Shake your Style.

14.03.2010

Was denkt ihr?

Ich beobachte oft, dass wenn wir in den Kommentaren Standpunkte austauschen, am Ende nur ein unübersichtlicher intensiver Wust von Missverständnissen dasteht.

Nun könnte man sagen, dass Blogger eben einfach mal nicht dafür gedacht ist, sich so auszutauschen. Ich finde aber, dass sich unsere Platform nach uns richten sollte und nicht umgekehrt.

Deswegen dachte ich darüber nach, eventuell auf wordpress.com zu migrieren, da gibt es ein mehrstufiges Kommentarsystem. (Ein weiterer Vorteil wäre natürlich, dass es nicht zu Google gehört und wir mit Wordpress offene Software nutzen und unterstützen würden...)

Wie denkt ihr darüber?

12.03.2010

Gedicht des Monats

Bei Dichters (1925)
von Erich Weinert (1890-1953)

Neulich war ich bei Dichters eingeladen
Da roch es nach Lorbeern und Gesprächen mit Gott.
Es gab lyrische Hammelkarbonaden
Und hinterher Aphorismenkompott.

Herr Dichter sprach über die letzte Schaffensepoche
und kaute gedankenvoll Petersilie.
Es kam mir vor wie ein Bild aus der Woche:
Der Dichter im Kreise seiner Familie!

Frau Dichter machte in Seelenergüssen
Und sprach, als Herr Dichter mal austreten ging,
Von der Tragik derer, die dichten müssen.
Worauf sie noch mal mit Kompott anfing.

Nach Tisch kamen noch zwei weitre Genies,
Beide mit katafalkischen Mienen,
Aus denen sich unschwer erkennen ließ:
Es lebte die gleiche Tragik in ihnen.

Herr Dichter schob uns in seine Zelle.
Da war er eben von seinem Drama genesen.
Wir lagerten uns pittoresk an der Quelle.
Herrn Dichter drang es was vorzulesen.

Und er las, bis seine Bronchien pfiffen,
Die lautesten Stellen aus jedem Akt.
Wir saßen finster und angegriffen,
Von seiner starken Dynamik zerhackt.

Dann klappte er zu, mit verhängten Pupillen.
Frau Dichter schmolz über seine Knie.
Im Dunkeln funkelten hörnerne Brillen,
Die räusperten was von Kosmosophie.

Hierauf traten die andern Herrn aus dem Schatten.
Manusskipte wurden heftig gezückt,
Die sie alle zufällig bei sich hatten.
Und jeder las nun den eigenen Konflikt.

Herr Dichter saß ganz von oben runter,
Das geschlossene Auge nach innen getunkt.
Doch die andern wurden gewaltig munter
Und deklamierten geballt, ohne Reim und ohne Punkt.

Das eine Genie kriegte tragische Inspiration,
Die eine Hand im Klavier, die andre am Schlipse,
Und melodramete lyrisch und kakophon.
Es war eine schauerliche Apokalypse.

Dann redeten sie mit verstauchten Manschetten:
Sie wären innerlich aus Kristall,
Und wie sie dauernd mit Gott zu ringen hätten
Und glühend dahinzuschweifen durchs All.

Ich bin leise weinend davongelaufen.
Mir hing schon die ganze Seele raus.
Denn so viel Tragik auf einem Haufen,
Das hält die beste Gesundheit nicht aus.

10.03.2010

auch schon ein Klassiker

Mitlerweile ist es zehn Jahre her dass die Hamburger Hip Hop-crew Eins Zwo in das Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit trat. DJ Rabauke und Dendemann haben zusammen einige gute und noch mehr sehr gute Track zur deutschen Hip Hop-Landschaft begetragen. Daher jetzt Hand auf´s Herz, einfach der guten alten Zeit wegen...

