist unsere sprachliche Bedeutung von "sowohl als auch" und so scheint es sinnvoll, ^ mit "sowohl als auch" gleichzusetzen. Aber nur unter der Vorraussetzung w und f dürften mit "wahr" und "falsch" gleichgesetzt werden. Dazu haben wir aber keinen Anlass. In der Logik ist ^ lediglich eine Verknüpfung die aus ihren Variablen p und q eine neue Aussage bildet, wobei sie auf die in der Tabelle beschriebenen Weise von ihren Wahrheitswerten abhängt.


Die Logik ist also ein Modell, dass zwar unsere sprachliche Denkstruktur wiederspiegelt, aber nicht gleichbedeutend mit ihr ist und ohne sie auskommt, wenn sie ihr auch nachempfunden ist. Zusammengefasst ist


Begriffsstruktur der Logik = Aussagen + Verknüpfungen


Dieses Abbild unseres Denkens ist insofern von ihm losgelöst, dass w und f keine Bedeutung haben. Die erste Unterscheidung zwischen w und f wird in den Definitionen der Verknüpfungen getroffen, indem sie unsymmetrisch auf w und f wirken sollen. Man sieht in der Tabelle, dass z. B. für die Konjunktion w gegenüber f eindeutig ausgezeichnet ist. Was bedeutet also w? Man könnte w dadurch definieren, dass man sagt


w ist derjenige Wahrheitswert auf den ^ in der beschriebenen Weise (s. Tabelle) wirkt.


Dann darf man aber ^ wiederum nicht über w also nicht über die Tabelle definieren und müsste sagen


^ ist die "sowohl als auch" entsprechende Verknüpfung.


Dann währe aber ^ unsauber definiert. Und da w durch ^ definiert wurde, ist alles noch schlimmer als vorher. Die Möglichkeit Logik ohne unklare Sprachbegriffe einzuführen scheint also nur durch eine Aussparung der Bedeutung w erreichbar.


Die Gleichsetzung von w mit "wahr" ist damit erstmal eine Glaubensfrage. Denn w ist eine Eigenschaft, die einer Aussage definitionsgemäß eindeutig zugeordnet werden kann. Also unabhängig davon, wer sie wann zuordnet. Das verhält sich mit "wahr" erfahrungsgemäß anders.


 

Bully Records

Wenn ich mich dabei erwische, krankes Zeug zu hören, das mir garnichts gibt, dann ist das Gefühl dass ich mir versprochen hatte das Gefühl von
Bully Records presents Lunch Money Singles Vol. 1
dem besten mir bekannten im Handel erhältlichen Instrumentalbeatsalbum.
Darauf befindet sich eine gekonnte Zusammenstellung von gesanglosen Stücken die ich oberflächlich mit frühem Anticonstil beschreiben würde. Schwachfühlbeats mit Unterwassercharakter von Sixtoo (formierte früher mit Buck65 die Sebutones), Controller7, Moodswing9, P-Love und HeDidGlassMusic in die man sich vergraben kann und über die man beim Hören nicht miteinander sprechen muss.

Als nächstes noch etwas zum Ansehen

Controller 7 - Ex Telest


Sixtoo & P-Love live (34 min)

08.11.2007

Wandern

Acht Tage ist es nun her, da machten sich neben den wanderfreudigen Norman und Mario, auch eine fußfeste Abteilung dieser Bloggemeinschaft auf den Weg, selbiger Ehre zu gereichen und mit einem fidelen Liedchen auf den Lippen der Wanderfreuden des sächsischen Elbhinterlands zu frönen und föhnen. Neben dem Organisator dieser ganzen Veranstaltung André, waren dies der sich als Aufrührer und Rädelsführender Unhold zu erkennen gebende Michau, der immer kron- und adelsloyale Mattes und Iche. Wir waren alle glücklich und zufrieden und das Wetter spielte gut mit und uns damit in die gezinkten Karten, doch sehet selbst:

Wandern

Ich hoffe, alle Nichtanwesenden werden nun die Umstände verfluchen, die sie daran hinderten, mit von der Partie zu sein und so nicht in den Genuss viereinhalbstündiger körperlicher Ertüchtigung und lecker Glühwein und lecker Vanillekuchen kommen konnten.

Unser Weg führte uns über die Schrammsteine zum Carolafelsen und anschließend und schlussendlich durch die wilde Hölle. Man bemerke, der Weg führte uns, denn leider hatten wir keine charismatische Führerpersönlichkeit und auch an orts- und fachkundigen Mitmachern mangelte es.

Doch nicht nur gewandert und dummgequatscht wurde, es entstand auf Drängen einer bestimmten und hier aber nun jetzt doch nicht näher zu bestimmenden Person eine spannende Diskussion um die Frage „nach der Existenz des Nichts“. Nach heftiger Argumentationsschlacht und sowohl haarsträubenden, als auch wahnwitzigen Wortgefechten aller erster Güte, wurde schließlich ein für anscheinend nur fast alle zufrieden stellender Konsens gefunden: „Nichts existiert immer nur in Abhängigkeit von Dingen (materieller oder auch abstrakter Art, der Betrachter entscheidet). Die Existenz des Nichts ist somit relativ, kann jedoch nicht ausgeschlossen werden.“ Wer nun nämlich meint, dies wäre ein schönes Ende einer solchen Diskussion, geht weit fehl. Denn Mario war es schließlich, der mit dem Satz „Das Ziel des menschlichen Erkenntnisstrebens ist doch die Erleuchtung“ (genauer Wortlaut mir leider nicht mehr ganz im Gedächtnis) den Vogel abschoss und uns unter Lachen wieder den wichtigen Dingen wie der Wanderei zuwenden ließ. Noch mal Glück gehabt.

