Shake your Style.

26.05.2009

Snow Cake

Wow, ein wunderbarer Film!

Ein einsamer und vom Leben mitgenommener alter Mann nimmt auf dem Weg zu seinem unbekannten Ziel eine junge Frau mit. Das Auto kollidiert mit einem Truck, das Mädchen stirbt. Er macht sich auf den Weg zu ihrer autistischen Mutter und bleibt schließlich bis Dienstag, dem Tag, an dem der Müll runtergebracht werden muss.

Neben den grandiosen Bildern, den skurillen Ereignissen und der melancholischen, aber keinesfalls depressiven Atmosphäre, kann die schauspielerische Leistung nur als fantastisch beschrieben werden.



Ein mit Nachdruck zu empfehlendes Filmkunstwerk!

05.05.2009

La maison en petits cubes

03.05.2009

Uns geht's doch gut!

In Anlehnung an meinen letzten Post „Vom Opiumbrot bis zur Nadel“

Ein nicht ganz so offensichtlicher Aspekt von Abhängigkeit ist die chronische Behandlung von Krankheiten die in manchen Ländern der Welt niemand kennt.

Nur mal als Beispiel:
Bluthochdruck, welcher mittlerweile als häufigster Symptom- und Risikofaktor der Industrienationen gilt und aufgrund der Gefahr von Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes… als Behandlungsbedürftig eingestuft wird, stellt gar keine eigentliche Krankheit dar. Neben Bequemheit, Uneinsichtigkeit und dem Einfluss der Gesellschaft, Lebensmittelindustrie, etc. wird die Bevölkerung davon abgehalten, dass 1. Maßnahmen wie Gewichtsreduktion, Bewegung, Einstellung des Rauchens, Stressabbau… den Körper zurück ins Gleichgewicht bringen.
Hej und an Medikamente gewöhnt sich der Körper doch schnell. Vom Absetzen brauchen wir doch erstmal nicht sprechen.

Gefolgt von unserem eigenem Empfinden drängt der Mensch sich eine Lebensweise auf, die nicht seiner ursprünglichen Natur entspricht, angefangen von Kinderüberraschung bis zu schnellen Autos und dem hohen Leistungsdruck im Arbeitsbereich, der in seltenen Fällen psych. und phys. Ausgleich birgt. Evolutionär gesehen bleibt keine Zeit um sich anpassen zu können und geleitet von diesen Richtlinien und dem Gedanken „mein Lebensstandard steigt ja!“ geht, vielleicht nicht offensichtlich aber genauer betrachtet schon, der Lebensstandard Stück für Stück verloren.
Wenn dann die Zuckerwerte hochschnellen und der Blutdruck auf 180 ist, ist doch die bessere Option mit Tabletten anzufangen um den Standard zu erhalten und nicht dummerweise mit dem Fahrrad bei unter 10°C auf Arbeit zu fahren. Die 2,3 Nebenwirkungen sind schon irgendwie aushaltbar und außerdem gibt’s ja zur Not dagegen auch noch was.

Hej und jetzt ist der Arzt und die Pharmaindustrie dran, die wollen doch auch verdienen und die nächsten 40 Jahre früh und morgens eine Tablette mit der fantastischen Aussicht „da kommen sicher noch mehr dazu“ lassen hoffen…
Sieht für unsere Industrieriesen gut aus, wenn die Pharmaindustrie mit den Kapselstecken beginnt, machen Ferrero und Schindler-Aufzüge gerne weiter, damit die Produktion niemals stoppt. Immer getreu dem Motto „Wir wollen doch nur ihr Bestes.“
…und manchmal bürgen sie sogar extra mit ihrem Namen…

02.05.2009

Fahrrad, Wald und Musik

Vor drei Stunden entschied ich mich kurzentschlossen zu einer Fahrradtour. Das Wetter versprach gut zu bleiben und der Drang Raus zu kommen tat sein Übriges.

Aber weder wollte ich den blauen Himmel, noch die frische Brise genießen, nein, ich dachte eher an Frust raus und verbissen nach vorn. So richtig bescheuert auspowern halt. Jaja, als ich dann aber im Chemnitzer Zeisigwald war und an super einsamen und noch ungekannten Stellen vorbeikam, da musste ich über mich selber lächeln. Nein, so viele glitzernde Wiesen, reflektiertes Licht in den Baumkronen, verschlungene Pfade und ein absolut abgefahren deftiges Grün um mich herum waren der Melanche haushoch überlegen.