05.03.2010

"erscht wors marx, dann wors murks"

Ende Jenner, wie die österreichischen EU- Mitbürger so schön zu sagen pflegen, begab es sich, das sich meine Bildhauerklasse und ich, wir uns, könnte man sagen, ins Nachbarland Östereich begaben. ......Ich hör grad Ratatat, das lenkt ein wenig ab beim Schreiben.
Vielleicht sollte ich’s ausmachen, wobei dies schade um die schöne Musik wär. Nun ja, is
nie einfach manchmal. Ich wart einfach bis es alle is...... Auf jeden Fall sind wir genauer gesagt nach Seefeld, den Langlauf- touri-ort, mag ihn jemand kennen oder nicht, dies spielt für den weiteren Verlauf der Ausführung keine Rolle, genauer gesagt nach Leutasch, einen Rentnertouri-Ort neben dem Langlauftouri-Ort, gefahren. Um was dort zu tun?
Wer weiß das schon...
Ich zufällig: Des Schneeskulpturenbauens, oder –schöpfens oder wie immer man es nennen mag wegen. Man spricht hier von einem Kost-und Logieauftrag, da wir kostenfrei in Hotels wohnten und aßen und diesen Instituten, im Gegenzug könnte man sagen, ein Schneegebilde vor bewohntes Objekt schufen, bzw. abtrugen, man spricht hier und im allgemeinen von einer Skulptur, da Material abgetragen wird, sei es Holz, Stein, oder aber besagter Schnee. Gegensätzlich verhält es sich beim Begriff der Plastik. Ich werde jenen Begriff in diesem Falle vermeiden, da eine Plastik sich charakteristisch von einer Skulptur klar durch „auftragende“ Arbeitsweise, namentlich das Auftragen von Ton, Schamotte oder Knete, unterscheidet. Natürlich bestehen auch fließende Übergänge, ferner ist jedes Ding diesem fließenden Übergang unterworfen. Doch dies ist Teil einer alleinstehenden Betrachtung phliosophischer Art.
Das Fertigen von Schneeskulpturen ist in Seefeld und Umgebung nicht im Geringsten ein einmaliges Ereignis, sondern erfreut sich einer langjährigen Tradition.
Um die Arbeitsweise näher zu beleuchten bedarf es gewisser Vorkenntnisse. Schnee besteht
Zu einem ganz überwältigenden Teil aus Schneeflocken. Schneeflocken, das sind gefrorene
Eiskristalle in ihrem äußeren vielfältigster Natur. In unserem Falle waren die Schneeflocken
zu einem Cubus der Maße 2,50m auf 2,50m auf 2,50 m aufgehäuft, will heißen aufgetürmt und, und jener Fakt ist von größter Wichtigkeit –zusammengepresst-. Eine folgliche Zerstörung massenweiser Schneeflocken ist anzunehmen und rein rechtlich nicht auszuschließen. Dies tut hochgradig interessanterweise jedoch rein gar nichts zur Sache.
Die Form des Cubus ergibt sich aus der Stellung der vier Schalungswände aus Metall zueinander. Schalungswände werden üblicherweise im Tiefbau verwendet.

Das Bearbeiten des Blockes nun erfolgte durch stoßweises Abtragen des Materials durch
vornehmlich Spaten und Äxte. Ferner ist es möglich größere Brocken Schnees mit einer Kettensäge vom Block zu lösen. Hierbei sei Vorsicht geboten!
Weitere Arbeitsmittel sind Leiter, Eimer, Meterstab und Farbe. Wenn vorhanden, sei eine Schneereibe zu verwenden.
Vor Beginn wurden durch jeden Schüler Modelle aus Gips hergestellt, zum frei interpretierbaren Thema: Olympische Jugendolympiade. Die Fachlehrerschaft wählte aus allen fünf Modelle aus, welche später ihre Verwirklichung in Schnee finden durften. Die Schöpfer der nichtgekürten Modelle fristeten ihr Dasein in Seefeld als Handlanger und hatten ihre Meister gefunden.


Am Rande bemerkt sei, dass eine jener Sklupturen Schlagzeilen machte, aber lest selbt:

http://tirol.orf.at/stories/421508/
http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Aus-aller-Welt/Artikel,-Junge-von-Schneeskulptur-verschuettet-_arid,2069244_regid,2_puid,2_pageid,4293.html

und selbst in england und autralien:

http://www.mirror.co.uk/news/top-stories/2010/02/09/boy-3-left-in-coma-by-falling-snowman-115875-22028910/
http://www.dailymail.co.uk/news/worldnews/article-1249360/British-toddler-coma-crushed-giant-snowman-skiing-holiday.html

und und und...wen es interessiert, einfach mal schneeskulpturen leutasch eingeben...


Mein Handlanger P.G. und ich orientierten uns am Nüschel aus Chemnitz, mit der Intension, dass Österreich schon lange mal wieder nen Marx nötig hätte und dieser bei der Jugendolympiade den moralischen hintergrund bilde. Dazu sei vermerkt: er war ne wahre „Ossi-bremse“ und die Leute schmückten ihn die 4 Tage mit den allerfeinsten Kommentaren....auch kritische stimmen gab es zwei. ein alter mann ging schnell vorbei und konnte sich den kommentar: schade um die schöne arbeit nicht unterdrücken, und in einer nacht und nebelaktion wurde herrn marx die unterlippe zwischenzeitlich abgepullert.