Jedenfalls war’s ne riesen Sause und hat ganz arg viel Spaß gemacht.

06.11.2007

Tipp: Ida Helms

Wohlfühlmugge vom Feinsten bietet sich am Freitag in der Groove Station hier in Dresden von der oben genannten Band, die mir überdies eines der besten Konzerte der letzjährigen Konzertsaison beschert hat. Deshalb lass ich sie mir auch dies Jahr nach langer Vorfreude nicht entgehen, und empfehle sie auch gleich weiter.
Hier noch die Beschreibung der "Groove":

Dass die Stadt Berlin einen nährreichen Boden bildet für innovative Bands mit urbanem Klangbild und spannenden Verbindungen von instrumentaler und elektronischer Musik, ist spätestens seit Micatone und dem Sonar Kollektiv allgemein anerkannt. Auch Ida Helms bewegen sich im Groove- orientierten Grenzbereich zwischen Jazz und Pop.

Hochenergetisch pumpende Drum 'n Bass- und House-Beats, funkige Bläsersätze über rhodesgetränkten Harmonie- teppichen, flirrende Electronics und die soulvolle Stimme von Jennifer Kothe, die den Zuhörer mit eingängigen Gesangslinien durch deutsch- und englischsprachige Gefühlswelten führt, sind das Markenzeichen von Ida Helms. Spannend und einfallsreich wechselt die Musik zwischen komplexen, instrumental dominierten Passagen und einfachen, gesangsorientierten Strukturen. Und immer wieder finden die sechs Musiker, die größtenteils am Jazzinstitut Berlin studieren, zu mitreißenden Hooklines zusammen, schwingt sich die Band zu ekstatischen Höhepunkten auf. Dann verschwinden jegliche Schranken zwischen Bühne und Publikum, Klang, Bewegung und Raum verschmelzen zu einer Einheit, und der Tanzboden bebt vor Vergnügen.

Und auf MySpace

05.11.2007

Echt eh!

Seit geraumer Zeit bildet ein putzig gelbes Reclam Büchlein die Grundlage der mentalen Flucht aus langweiligen Vorlesungen, mit dem Anspruch eines kleinen Einblicks in die Methodik und Theorie der Philosophie („Grundkurs Philosophie“ in 5 Bänden à ca. 150 Seiten). Ich möchte euch aus Band 1 zur Logik mal zwei gängige philosophische Definitionen, oder Vorschläge zur Definition, der (Satz-) Wahrheit vorstellen:
  1. Satz 'p' ist wahr genau dann, wenn 'p' mit entsprechenden Fakten übereinstimmt (Korrespondenztheorie).
  2. Satz 'p' ist wahr genau dann, wenn sich die Sachverständigen in freier Diskussion darauf einigen, 'p' zu akzeptieren (Konsens- oder Verifikationstheorie).

Satz (1) definiert „Wahr“ einfach als Übereinstimmung mit der Realität, was sehr einleuchtend ist. D. h., der Wahrheitswert einer Aussage wird durch den Vergleich der Behauptung der Aussage mit der Realität bestimmt. Wahrheit wird demzufolge als Eigenschaft verstanden, die über die Güte unserer Vorstellung über einen Sachverhalt urteilt. Als Voraussetzung dieses Urteils muss eine exakte Realität bekannt sein, mit der dieser Vergleich angestellt werden kann, wobei dieser Realität das Prädikat „Wahr“ zugesprochen werden kann. Hier treffen wir auf ein Problem, da wir zur Definition von „Wahr“ das Wahre selbst brauchen. Ziemlich komisch oder?
Beispielsweise die Aussage: „Dieser Apfel ist grün!“ wird als wahr angesehen, solange die Farbe dieses Apfels mit der Farbe Grün übereinstimmt. Was ist aber wenn die Vorstellung von der Farbe Grün schon eine Falsche ist. Dann Sprechen wir dem Apfel die Farbe Grün zu obwohl er vielleicht Rot ist. Es ist also höchst Problematisch von Wahrheit zu sprechen, wenn man nicht hundertprozentig weiß wie sie aussieht. Dies macht den Gebrauch von Wahrheit im Sinne dieser Definition schwer.

Die Notwendigkeit der Kenntnis einer exakten Realität umgeht Satz (2) indem er den Wahrheitsbegriff etwas abschwächt. Wahrheit kann nur in Bezug auf unsere tatsächlichen Vorstellungen angewendet werden, wobei eines zu einer gewissen Zeit als wahr gelten kann, zu einer anderen Zeit aber als falsch, je nach dem wie sich unsere Vorstellungen entwickeln. Zudem würdigt er den Fakt, dass unser Bild von Realität durch unsere Sinne beeinflusst oder verzerrt ist, und wir somit nie die absolute Realität erfahren können, da wir die Realität nur durch unsere Sinne abbilden können.
Diese Einschränkung des Wahrheitbegriffes auf unsere Erfahrungen ist aber auch nicht ohne Tücken. Über den Wahrheitswert dieser Aussage: „Martin wird nie sein Senf zum Thema Wahrheit in diesem Rahmen beitragen“ kann demnach nur entschieden werden, wenn wir das Verhalten von „Martin“ in allen Einzelsituationen kennen und somit eine Vorstellung von jeder Situation haben, also auch derer in der Zukunft. Zum jetzigen Zeitpunkt kann kein Urteil über die Wahrheit dieses Satzes gefällt werden, sondern erst wenn „Martin“ stirb, oder uns vom Gegenteil überzeugt hat. Diese Aussage ist nicht Wahrheitswertdefinit, wie man so schön sagt. Das Verletzt nun aber eines der grundlegensten Prinzipien der klassischen Logik, und zwar das vom ausgeschlossenen dritten, das sich aus diesen beiden Sätzen ergibt:
  1. Es gibt genau zwei Wahrheitswerte: 'wahr' und 'falsch.'
  2. Jede Aussage hat mindestens einen Wahrheitswert.