So wurde es dann auch eine zwar gut anstrengende, nichts desto Trotz schöne Fahrt in seliger Zufriedenheit. Unterlegt mit wundervollem Sound (Danke dem Herren Weierstrass!) kam ich wieder ein bisschen zu mir und musste erneut feststellen, dass es manchmal nicht viel bedarf, das Leben zu feiern.



Emancipator - First Snow



Emancipator - Maps

Cormac McCarthy - Die Straße

"Er lag da und lauschte dem im Wald tropfenden Wasser. Muttergestein, das. Die Kälte und die Stille. Die Asche der vorigen Welt von den rauen, irdischen Winden in der Leere hin- und hergeweht. Herangeweht, verstreut und abermals herangeweht. Alles aus seiner Verankerung gelöst. Ohne Halt in der aschenen Luft. Getragen von einem Atemhauch, zitternd und kurz. Wenn nur mein Herz aus Stein wäre."


Ein Vater und sein Sohn in einer toten Welt. Hier erklimmt die postapokalyptische Literatur ungekannte Höhen. Liest sich wie ein Manifest des Untergangs und ist zugleich eine Hommage an die Liebe und das Leben. Auf ihrem Weg nach Süden, verfolgt von Kälte und Hunger und Überlebenden im Überlebenskampf und der bleiernen Hoffnungslosigkeit, wandern Vater und Sohn, der Mann und der Junge, durch ein Land am Ende der Welt. Immer entlang der allgegenwärtigen Straße, sich des Nacht in toten Wäldern, ausgebrannten Scheunen oder Autowracks versteckend. Ab und an finden sie in noch nicht geplünderten Lagern Essbares.

"Auf dieser Straße gibt es keine Männer, aus denen Gott spricht. Sie sind fort, ich bin allein, und sie haben die Welt mit sich genommen. Frage: Worin unterscheidet sich, was niemals sein wird, von dem, was niemals war?"

Es ist die eindringlich Sprache McCarthys (lohnenswert wäre sicherlich, das Buch im englischen Original noch einmal zu lesen), die dem Werk eine beinahe erleuchtende Wirkung gibt. "Keine Listen von Dingen, die zu erledigen waren. Der Tag nicht über sich selbst hinausweisend. Die Stunde. Es gibt kein Später. Das ist das Später. Alles Anmutige und Schöne, das einem am Herzen liegt, hat einen gemeinsamen Ursprung im Schmerz. Wird aus Trauer und Asche geboren. So, flüsterte er dem schlafenden Jungen zu. Ich habe dich."

Eine unendlich traurige Erzählung, in der sich das hinweggewischte Leid mit dem hinweggewischtem Glück zu einem mitnehmenden Epos summiert, spannend und erschütternd.

"Er lag da und betrachtete den am Feuer sitzenden Jungen. Er wollte sehen können. Sieh dich um, sagte er. In der langen Chronik der Erde gibt es keinen Propheten , dem hier und heute nicht die Ehre erwiesen würde. In welcher Form du auch gesprochen hast, du hattest recht."

Mir gefielen vor allem die spartanischen Dialoge ausgesprochen gut. Ich habe in einem Buch nur selten mit weniger Worten mehr ausgedrückt erlebt.

"Was ist denn?, fragte der Junge.
Ich weiß, dass du geglaubt hast, wir würden sterben.
Ja.
Aber wir sind nicht gestorben.
Nein.
Okay.
Darf ich dich was fragen?
Klar.
Wenn man ein Vogel wäre, könnte man so hoch fliegen, dass man die Sonne sieht?
Ja.
Das dachte ich mir. Das wäre wirklich toll.
Ja, das wäre es. Bist du soweit?
Ja.
Was ist eigentlich aus deiner Flöte geworden?
Die habe ich weggeworfen.
Du hast sie weggeworfen?
Ja.
Okay.
Okay."

Cormac McCarthy hat neben The Road noch einiges geschrieben, das sicherlich einmal einen Blick wert sein wird, bspw. No Country for Old Men, welches dem gleichnamigen grandiosen Film Vorläufer war, oder die viel gerühmten Werke All the Pretty Horses und The Crossing.

01.05.2009

Schule als Instrument der Entfremdung

Ivan Illich hat 1970 ein Buch geschrieben, in dem er eine radikale Einstellung gegenüber dem öffentlichen Bildungswesen darlegt. Darin soll stehen, warum die Schule (als Institution) nicht etwa reformiert sondern sogar abgeschafft gehört. Da dachte ich, das muss ein gesellschaftstheoretisches Buch sein, wie es mir gefallen könnte: nicht zu zimperlich, schön links und (das allerwichtigste...) ein Thema mit Pfiff. Also bin ich in der Universitätsbibliothek hinabgestiegen in das Reich der Erziehungswissenschaft und habe mir das kleine gelbe Taschenbuch ausgeliehen. Im Moment bin ich mit dem Buch noch nicht fertig, und es ist ziemlich grenzwertig. Aber trotzdem kann man sich an der Radikalität der Ideen und der feindseligen Sprache besser wärmen als an jeder brennenden Mülltonne. Und diese Wärme möchte ich mit euch anhand einiger ausgesuchter Ausschnitte teilen.