Doch trotz dessen entstanden fünf famose Arbeiten gänzlich unterschiedlichen Charakters:

Schlittenhunde


























Olympia mit Feuer

















Sumoringer



























Ute und der Schlittschuh



























Porträt eines Skifahrers


























marx vs. reiffeisenbank:





























04.03.2010

how to roll a joint

Filter

Tabak

Feuerzeug!

merge

roll

smoke

22.02.2010

Vorsicht! Betrug!

Betrug ist vermutlich die simpelste Form von Kriminalität. Den Betrüger als Kriminelen gab es wohl schon immer und es wird ihn wohl immer geben. Eine Masche die mir von betrogenen Studenten berichtet wurde ist das "kostenlose" Zeitschriftenabo.
Eine scheinbar erfolgreiche Betrügerbande macht mit der Zeitschriftenmasche zur Zeit in Baden-Württemberg auf sich aufmerksam. Sie hat jetzt sogar den Weg in die Zeitung geschaft. Ihre Masche läuft so ab:
"Die Leute (die Betrüger) − die sich selbst als Mitarbeiter des Deutschen Video Rings vorstellten − hatten gefragt, ob er helfen würde, Jugendliche zu unterstützen. Man (der Betrogene) bekomme acht Wochen lang ein Zeitschriften-Abo seiner Wahl gratis, und am Ende dieser Zeit solle man eine Karte ausfüllen, ob man mit der Zustellung zufrieden war. Mit Einsenden der Karte sei das Abo automatisch gekündigt. Zweck sei es, die Schüler, die als Austräger arbeiten wollen, zu testen, ob sie die Zeitschriften wirklich zustellen." Quelle
Mit der Unterschrift hat man dann ein 12-Monats-Abo am Hals.

Diese Masche ist doch völlig durchsichtig, weswegen ich euch ihre Schwachpunkte zeigen möchte. Was stimmt an dieser Geschichte nicht?
1. Dass ein Mitarbeiter der Deutschen Video Rings ausgerechnet Zeitschriftenabos verteilt scheint mir etwas abwegig zu sein. Diese Leute interessieren sich meiner Erfahrung nach eher dafür ob man DVDs ausleiht oder ob man kostenlose Videostreamangebote im Internet nutzt usw.
2. Der Arbeitgeber der sich der Arbeitsmoral seiner jugendlichen Zusteller nicht sicher ist, könnte doch einfach einige langjährige Abonenten per Brief anschreiben und sie über Probleme bei der Zustellung befragen. Das wäre billiger und zuverlässiger als irgendwelche Leute auf die Straße zu schicken und sie kostenlose Zeitschriften verteilen zu lassen.
3. Zeitschriften werden für gewöhnlich mit der Post zugestellt und nicht wie behauptet von Schülern verteilt. Schüler verteilen eher Lokalblätter mit amtlichen Bekanntmachungen oder Anzeigenblätter oder Werbeprospekte.

11.02.2010

Gedicht des Monats

von Eugen Roth (1895-1976)

Das Schnitzel
Ein Mensch, der sich ein Schnitzel briet,
Bemerkte, daß ihm das mißriet.
Jedoch, da er esselbst gebraten,
Tut er, als wär es ihm geraten,
Und um sich nicht zu strafen Lügen,
Ißt ers mit herzlichem Vergnügen.

08.02.2010

Familie Romeike

Schon seit einigen Jahren spukt dieser Familienname durch die Medien. Es geht darum dass die Familie Romeike sich der staatlichen Schulpflicht widersetzt und ihre Kinder zu hause unterrichten will. Nach jahrelangen Kampf gegen die Behörden ist die Familie in Jahr 2008 in die USA übergesiedelt. Letzter Akt der Geschichte ist nun dass Familie Romeike höchstrichterlich den Status von politisch Verfolgten angerechnet bekamen und somit politisches Asyl in den USA beantragen können. Die ganze Geschichte könnte durchaus als Vorlage für einen Film oder ein Theaterstück dienen in dem an Ende mit reichlich Pathos die amerikanische Fahne geschwenkt wird und der Freiheit als höchstes Gut in den USA gehuldigt wird.