Mit diesem Widerspruch zur klassischen Logik kann man eventuell noch leben, zumal der Satz vom ausgeschlossenen Dritten umstritten ist. Man sollte in einer guten Argumentation derartige Aussagen aber nicht verwenden, da ansonsten der Schluss in frage gestellt werden kann.
Wendet man diese Wahrheitsdefinition im Bezug auf die Existenzfrage an, so kann man leicht zum Idealismus verleitet werden, indem man sagt: „Alles Existiert nur, weil wir es wahrnehmen“, also eine Vorstellung davon haben, andernfalls kann ja nicht gesagt werden dass etwas wirklich existiert. Diese Aussage ist aber recht heikel, da Beispielsweise die Naturwissenschaften nach Sachverhalten forschen, von denen wir noch keine Vorstellung haben, wobei der Erfolg der Naturwissenschaften darauf schließen lässt, dass es tatsächlich eine von uns unabhängige und unwahrgenommene wahre Realität gibt. Der Wahrheitsbegriff dieser Definition schließt demzufolge nicht alle Wahrheiten mit ein, was ihr einen Touch Unvollständigkeit verleit.

Eine allumfassende Definition der Wahrheit gibt es trotz der erkannten Missstände, glaub ich, dennoch nicht, woraus sich zeigt, dass es nicht so einfach ist eine zu finden. Deshalb werde auch ich euch hier keine liefern, und schließe guten Gewissens.

Guten Abend!

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So'n Mist, da hab ich mir soviel mühe mit Html-Code beim Kommentar gegeben, und dann kann man da gar keinen verwenden. Also dann eben hier das Kommentar Nr. 3.

Zu Satz (1): Der Punkt in diesem ist ja gerade der, dass sich die Wahrheit auf eine externe von uns unabhängige Realität bezieht, also sämtliche subjektiven Einflüsse beiseite lässt. Es ist die allgemeine Realität, von der gesagt wird, dass sie nur vom "Gottesstandpunkt" her einsehbar ist, wobei hier "Gott" nicht in Bezug zur Religion steht, sondern nur zur Verdeutlichung der übergeordneten Realität dient. An diesem Punkt setzt ja auch die Gegenargumentation zur Definition ein, da diese Realität uns nicht zugänglich ist, und wir diesen Wahrheitsbegriff gar nicht anwenden können.

Andererseits kann man sich natürlich doch fragen, ob einem nicht tatsächlich die absolute (materielle) Realität zugänglich ist. Was z.B. wenn zwei Wissenschaftlern zur gleichen Zeit unabhängig voneinander die gleiche Entdeckung gelingt. Das heißt bei beiden fand genau die gleiche Interaktion mit der Umwelt statt, woraus man schließen kann, dass beide Realitäten in diesem Punkt gleich sind und somit evtl. auch auf alle Realitäten verallgemeinerbar. Dies begründet ja die Formulierung eines Naturgesetzes. Wäre dies nicht der Fall, würde bei mindestens einem der Stein in seiner Realität nach oben fallen, ist aber nicht so.
Des weiteren kann man sagen, dass sich unsere Wahrnehmungsorgane in Abhängigkeit von der externen Realität entwickelt haben, und somit an diese angepasst sind, und darauf getrimmt sind, diese wahrzunehmen.

Würde man trotzdem nur von einer rein subjektiven Realität ausgehen könnte man wie bereits gesagt zum Idealismus verleitet werden (man wäre soger Idealist), also mit der Aussage "Alles existiert nur, weil ich es Wahrnehme", oder "Alles Existiert nur in mir, und mit mir." In diesem Punkt bringe ich euch die Kantsche Widerlegung des Idealismus (aus dem kleinen Reclam Büchlein):

Zu zeigen:
  • Wenn Person S sich dessen unbezweifelbar bewusst ist, dass sie selbst existiert, dann existieren Gegenstände im Raum außer S.

Beweis:
  1. S ist sich dessen unbezweifelbar bewusst, dass ihr Dasein in der Zeit bestimmt ist.
  2. Die Bestimmung eines Daseins in der Zeit setzt die Wahrnehmung eines Beharrlichen voraus, relativ zu der das Dasein in der Zeit bestimmt werden kann.
  3. Die Wahrnehmung eines Beharrlichen wird von etwas Beharrlichem hervorgerufen.
  4. Dieses Beharrliche ist nicht in S.
  5. Also: Die Wahrnehmung eines Beharrlichen durch S wird durch ein Beharrliches außerhalb von S hervorgerufen.
  6. Dieses Beharrliche außerhalb von S sind Gegenstände im Raum außerhalb von S.
  7. Also: Es existieren Gegenstände im Raum außerhalb von S.


Soviel erstmal dazu.

02.11.2007

Auf Darwins Spuren I - Lichtsignalanlagen

Wie sich im Jahre 1830 Charles Darwin in der "Beagle" aufgemacht hat, die Evolution zu erforschen, bin ich im Jahre 2007 aufgebrochen mir einmal anzusehen, was die Evolution auf einer Insel mit einer Gruppe von Menschen so anstellen kann. Dies ist mein erster Bericht über ein paar Beobachtungen der Spezies "Mensch" und seiner Erfindungen, und welche Auswüchse diese durch Isolation auf einer Insel annehmen können.