*


Es liegt doch auf der Hand, daß, selbst wenn es Schulen von gleicher Qualität gäbe, ein armes Kind nur selten mit einem reichen mithalten kann. Selbst wenn sie die selbe Schule besuchen und im gleichen Alter eingeschult worden sind, fehlen dem armen Kind doch die meisten Bildungsmöglichkeiten, die dem Kind aus bürgerlichem Hause ganz selbstverständlich zur Verfügung stehen. Diese Vorteile reichen von Gesprächen und Büchern im Elternhaus bis zu Ferienreisen und einem anderen Selbstgefühl; sie gelten für das Kind, dem sie zuteil werden, innerhalb wie außerhalb der Schule.

*


Der Austausch von Fertigkeiten und das Zusammenführen von Partnern beruhen auf der Annahme, daß Bildung für alle auch Bildung durch alle bedeutet.

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Theologen haben seit Bonhoeffer auf die Konfusion hingewiesen, die heute zwischen biblischer Botschaft und institutionalisierter Religion herrscht. Sie weisen auf die Erfahrung hin, daß christliche Freiheit und christlicher Glaube gewöhnlich aus der Säkularisierung Nutzen ziehen. [...]
Fraglos wird der Bildungsprozeß ebenso aus der Entschulung Nutzen ziehen, obwohl solche Forderung vielen Schulmännern wie ein Verrat an der Aufklärung vorkommt. Es ist aber gerade die Aufklärung, der heute in unseren Schulen der Todesstoß versetzt wird.

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Die Entscheidung der Gesellschaft, Bildungsmittel vornehmlich denjenigen Bürgern zuzuteilen, die die außergewöhnliche Lernfähigkeit ihrer ersten vier Lebensjahre bereits hinter sich gelassen, den Höhepunkt selbstmotivierten Lernens aber noch nicht erreicht haben, wird später einmal wahrscheinlich als absurd empfunden werden.

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Den größten Teil dessen, was wir wissen, haben wir alle außerhalb der Schule gelernt. Schüler lernen das meiste ohne ihre Lehrer und häufig trotz diesen. Am tragischsten ist, daß die meisten Menschen ihren Denkzettel durch Schulen erhalten – selbst wenn sie niemals eine Schule besuchen.

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Die Behauptung, die moderne Schule könne Keimzelle einer liberalen Gesellschaft sein, ist widersinnig. Alle Sicherungen der persönlichen Freiheit werden im Umgang eines Lehrers mit seinem Schüler aufgehoben. Vereinigt der Lehrer in seiner Person die Rollen des Richters, des Ideologen und des Arztes, so wird die für die Demokratie charakteristische Gewaltenteilung gerade in der Schule verleugnet.

*


Das meiste Lernen ist nicht das Ergebnis von Unterweisung. Es ist vielmehr das Ergebnis unbehinderter Interaktion in sinnvoller Umgebung. [...] Lassen junge Menschen es ersteinmal zu, daß ihre Phantasie durch lehrplanmäßigen Unterricht reguliert wird, so werden sie für institutionelle Planung jeglicher Art konstitutionalisiert.

30.04.2009

In memory of KARTOFFEL

Kapitel. Offene Fragen. Eine Show für sich, brachiale Palaver sondergleichen, nichts für den Trott. „Die nächsten Termine: […] in der üblichen Dreckskneipe“.

Kartoffel, als knufflige Kurzform der abenteuerlichen Konstruktion Kapitel. Offene Fragen, gründete sich Ende 2004 auf Initiative einiger komischer Zivis, denen die Welt und das Universum und die Frage nach Allem ein Rätsel oder zumindest äußerst spannend erschien. Einige von diesen Halunken haben es bis heute nicht lassen können und warten gespannt auf die Dinge, die da kommen oder nicht.