Unabhängig von der theatralischen Dimension des Ganzen, ist mir doch aufgefallen das die hiesigen Medien eine sehr einseitige Darstellung pflegen. Stellvertrettend soll hier dieser Artikel her halten. Anfangs war ich ähnlicher Meinung. Es ist aber meistens besser sich mit einer Meinung zu beschäftigen die nicht der eigenen entspricht, da dies ein guter Weg ist geistige Einseitigkeit zu verhindern und so begab ich mich auf die Suche nach Andersdenkenden, mit Erfolg. Das ef-Magazin (eigentümlich frei) hat ein sehr interesantes Fazit gezogen, dem ich nach reichlicher Reflexion eine Menge abgewinnen kann.

Im übrigen finde ich das politische Asyl durchaus gerechtfertigt, denn wenn eine Familie Jahre lang von von Behörden gepiesakt wird, nur weil sie eine andere Überzeugung (in Bezug auf die Bildung ihrer Kinder) hat gefüllt das voll und ganz den Tatbestand der politischen Verfolgung.

07.02.2010

Andi - dem Bösen auf's Maul

Vor ein paar Wochen bin ich auf ein wirklich putziges Comic gestoßen: Andi - Tage wie dieser. Schaut's euch an, eigentlich erübrigt sich jedweder weiterer Kommentar. Doch eines: Wenn gescheiterte Politikwissenschaftsstudenten mit Buntstift und Fineliner Amok laufen, dann kommt wohl sowas bei raus. Auf freundliche Nachfrage von NRW-Innenminister Ingo Wolf (CDU).


Na gut, so viel sei noch gesagt: Ich habe prinzipiell nichts gegen die zum Zwecke politischer Bildung Minderjähriger vereinfachte Darstellung politischer oder gesellschaftlicher Phänomene, aber hier geht's mir doch deutlich zu weit. Das Ganze ist wieder einmal dermaßen realitätsfern, wer soll damit denn erreicht werden? "Eisenheinrich"... Ich fass es nich.

06.02.2010

2 freshe Musikvideos aus Südafrika

// Die Antwoord - Zef Side



// Jack Parow - Cooler as Ecke

22.01.2010

Haiti

Vor ein paar Tagen habe ich einen sehr guten Kommentar zum Thema Haiti gelesen, den ich euch nicht vorenthalten möchte. Er fasst all das zusammen, was mir dazu im Kopf rumschwirrt. Auch möchte ich noch einmal auf den hervorragenden Dokumentarfilm 'Ghosts of Cité Soleil' verweisen.

Eine Naturkatastrophe trifft auf eine Dauerkatastrophe. Ist für mich in etwas so, als wenn auf der Intensivstation für unheilbar Kranke das Licht ausgeht. Und nichts anderes ist Haiti, eine verdammte Katastrophe. Eine nicht endende Geschichte des Leides und der Desillusion, eines jener hervorragenden Beispiele einer gescheiterten postkolonialen Gesellschaft. Die ZDF-Spendengala (eine 'Spendengala', man muss sich dieses Wort einmal auf der Zunge zergehen lassen) mit Gottschalk schafft fast 20 Mio. Euro, hahaha. Wenn's den Wohlstandsmuttis mal wieder im Arsch juckt...

Ich selber muss jedenfalls feststellen, dass mich die Folgen des Erdbebens vollkommen kalt lassen (aus dem Grund jenes fortwährenden Desasters dieses Landes und der alltäglichen Tragödie auch ohne Naturkatastrophe) und mich vielmehr diese mit nichts anderem als scheinheilig zu bezeichnende Aufmerksamkeit und Spendenbereitschaft und Anteilnahme (auch hier in Mexiko) furchtbar ankotzt. Weltschmerz bitte nur nach Erdbeben und zu Weihnachten.

11.01.2010

DIE BLUMENINSEL

Heute morgen wurde den Schülern des dritten Lehrjahres der Schnitzschule für Holzbildhauerei und Schreinerei des Berchtesgadener Landes um 9:21 durch den Berufsschullehrer, nennen wir ihn Herrn F. Agapius B., dieser Arte- Mitschnitt gezeigt. Er benutzte dazu einen etwa 30 Jahre alten Fernseher,ein Videogerät samt selbstbespielter VHS- Kassette und eine Fernbedienung, welche er mit seinem Greifdaumen bediente. Er fügte hinzu, der Kurzfilm "Die Blumeninsel" hätte schon viele internationale Preise gewonnen....