In diesem Bericht geht es um das Verhalten von Menschen an "Lichtsignalanlagen", im deutschen Volksmund "Ampel" genannt. Grundsätzlich empfehle ich als Grundlagenlektüre dazu den aktuellsten Wikipedia-Artikel zum Thema - besonders empfohlen ist dabei der Abschnitt "Varianten der Lichtsignalanlagen in verschiedenen Ländern" und "Verhalten im geschützten Bereich einer LZA".


Für meine Beobachtungen muss ich mich leider auf die Ampeln in der schönen Stadt von Glasgow beschränken, da ich mit denen am meisten Erfahrung habe... Dies soll mich aber nicht im mindesten davon abhalten auf die gesamte Insel-Ampel-Welt zu generalisieren. Sollte jemand Gegenbeweise zu den weiter gleich gebrachten Dingen haben, so ist er herzlich eingeladen mich hier besuchen zu kommen, denn dann wird er sicherlich nach weniger als 2 Tagen meine Meinung über diese besonderen Artgenossen des Straßenverkehrs teilen.

Also, prinzipiell ist es hier so, dass es ca. alle 200m eine Ampel gibt, was an sich nicht schlimm ist, es sei denn man hat beschlossen, da man sowieso schon spät dran war, statt zu laufen mal den Bus zu nehmen und dann aufgrund eben dieser Ampeln merkt, dass man doch schneller zu Fuß gewesen wäre. Denn damit kommen wir auch schon zu einem weiteren Merkmal der hiesigen Lichtsignalanlagen (LSA) - so etwas wie eine "grüne Welle", also eine intelligente Ampelschaltung gibt es hier nicht. Wenn man in besagtem Bus sitzt und dem Fahrer mal über die Schultern schaut, sieht, dass die eigene Ampel gerade grün wird, und dann (ca. 200m weiter) die nächste Ampel gerade auf Rot umschwingt, also beschleunigt der Bus fährt vor bis zur nächsten LSA, und wartet dort wieder auf das beliebte grüne Signal... Dies ist die Glasgow-Bedeutung von Stop and Go.... und wenn er einmal wartet, dann wartet er auch, denn damit kommen wir auch schon einer weiteren Eigenschaft der hiesigen Ampelwirtschaft: Die Schaltung an sich... Man stelle sich eine einfache Kreuzung vor, wo die Straße von A nach B die Straße von C nach D kreuzt. In Deutschland kann man Beobachten, dass dann meisten sowohl die Richtungen A-->B als auch B-->A gleichzeitig grünes Licht bekommt, und mit Ihnen gemeinsam die Fußgänger in die besagten Richtungen, und danach die beiden anderen möglichen Richtungen, wiederum parallel mit den Fußgängern. Hier hingegen bekommt jede einzelne Richtung ihr eigenes grünes Signal, also zuerst A-->B dann B-->A usw. und erst im Anschluss daran, bekommen alle Fußgänger gleichzeitig ihr Grünes Signal, was einiges an Wartezeit bedeuten kann - widerum die Sache, die man als chronisch verspäteter Student gründlich vermeiden will. Um diese Wartezeit zu überbrücken hat das liebe Inselvolk sich aber was überlegt, und zwar die Kästen wo man drücken muss, um der Ampel anzuzeigen, dass man Grün bekommen möchte: Diese Kästen sind riesengroß und verfügen über genug Text, um sich die Wartezeit über mit Lesen zu beschäftigen, da steht dann, wie man sich verhalten soll, wenn ein rotes Männchen leuchtet, wenn ein grünes Männchen leuchtet, und wenn ein Grünes Männchen blinkt (das ist hier das Signal, dass man die Kreuzung nicht mehr betreten soll, aber man noch genug Zeit hat, wenn man bereits auf der Kreuzung ist, um diese zu überqueren.). Leider fällt bei dieser Menge an Text leider der Platz für den Knopf an sich ziemlich klein aus, so dass man den nicht mehr mit dem Daumen drücken kann, sondern nur mit einem anderen Finger, zumindest, wenn man erwachsene Hände hat.
An all diese Scherereien sind die einheimischen Inselbewohner natürlich gewöhnt und haben ihren Weg gefunden, damit umzugehen: Sie gehen einfach, egal was die Ampel sagt! Egal ob Rot, Grün oder Grün blinkend... Ein Blick nach rechts, einer nach Links und schnell rüber! (Man beachte die Reihenfolge, angepasst an den Linksverkehr!) Und meistens machen sie sich keine Gedanken darüber, ob man daran etwas verbessern könnte (nur wenige wie dieser Blogger), sondern singen einfach Lieder, wie das einer sehr bekannten und von mir heißgeliebten Komikertruppe (Monty P*****)....


Viel Spaß, bis zum nächsten Mal.....

30.10.2007

Brazil



Gestern abend sah ich mit dem Michau zur Feier des Tages zum bereits zweiten Mal den Film "Brazil" von Terry Gilliam. Warum sich jetzt auch noch die Mühe einer Rezensoin machen, wenn es hier bereits eine hervorragende Kritik zu lesen gibt. Es sei nur soviel verraten: Der Film ist außerordentlich sehenswert, besticht sowohl inhaltlich als auch durch schauspielerische Leistungen und das beste sind wohl die unglaublich fantasievoll abgedrehten Filmkulissen. Ein Film zum Lachen und Erschauern und ganz viel Genießen.

28.10.2007

Coldcut vs. TV Sheriff - World of Evil

Das ist eine schöne Musik, die mir mein Mitbewohner gezeigt hat.
Coldcut vs. TV Sheriff - World of Evil

25.10.2007

Globalisierung mal anders

Ein Gespenst geht durch die Welt. Das Gespenst der Globalisierung.

Ich bin nicht angetreten um sie euch zu erklären. Dazu reicht mein Intellekt bei weitem nicht aus. Da ich aber die üblichen volkswirtschaftlichen Erklärungsmodelle für zu einseitig halte, freue ich mich besonders über die Arbeit einiger Wissenschaftler der Universitäten Sheffield und Michigan. Auf www.worldmapper.org haben sie jede Menge statistischer Daten zusammengetragen (da freut sich das Soziologenherz) und diese auf interessante Weise veranschaulicht.

Grundlage für die Kartogramme der Globalisierung ist eine politische Karte der Welt. Mit dem Unterschied das nicht die Landmasse sondern eine andere statistische Variable die Fläche eines Landes bestimmt. Von der Bevölkerungszahl über Zigarettenexport, von Rüstungsausgaben bis zur Kindersterblichkeit lassen sich über 360 verschiedene Kartogramme abrufen. So entstehen ästhetisch anmutende Bilder, die einen wenn nicht immer etwas neues, dann dennoch die etwas andere Sicht auf Bekanntes zeigen.

Ist im Übrigen auch sehr geeignet als Opener wenn es ums Thema Globalisierung geht.

24.10.2007

Kontemplation

Flüchtend aus der Welt,
begebe ich mich blickend in die nautische.
Wo der Gedanke weit weg von mir fällt,
sehe ich nur noch Aquarienfische.

Die Pflanzen wiegen sich träge im Strom.
Die planktonartigen Algen im trüben Wasser
tragen Druckwellen pulsierend in die uneinsehbaren Tiefen.
Dunkelheit hat des Lebens Besitz ergriffen,
die Welt hört auf sich zu drehn.

Ruhe durchdringt die Stimmung des Raums,
Stillstand wäscht alles Belastende rein.
Es folgt Klarheit und Befreiung,
Abstand und angenehmes Verloren Sein.

Herantastend an die Vorderfront,
gesellt sich ein silbern schuppiger Kamerad zu mir.
Nur ein zarten Atemhauch entfernt,
gleitet es schwerelos herab, das Tier.

Regungslos stehend auf seinen Flossen,
senkt es nur die Kiemen auf und ab,
wobei es ergriffen vom übrigen Rhythmus,
den Herzschlag des Wassers inne hat.

Richtend die Augen auf mein Gesicht,
saugt es mit seinen Blicken die Stimmung in sich.
Unentwegt mich intensiv beobachtend,
durchleuchtet es mein Innerstes.

Gleichsam Verbunden,
bildet mein Gegenüber die beste Reflexion meines jetzigen Zustandes.
Hervor kramend aus den dunkelsten Tiefen,
leuchtet ein weiß transparenter Lichtstrahl durch meine Seele.

20.10.2007

Simpsonize Me!

Auf simpsonizeme.com gibt es seit neulich einen richtig guten Simpsons-Generator, der das Erstellen durch eine recht intelligente Foto-Erkennung komfortabel beschleunigt. Dem entgegen wirkt leider, dass die Beliebtheit des Generators ihn stark verlangsamt, sodass das Basteln je nach Tageszeit auch zum Zeitlupenvergnügen werden kann.

Viel Spaß beim Ausprobieren wünschen Antje und Clemens.

19.10.2007

Manu Chao

Neulich bekam ich eine Cd in die Hände, die mich sofort fesselnd nach 51min 3sek erneut die "play"taste meines Cd-players drücken lies und in mir ein Gefühl des angenehmen sich zurücklehnens hervorrief. Die Rede ist von Manu Chao's neuer Platte "La Radiolina", weswegen ich ein kurzes "Manu Chao Special" einfügen möchte.



Me llaman el desaparecido
Que cuando llega ya se ha ido
Volando vengo volando voy
Deprisa deprisa a rumbo perdido
Ich heiße der Verschwundene
Der wenn er ankommt schon gegangen ist
Fliegend komme ich fliegend gehe ich
Schnell schnell auf verlorenem Kurs
Cuando me buscan nunca estoy
Cuando me encuentran yo no soy
El que está enfrente porque ya
Me fui corriendo más allá
Wenn sie mich suchen bin ich nie da
Wenn sie mich finden bin ich nicht
Der der ihnen gegenüber steht weil
Ich schon weitergelaufen bin
Me dicen el desaparecido
Fantasma que nunca está
Me dicen el desagradecido
Pero esa no es la verdad
Man nennt mich den Verschwundenen
Geist der nie da ist
Man nennt mich den Undankbaren
Aber das ist nicht die Wahrheit
Yo llevo en el cuerpo un dolor
Que no me deja respirar
Llevo en el cuerpo una condena
Que siempre me echa a caminar
Ich trage im Körper einen Schmerz
Der mich nicht atmen lässt
Ich trage im Körper eine Verurteilung
Die mich immer zum Wandern treibt
Me dicen el desaparecido
Que cuando llega ya se ha ido
Volando vengo volando voy
Deprisa deprisa a rumbo perdido
Man nennt mich den Verschwundenen
Der wenn er ankommt schon gegangen ist
Fliegend komme ich fliegend gehe ich
Schnell schnell auf verlorenem Kurs
Yo llevo en el cuerpo un motor
Que nunca deja de rolar
Yo llevo en el alma un camino
Destinado a nunca llegar
Ich trage im Körper einen Motor
Der nie aufhört sich zu drehen
Ich trage in der Seele einen Weg
Mit dem Ziel niemals anzukommen
Cuando me buscan nunca estoy ...Wenn sie mich suchen bin ich nie da ...
Me dicen el desaparecido
Que cuando llega ya se ha ido
Volando vengo volando voy
Deprisa deprisa a rumbo perdido
Man nennt mich den Verschwundenen
Der wenn er ankommt schon gegangen ist
Fliegend komme ich fliegend gehe ich
Schnell schnell auf verlorenem Kurs
Perdido en el siglo
Perdido en el siglo siglo veinte
Verloren im Jahrhundert
Verloren im Jahrhundert 20. Jahrhundert
Quando llegaré
Rumbo al veinti uno
Wann werde ich ankommen
Kurs auf das 21.