In diesem Mitschnitt wurden leider die drei einleitenden Sätze entfernt, welche da hießen:

Dies ist keine Fiktion.
Die Blumeninsel gibt es wirklich.
Gott gibt es nicht.

Viel Spaß!

06.01.2010

Comfort Fit - Bit by Bit

Zum Jahresbeginn ein paar entspannte Klänge. Dank an Georg F für dieses akustisch Gold in Stil von flying Lotus. Dazu ein Video bei dem das Auge garnicht alles entdecken kann...

05.01.2010

Hinweis: Nutzt die Feeds

Im Leben unseres Blogs ist es schwierig auf dem Laufenden zu bleiben (besonders in Zeiten wie diesen, wo wenig veröffentlicht wird).

Dabei ist es zum einen gut, über neue Kommentare informiert zu werden (was momentan etwas unelegant per Mail passiert) und zum anderen (wie Ändy mich neulich fragte) wäre es auch schön über neue Artikel informiert zu werden.

Nun letzteres ist per Mail nicht automatisierbar. Aber per Feed. Daher möchte ich nochmal mit einem kleinen Seitenhieb auf meine Feedschwärmerei hinweisen. Und auf die Tatsache dass es getrennte Feeds gibt, mit denen ihr auch in Zeiten des seltenen Postens euren Baroqueoverview behaltet (jenachdem welches Format euer Reader liest):

Feeds für Posts:
Atom 1.0: http://blogname.blogspot.com/feeds/posts/default
RSS 2.0: http://blogname.blogspot.com/feeds/posts/default?alt=rss

Feed für Kommentare:
Atom 1.0: http://blogname.blogspot.com/feeds/comments/default
RSS 2.0: http://blogname.blogspot.com/feeds/comments/default?alt=rss

Wenn ihr euch mal dran gewöhnt werdet ihr sehen, dass Feedreader (ich wiederhole mich) eine super effektive Sache sind.

04.01.2010

Soziale Netze: Hohe Gefahr trifft niedriges Niveau

Die etablierten sozialen Netzwerke kotzen mich zunehmend an, sodass ich meinem Unmut hier einmal Luft machen möchte.

Um dem Text etwas Struktur zu geben, habe ich meine 5 Problempunkte mit A-E bezeichnet.

A: Niedriger technischer Nutzen

Betrachten wir Facebook. Die Funktionen dieses Dienstes sind im wesentlichen folgende:

1. Kommunikation über Textnachrichten,
2. Kontaktverwaltung,
3. eigene Webpräsenz.

Zunächst mal stellen wir also fest, dass das Internet nicht um etwas fundamental neues bereichert wurde. Vielleicht ist das Raffinierte die Verpackung: Eine Web2.0-Anwendung die dem Benutzer ein soziales Netzwerk simuliert. Die Personen aus dem Leben werden zu Items eines Internetdienstes. Problem: Die Personen aus dem Leben nehmen dies verschieden wahr, verschieden ernst, sind Menschen und teilweise garnicht vertreten. Wie der Mann mit Bart in Michaus Post gesagt hat, geht der Trend in Richtung Partizipation. Die Benutzer müssen an der Stange gehalten werden, ständig irgendetwas zu tun. Allerdings bleibt dieses Tun meist ohne Resultate, denn sie pflegen keine Freundschaften sondern bedienen einen Dienst, d. h. beschäftigen sich selbst auf abstrakte Art.

Betrachtet man die nüchterne Aufzählung der Funktionen 1.-3. so schlussfolgere ich, dass die Personen, die Facebook nutzen, entweder

a) der beschriebenen Illusion unterliegen, oder
b) unsicher im Umgang mit den viel besseren technologischen Alternativen sind (1. Email, 2. Kontaktverwaltung eines Mailprogramms, 3. eigene Internetseite), oder
c) unsicher mit deren Organisation sind (Alles in einem ist „praktischer“), oder
d) Isolation fürchten.

B: Verdrängung dezentraler Alternativen

Punkt d) ist gefährlich und nicht unplausibel. Dienste wie schüler.cc oder schuelervz für Minderjährige sind inzwischen Standard-Kommunikationsplattformen junger Menschen zwischen 13-16, Facebook macht der Emailtechnologie erhebliche Konkurrenz, auch in meinem Freundeskreis gibt es Leute, die deswegen kaum per Email erreichbar sind.

Nochmal im Klartext: Abgesehen davon, dass soziale Netze (A:) in ihrer reinen Funktionalität also recht rückständig sind, liegt ein Kernproblem darin, dass es keine dezentralen Technologien sind (wie Email) sondern ein Dienst. D. h. das ganze Netz hat einen Betreiber der (B:) die Kommunikation auf gewisse Weise monopolisieren möchte. Wenn ich eine Email verschicke, nutze ich auch einen Dienst (z. B. gmx.de) aber ich zwinge niemanden anderen, diesen auch zu benutzen.

Was mich darüberhinaus sehr beschäftigt, sind die datenschutztechnischen Aspekte im Zusammenhang mit sozialen Netzen.

C: Missbrauch nicht personenbezogener Daten durch profiler

Eben dadurch das das entsprechende Netz das ich benutze ein Dienst ist, laufen alle Aktivitäten über die Anwendung (z. B. die Facebook-Seite). Der Betreiber kann meine Aktivitäten registrieren, das ist generell etwas ganz normales, aber im Falle sozialer Netze sollte man dieses Registrieren aufgrund der Intimität der Aktionen eher als Ausspähen bezeichnen.

Wenn wir das Thema Datenschutz und Überwachung anschneiden, laufen wir Gefahr uns in Phrasen oder Verschwörungsparanoia zu verlieren. Da ich es trotzdem nicht auslassen will, möchte ich auf den angenehm lesbaren Artikel „Wie erklär ich's Omi?“ auf den Seiten 08-13 in diesem Heft der Datenschleuder des CCC verweisen. Besonders wichtig ist mir dabei die Gefahr durch profiling (siehe der Unterabschnitt auf Seite 9), also dass auch das Sammeln von Daten „ohne persönlichen Bezug“ in großen Mengen herangezogen wird, um (nicht nur) wirtschaftlich auswertbare Wahrscheinlichkeitsaussagen zu gewinnen. Solche „anonymen“ Daten der Art „Personen die X tun, tun auch Y.“ ermitteln wirtschaftliche Interessengruppen auf dem Sektor des Kaufverhaltens seit Jahren mit irgendwelchen Bonuskarten-Programmen. Auf der Ebene von Facebook & Co. finden wir aber plötzlich immense Quellen für Statistiken mit viel persönlicheren Inhalten. Die Nutzer stimmen dem Verkauf ihrer „anonymen“ Daten zu, die ja sogar bereits digital sind.

D: Missbrauch öffentlicher personenbezogener Daten

In einer Studie wurde 2009 gezeigt, dass Anbieter, die in sozialen Netzen Werbung schalten, die Daten von den dargestellten Profilen abrufen können, teilweise durch Verfolgungsmechanismen, teilweise durch Programmfehler in den sozialen Netzen und teilweise durch direkte Kooperation. Gegenstand waren 12 populäre Netze (u. a. Facebook, Myspace und Twitter).

Manche erinnern sich vielleicht noch an den "Skandal" um den "Datenklau" bei SchülerVZ der darin mündete, dass ein 20jähriger junger Mann sich in Folge eines ungeklärten Erpressungsvorwurfs ihm gegenüber das Leben nahm. Der Täter hat nichts weiter gemacht, als ein Programm geschrieben, dass die SchülerVZ-Seiten automatisch abruft und Informationen speichert. Er ist also nirgends "eingedrungen", sondern hat nur automatisiert erfasst. Er hat das aufgesammelt, was andere im Netz liegen lassen (D). Wahrscheinlich wäre das nichtmal strafrechtlich verfolgt worden.

E: Genereller Datenmissbrauch

Dass aber (E) auch die verborgenen personenbezogenen Daten nicht sicher sind, zeigt der prinzipielle Vorbehalt: Es gibt keinen sicheren Computer und digitale Daten sind praktisch beliebig reproduzierbar. Daraus folgt, dass es das dümmste ist, massenhaft sensible Daten auf einem einzigen Computer zentral und gut sortiert zu speichern. Trotzdem helfen viele fleißig mit. Was erstmal wie das Totschlagargument der Hacker-Ethik klingt, verliert ganz schnell seinen paranoiden Ruch, wenn man sich die realen Vorkommnisse der Vergangenheit ansieht (Beispiele: 1, 2)

Genug geunkt, jetzt interessiert mich Eure Meinung, Ergänzung, Erfahrung, vor allem aber Kritik.