Manu Chao besingt schon seit 'ner ganzen Weile die Bühnen dieser Welt, zu seiner durchaus interssanten Biographie gibt's hier ausführliches zu lesen.



Nachdem ihm mit Mano Negra der sog. "Durchbruch" gelang, nannte er sich fortan Manu Chao und brachte zahlreiche Alben und Projekte mit verschiedenen Künstlern auf die Beine, einige bekannte wären Clandestino, Esperanza oder Radio Bemba Sound System. Aus letzterem noch ein Anspieltip:



Nun aber zum angespochenem neusten Werk des singenden, spielenden und reisenden Vielauftreters, La Radiolina. Für viele Kenner und Möger wird es etwas gewöhnungsbedürftig erscheinen, es ist sehr schnell, verdammt gitarrenlastig und bedient einige bei Manu Chao bisher noch nicht gekannte Elemente wie Countryriffs oder Beatmusicsounds.



"In Bagdad its no Democracy, that's just because its a US country" Zu einem anderen video dieses Liedes bitte hier klicken.

In diesem Sinne: Go Masai, für die Welt und Manu Chao bleibt sehr zu empfehlen.

Clemens, bitte verzeih meinen feigen htmlklau...

18.10.2007

Koan

Der Zen-Buddhismus ist keine Religion im üblichen Sinn. Es ist eher der Versuch den Menschen von seinen weltlichen Gedanken zu befreien. Um dies zu erreichen benutzt der Zen-Meister ein Koan. Ein Koan ist eine Art kurze Anekdote oder ein Sinnspruch. Der Zen-Meister spricht ein Koan und sein Schüler meditiert darüber. Auf Laien wirken dieses oft paradox, unverständlich und mitunter auch sinnlos. Trotz seiner vordergründigen Unsinnigkeit und Unverständlichkeit besitzt das Koan einen historischen Kern und intellektuelle Nachvollziehbarkeit. Das in Westen wohl bekannteste Koan, ist die Frage nach dem Geräusch einer einzelnen klatschenden Hand von Meister Hakuin Ekaku.

Im Internet habe ich nur eine gute Sammlung von Koans gefunden, die man sich als pdf downloaden kann. ihr findet sie hier. Sie ist von Meister Toa-hsin. Dazu steht aber im Vorwort mehr.

Jetzt noch den ein oder anderen Leckerbissen damit ihr auch anbeißt und dem Link folgt.

Ein Priester trat vor Tao-hsin und sprach "Ich möchte Gutes tun, aber die Menschen befolgen meine Ratschläge nicht." Tao-hsin schlug ihn ins Gesicht. "Das tat gut!"

Oder auch

Als Tao-hsin spazieren ging, fragte er einen seiner Begleiter, Hung-jen, "Ruhe oder Bewegung?" Hung-jen antworte nicht gleich, woraufhin Tao-hsin sagte "Keine Ruhe, keine Bewegung." Später fragte ein anderer Schüler Hung-jen, was der Lehrer damit sagen wollte. Hung-jen sagte "Ich denke er wollte uns sagen, dass der Geist immer aktiv ist, und doch in sich ruht." Als Tao-hsin von diesem Gespräch erfuhr, liess er Hung-jen zu sich rufen und sagte "Du bis ein guter Schüler, aber ein schlechter Lehrer." Daraufhin fragte Hung-jen "Was hättest du an meiner Stelle geantwortet?" Tao-hsin erwiderte "Keine Ruhe, keine Bewegung."

Und vielleicht noch etwas paradoxer

Als ein alter, gelehrter Mann Tao-hsin fragte "Hat all das Suchen nach dem Weg einen Sinn?" antwortete dieser "Wer sucht wird nichts finden, wer nicht sucht wird auch nichts finden. Was ist der Ausweg?" Der Gelehrte war verdutzt und verliess Tao-hsin. Später sagte Tao-hsin "Bereits haben."

14.10.2007

Photoshooting mit Ändy



Letzen und diesen Sonntag haben Ändy und ich des Müllers Lust neu entdeckt und einige Orte aufgesucht, um Dresdens Heimatkunst zu besichtigen. Das Ergebnis sind 44 Fotografien von bunten und chromfarbenen Produktionen. Nach unserem Besuch der Hall of Fame am Trinitatisplatz letzte Woche haben wir uns heute etwas mehr vorgenommen und sind auf der Königsbrücker Straße stadtauswärts marschiert, wobei wir so manches Mal vom Weg abgekommen sind und teilweise unwegsames Gelände an ruhigen Teilen der Bahnlinie inspizierten. Entschlossen haben wir uns stets den Weg gebahnt durch dichtes Gestrüpp und Schilder mit der Aufschrift "Betreten verboten!" immer nur beim Herausgehen entdeckt. Nicht schlecht gekuckt hat der pausierende Truckerfahrer, als zwei ganz und garnicht homosexuell aussehende Jünglinge durch das Dickicht aus dem Nichts in seine Tankstellenrast empostiegen. Mit einem Klick auf die obige Grafik gelangt ihr zu den Bildern und wer sich dafür interessiert, der sollte sie sich herunterladen, da die Picasa-Gallerie aus Gründen des begrenzten Speicherplatzes vielleicht nicht für immer da sein wird.