03.01.2010

Happy 2010

Euch allen einen super Tag und eine super Woche und weil grad Jahreswechsel is: Natürlich ein beschwingtes, verschwingtes und freudiges, halt: glückliches neues Jahr. Mögen Bäume weiter Pflanzen sein und auf das Taten vollbracht und Schönes erlebt werde.

Vielleicht auch wieder mehr in diesem Blog, dem, mir arg ans Herz gewachsen, ein wenig fidele Palaverei und vergnügt wütendes Pamphletieren sehr und besser zu Gesicht stünde.

Aber wie dem auch sei: "Hinzuzufügen wäre noch, dass man nicht nur keine trivialen Unterhaltungen führen, sondern dass man auch schlechte Gesellschaft möglichst meiden sollte" (Erich Fromm, in: Die Kunst des Liebens - Danke an Mattes für das Buch und Clemens und Cathi für den Tipp, selbiges auch unbedingt zu lesen).

Genau darum geht es und nun für mich die Möglichkeit, euch mitzuteilen, dass ihr die Gegenmenge jenen schlechten Umgangs seid und deshalb der Austausch in jeder Form eine einzige Freude ist.

Keine Macht dem Belanglosen, straight forward Kopf voran. Bis später.

11.12.2009

Zweispalt


  Ich sehe dem immer etwas
  ängstlich zu,
              gewinnt das Internet
              seine Hand über mich.
  Das ist ein schon
  gruseliger Zustand,
              Verleit sich der Geist
              im Drahte die Gestallt.

  Ein gigantisch stumpfes
  Netzwerk von Computern,
              das im Rythmus der Key-
              bordtasten vibriert,
  fängt einen anhand abstrak-
  ter digitaler Versuchung,
              einer Versuchung, durch den
              Konsumenten selbst geschürrt.

  Was ist wichtiger? Schöne Frau,
  Haus, viel Sex und n Ferrarie,
              oder beim Browsergame nicht
              ohne Holz in der Kelonie zu sein?
  Immer noch keine Einla-
  dung zur nächten Partie,
              da fuscht wohl wieder 'Mail
              Delivery Sytems' rein.

  Zuneigung aus einem System unbe-
  grenzter Kreativität und Dynamik,
              pesönliche Befriedigung
              wird neu definiert.
  Ist man nicht Technickverdrossen
  ist man Krankhaft oder Manisch,
              gar ganze Epidemien werden in den
              Gefilden des Netzes diagnostiziert.    

  Aber ist ja nun
  nicht gerade so,
              dass man als Teilnehmer
              es unfreiwillig wär.
  Sich hinwegsetztend über
  Ort und Zeit im Realen,
              spielt Entfernung
              im Internet keine Rolle mehr.

23.11.2009

From The Basement

Was ich grad im Netz fand:
http://www.fromthebasement.tv/

Nigel Godrich, überragender Produzent herausragender Künstler, hat meine Ohren schon durch seine Arbeit mit diversen feinster Platten, welche er produzierte verzaubert...

Wie ich heute feststellte hat der gute eine Online-TV-Sendung, in denen er seine ihm bekannten und mit ihm befreundeten Künstler in seinen Keller einlädt dort live nach ihren Wünschen Musik zu machen....

u.a. findet man in dem Keller:
Radiohead, Thom Yorke, Andrew Bird, Damien Rice, Queens of the Stone Age, Sonic Youth, und und und....

also schaut und vor allem hörts euch mal an...

15.11.2009

Vom Bleiben und Reisen und der Zeit

Es ist kein Zeitsprung, nicht im strengen Sinne, ob dieser nun unmöglich oder nur undenkbar ist. Lediglich und immerhin ein Transatlantikflug, und der bekannte Raum und mein Gefühl für Zeit und Epoche waren einfach weg. Was alles natürlich nicht schlimmer, sondern nur anders machte.

"Hier scheint die Zeit ja still gestanden zu haben...". Jeder wird diesen mächtig verwunderlichen Spruch schon einmal gehört haben, wenn's um polnische oder brandenburgische Dörfer ging. Er bedingt eine geradezu narzisstische Weltsicht, im Glauben an den Fortschritt und den gewohnten Standard. Auch mir geht es ab und an und hier in Mexiko besonders oft so oder ähnlich. Der gewohnte Rahmen fällt weg, an den Tankstellen gibt's noch den Tankwart und die mexikanischen Philosophen wissen so gar nicht, wohin. Aber als ob Selbstbedienung und Neoliberalismus, euro- oder zumindest westzentristische Perspektiven keine Bretter vor den Dingen hätten.

Weshalb ich mehr und mehr zu dem Schluss komme, dass zumindest für mich persönlich Bleiben gut und Reisen auch gut ist. Übers Land genauso wie in Gedanken. Und weil ich grad in der wundervollen Situation mich befinde, beides zu gleich, an einem mir vor kurzem erschreckend unbekannten Ort, zu haben, wird Zeitreisen möglich, auf die einfachste denkbare Art. Es wird neben Geld nur Mut gebraucht, um selbst im Rahmen dieser merkwürdig schönen grausamen Welt die Zeit zu vergessen und sie doch zu haben und Epochen spielend zu durchqueren, welche keine Grenzen kennen; sich dabei stets im Auge behaltend. Es verändert sich die Perspektive und es geht nun darum, ihr kein Unten und Oben, und noch weniger ein Früher oder Später zuzugestehen. Dann nämlich ist Anders einfach Anders und ob ich dieses oder jenes gut oder schlecht finde, fortschrittlich oder rückständig, oder, viel wahrscheinlicher, irgendwo dazwischen und weit darüber hinaus verorte, es bleibt mir überlassen und ist doch keine Freikarte für die alte Laissez-faire Schwarte.

Ich liebe es desto mehr, je länger ich hier bin und freu mich dennoch auf später. Bei allem Verrückten und Schönen, vor allem aber bei allem Hässlichen und Traurigen, das mir hier, Welten und Zeiten entfernt von dem, was ich kenne, begegnet, kann ich dies nun sagen.

11.11.2009

verstreutes was sich mit der zeit ordnet - zeitreisen

Für denn Fall dass Zeitreisen möglich sind, müsste dann nicht längst jemand aus der Zukunft in unsere Zeit gereist sein. Jemand aus einer Zukunft, in der das Zeitreisen als Nichts-mehr-spektakuläres erscheint. Ein Angehöriger einer Zivilisation, die seit jeher die Zeitmaschine kennt und sie einzusetzen weiß. In der das Reisen durch die Zeit selbstverständlich zur Erforschung vergangener Epochen der Menschheit genutzt wird, beziehungsweise als eine Art Fortbewegungsmittel seinen Einsatz findet. Zur Fortbewegung etwa indem man jegliche Punkte der Erde zunächst bereist und sich dann später wieder in die Zeit zurückversetzt, zu der man an diesem Ort bereits einmal war. Ob man dann zu dieser Zeit auf ein jüngeres Sichselber trifft, und ob dann nicht Abermillionen Sichselber an diesem Ort sind, weil ja auch das jüngere Sichselber wieder zurückreisen wird? Zu klären wäre überdies die Frage an welchem Punkt man nach der Reise ausgesetzt wird. Überlappt man dann mit sich selbst, oder ist man dann gar nicht mehr auf der Erde, weil diese sich, bevor man auf Reisen gegangen ist, längst weiter gedreht hat? Kann man nur die Zeit zurück drehn, die Punkte im Ort an sich belassen? Würde das dann nicht auch heißen, dass sich bei einer Zeitreise nichts verändert, da Ich und meine Umgebung an Ort und Stelle bleiben würden?

Nun ist bisher noch niemand in unsere Zeit zurückgekehrt und von derartigen Ereignissen in der Zukunft ist auch nicht auszugehen, da die Möglichkeit des Zeitreisens die Frage von ihrer zeitlichen Dimension löst und eine eindeutige Ja/Nein-Antwort zulässt. Zeitreisen werden nie und nimmer möglich sein. Keinem wird es jeh gelingen die Gesetze der Zeit zu entschlüsseln oder es wird sich zeigen, dass Zeitreisen nicht möglich sind.

Oder sollten die Menschen der Zukunft so vernünftig sein und trotz der Möglichkeit des Zeitreisen auf diese aus dem Grunde der Verantwortung verzichten. Sei es nun um nicht den Lauf der Geschichte zu verändern oder wegen der Unvorhersehbarkeit der Auswirkungen auf die Gegenwart, reist man aus ihr in die Vergangenheit zurück? Dann wären nur Reisen in die Zukunft erlaubt, Reisen in die Vergangenheit jedoch nicht. Für den der Reist gibt es also kein Zurück. Von diesem Standpunkt aus gesehen machen wir selbst also augenblicklich eine Zeitreise.