Podolski Interview

Dieser Mann ist ein Kunstwerk, danke michau für den Tip.

12.10.2007

Das Mitbewohnerroulette

Das Mitbewohnerroulette (MR) ist ein Spiel, dass von allen beteiligten Seiten als Abenteuer aufgefasst wird. Die soziale Aktivität und der Umgang mit dem Fremden machen den Reiz dieses Spieles aus. Die Regeln sind einfach, aber Verstöße werden hart geahndet.

Ich hatte die Ehre MR nur bereits das dritte Mal zu spielen. Ein Mal als Besucher und zwei Mal als Bewohner, aber dazu später mehr. Dabei habe ich einige Beobachtungen gemacht, die in Folgenden schildern möchte. Im speziellen gehe ich auf die Ereignisse dieser Woche ein.

Um MR spielen zu können braucht man einige Dinge, die ihr euch besorgen müsstet. Da wäre zum einen die Wohnung um die es in Grunde genommen geht, das Objekt der Begierde. In dieser Wohnung muss ein Zimmer frei sein oder frei werden. Dieses Zimmer ist der Einsatz den die Bewohner setzen. Zum anderen braucht ihr einen Ort an dem die Bewohner ihren Einsatz bekannt geben können. Das Internet bietet eine hervorragende Plattform dafür. Wer aber auf die altmodische Art mit der Annonce am schwarzen Brett besser zu recht kommt, dem sei hier gesagt dass das Ergebnis ähnlichen Charakter hat wie das übers Internet. Und damit beginnt das Spiel auch schon.

Haben die Bewohner eine Anzeige aufgegeben hat das Spiel begonnen. In meinen Fall hat das Hanna übernommen. Hanna zieht nämlich aus und ihr Zimmer wird frei. 24m² mit Fenstern nach Osten und Süden für warm 225€, in einer 100m² Wohnung die man sich zu dritt teilt. Katha ist meine zweite Mitbewohnerin und damit die zweite Stimmberechtigte neben mir. Wir sind beide Studenten und die Wohnung ist 300m von der Uni entfernt. Weitere Vorzüge der Wohnung sind eine Waschmaschine, eine Spülmaschine, eine Hausbar, ein Balkon auf der Ostseite und damit ist er prädestiniert zum Frühstücken.

Ich bin Sonntagabend aus Dresden zurückgekehrt und das Spiel hat bereist begonnen. Nicht für mich, aber für die Besucher. Sie mussten sich bei uns melden und einen Besichtigungstermin vereinbaren. Manche Leute haben einfach kein Gefühl für das Studentenleben. Ich wurde am Dienstag um halb zehn wach geklingelt, weil irgend so ein Klaus, ein Psychologiestudent im ersten Semester, einen Termin ausmachen wollte. Dieser grobe Formverstoss zeugt von wenig Taktgefühl und Klaus war aus dem Rennen. Ganz wichtig für die Besucher und das erste Fettnäpfchen, Niemals vor 12 anrufen. Dienstagabend sind dann die ersten gekommen. Hanna war nicht sehr clever und hat vier Leute im Viertelstundentakt antanzen lassen. Minimum ist eine halbe Stunde. Nicht weil man mit jedem eine halbe Stunde reden will, sondern weil Pünktlichkeit auch nicht mehr die deutsche Tugend ist, die sie mal war.

Es klingelt. *blirr* Man hört die Schritte im Treppenhaus. Da wir im 2.OG wohnen sind alle Ankömmlinge etwas außer Atem, aber nur ein bisschen. Die Begrüßung ist immer die Selbe.

„Hallo, ich bin der/die Stefan/Maxi/Katharina/Ute/Catha/Ines/Sebastian/Chistian/Marion.“

„Hallo, ich bin der Michael. Komm doch rein. Kannst die Schuhe anlassen.“

Man zeigt das Zimmer, die Wohnung und die anwesenden Bewohner stellen sich vor. Alles wird begutachtet, bestaunt, betrachtet und entdeckt, aber es wird auch beanstandet, bezweifelt, verhöhnt und gelegentlich auch verspottet, von beiden Seiten natürlich. Nebenbei entwickelt man ein Gespräch. Fragt irgendwelche Dinge die man ja doch nur wieder vergisst. Die sich bislang Fremden lernen sich also kennen.

Ich möchte jetzt bewusst auf eine Schilderung der einzelnen Besucher verzichten, da es mich langweilen würde etwas der Art lapidares und der Form unästhetisches schreiben zu müssen. Es sei aber soviel verraten dass Ute und Marion das Rennen gemacht haben und Ute das Zimmer nun bekommt. Damit verschwinden die Dinge von Hanna, also ein Berg an Schuhen, Dekozeug überall in der Wohnung und Handtücher in Farben die ich vorher noch nie gesehen habe. Was Ute mitbringt weiß ich nicht, auch nicht ob sie kochen kann oder wie lange sie morgens im Bad brauch oder ob sie raucht. Es ist erstreckend wie wenig man über eine Person weis mit der man sich eine Wohnung teilen wird und die dadurch zum näheren sozialen Kreis gehört. Grundlage der Entscheidung ist ein Gespräch von knapp zehn Minuten Länge. Was kann man den in zehn Minuten von einem Fremden erfahren? Und der Besucher will ja auch was von mir erfahren. Ich sage euch man kann eine Menge erfahren. Nicht spezielle Eigenschaften oder Vorlieben. Aber das Auftreten und die Art wie Fragen gestellt werden zeigen doch einen Teil des Menschen der nicht unwesendlich für ein gutes Zusammenleben ist. Diese willkürliche Vergabe von Sympathie an Fremde erscheint mir durchaus als ein geeignetes Mittel zur Bestimmung des besten Bewerbers. Ich habe jedenfalls nur gute Erfahrungen mit dem MR gemacht.


Zum Schluss noch einige Weisheiten zu denen mich MR inspirierte. Man muss MR spielen damit es einen belohnt, denn ohne Einsatz, kein Gewinn, und wer das Gute will, der stelle sich den Bösen.

07.10.2007

Für Ästheten

Da ich diesen Sommer nicht wirklich Ferien im Sinne frei verfügbarer Zeit und viel Urlaub hatte, besuchte ich vergangene Woche für ein paar Tage Freunde in Köln. Einer Stadt voller architektonischer Frevel, aber viel Kunst und Kultur in diesen 'Prachtbauten'...

Unter anderem schauten wir uns eine Ausstellung von Daido Moriyama an, einem japanischen Fotographen, der seit Mitte der 60- iger Jahre Photos schießt, die ich echt unglaublich fand.
Es sind meist Stadtportraits, Menschen, die ihm vor die Linse kamen oder architektonische Details die seine Photos bestimmen. Es sind Momentaufnahmen ohne professionelle Beleuchtung oder lange Zeit für die Bildgestaltung. Trotzdem strahlen diese Bilder eine enorme Ästhetik und Kraft aus. Teilweise sind es keine technisch perfekten Photografien, aber das 'was und wie' spricht eine eigene, wie ich finde, wunderschöne Sprache.
Hier finden alle Interessierten mehr: http://www.moriyamadaido.com/
Ich wünsche Euch einen guten Start ins Wintersemester....und totzdem Zeit für die schönen Details des Lebens.

06.10.2007

Buck 65 - Phil

Nennt es Kitsch oder einfach nur schön, Phil ist der Vorname der Philosophie und Buck 65 ist ein Künstler, der in meinem Kosmos unter konstanter Bewunderung steht.


(Wenn Video nicht abspielbar, hier Direktlink.)

Inhaltliche Übersetzung (lässt von der Poesie leider nichts übrig):

twenty some years is a long walk
even if it's not in a straight line
you see a lot of things in the distance
you know what they say about great minds
Etwa 20 Jahre sind ein langer Weg
Auch wenn er nicht geradeaus geht
Du siehst vieles in der Ferne
Du weißt, was sie über große Köpfe
sagen
you and i think about the same things
dream the same dreams, play the same games
we started out in the same place
believe it or not, we got the same names
Du und ich denken über die gleichen Dinge nach
Träumen die selben Träumen, spielen
die selben Spiele
Wir haben im selben Ort begonnen
Glaub es oder nicht, wir haben die
selben Namen
everything happens for a good cause
whether it be victory or loss
and the road may turn into a runway
but you'll know what to do someday
Alles passiert mit gutem Grund
Sei es Sieg oder Niederlage
Und die Straße kann zur Rennstrecke werden
Aber eines Tages wirst du wissen, was
du tun sollst
trust me, i've seen it all before
i've climbed to the tops of the tallest trees
to get away from the deep water
to find a touch of the smallest breeze
Glaub mir, ich habe es alles schonmal gesehen
Ich bin auf die Gipfel der größten Berge gestiegen
Um vom tiefen Wasser wegzukommen
Um einen Hauch der kleinsten Briese zu spüren
you'll find a girl with a low voice
who holds the world in her bare hands
you'll fall in love, you'll have no choice
once you were given a fair chance
Du wirst ein Mädchen mit tiefer Stimme finden
Die die Welt in ihren Händen hält
Du wirst dich verlieben, du hast keine Wahl,
sobald du eine faire Chance bekommen hast.
for the first time you will sleep well
take a deep breath, see the sunshine
hold on to her for dear life
then watch the whole world unwind
Zum ersten Mal wirst du gut schlafen
Tief einatmen, den Sonnenschein sehen
Bleibe ihr das Leben lang treu
Und sie die ganze Welt sich entfalten
ask her to show you some magic
and i guarantee that she will say yes
tell her you've seen forever
and you'll be together not a day less
Bitte sie, dir etwas Magie zu zeigen
Und ich versichere dir, sie wird ja sagen
Sag ihr, du hast die Ewigkeit gesehen
Und ihr werdet nicht einen Tag weniger zusammen sein.
just know until that time comes
and after you cross that first mile
that the hardest part is behind you
and all of the pain will be worth while
Wisse, bis dieses erste Mal kommt
Und nachdem du diese erste Meile überwunden hast
Liegt der schwerste Teil hinter dir
Und all der Schmerz hat sich gelohnt
from storm clouds come angels
let pain give you pleasure
from dirt roads grow flowers
when faith can't be measured
Von Sturmwolken kommen Engel
Lass Schmerz dir Erfüllung geben
Von staubigen Straßen wachsen Blumen
Wenn der Glaube unbegrenzt ist