„Um ideell produktiv zu sein, wollen wir uns dem Prinzip des Respekts bedienen (auch als das Gegenteil von Sabine Christiansen bekannt), durch das wir uns ausreden lassen und (besonders wenn wir jemanden ausreden lassen) immer aufmerksam zuhören.“ Unser Ziel war der Austausch, die Methode das Gespräch, der Ort ein manchmal wechselnder oder die beste Bautzner Kneipe, die Basis unsere Freundschaften, der Kick die Erkenntnis.
Zwischen Ende 2004 und Mitte 2005 fanden zahlreiche Treffen statt (etwas spärlicher dann auch bis Anfang 2006), die nur selten Antworten zu Tage förderten, aber da es sowieso um die Fragen ging, stets und immer wundervolle Diskussionen und Unterhaltungen über eine Vielzahl von Dingen beinhalteten.

Jede neue Runde begann mit einem Referat oder zumindest einer kritischen These von einem aus dem Kreis. Wir sprachen über Kindererziehung, philosophische Ideen von Kindern („Das Denken ist scheinbar das einzige virtuelle Gut, was in allen Ebenen wertvoll ist“), die Evolution von Sprache („Bei der Frage, welche Schwachstellen Sprache habe und wie sie behoben werden könnten, verzweifelten wir, aber erkannten glücklicherweise, dass das daran lag, dass wir auf ebendiese fehlerhafte Sprache angewiesen waren“), die Verbindung zwischen Weltanschauung und Wissenschaft („Hokus-Pokus Physikus“), den Einsatz für das Gute, Glück („und bezogen unsere Gedanken auf weltumspannende historische Prozesse wie Geschichte oder Fortschritt“, jaja), das System Börse (mit Gastreferent Dr. Tümmler), Kapitalismus, Drogen und Freundschaft, um nur einiges zu nennen.

Mir persönlich hat Kartoffel ne ganze Menge bedeutet und mich enorm geprägt. Ja ich sage sogar: War eine verdammt gute Sache das Ganze.

Danke an: Johannes, Clemens (aus dessen Protokollmails ich mir einmal feist fidel die Zitate hier geklaut habe), Martin, Mattes, Christoph, Friedemann, Vincenc, Kathleen, Julian und Gilbert.

„Es gibt viel zu rauchen, zünden wir’s an.“

23.04.2009

Vom Opiumbrot bis zur Nadel

Ich möchte euch im Folgenden einfach mal eine Pflanze, deren Produkte und die Folgen für den Menschen darstellen um einen kurzen, aber vielleicht interessanten Überblick zu geben.


Opium - viele verbinden mit diesem Begriff Rauschmittel oder Mohn und vielleicht stutzt man manchmal auch über's Mohnbrötchen und wenn man zuviel isst...
Genau betrachtet beschreibt Opium nur den Milchsaft des Schlaf-Mohns (Papaver somniferum). Gewonnen wird er durch Anritzen der reifenden Mohnkapseln, die den Pflanzensaft abgeben, welcher an der Luft aushärtet und als brauner Milchsaftrückstand durch absammeln zu größeren Klumpen geformt wird, dem so genannten “Opiumbrot“. Rund 20% des Saftes sind Alkaloide mit den Hauptvertretern Morphin, Codein, Papaverin und Noscapin. Opiumbrot dient der Gewinnung der einzelnen Komponenten besonders für Arzneimittelzwecke, aber natürlich ist der Anteil an illegalem Anbau zur Rauschgiftgewinnung enorm und neben den offiziellen Anbauländern Indien, Türkei und die GUS unbestimmbar.
Industriell gewonnene Extrakte von den oben genannten Verbindungen dienen zur Synthese diverser Arzneimittel (z.B. Codein als Hustenstiller) oder sind selbst arzneilich oder missbräuchlich wirksam (z.B. Morphin als Schmerz- und Rauschmittel).

Die Mohnsamen unserer Frühstücksbrötchen dagegen zeigen eine anteilmäßig wesentlich geringere Menge an Alkaloiden und sind dafür zu über 50% reich an Fettem Öl. Für den unbedenklichen Genuss sorgt neben der Menge auch die Zubereitung, bei derer durch Hitze ein Großteil an Alkaloid-Wirksamkeit verloren geht.

Der richtige Morphinismus, welcher z.B. durch reines Morphin ausgelöst werden kann, ist daher vom Klatschmohnsamenkauen unbegründbar und beschränkt sich fast ausschließlich auf den direkt illegalen Handel mit selbst hergestellten und importierten Extrakten. Charakteristisch dabei ist die starke körperliche Abhängigkeit, welche den Gebrauch fataler macht als beispielsweise die Einnahme von LSD etc.
LSD als euphorisierenden, entspannenden und phantasiefördernden Wirkstoff, nehmen Konsumenten lediglich mit Symptomen psychischer Abhängigkeit ein. Dies verursacht eine Art Gewöhnung an das Mittel, ohne nach dem Absetzten noch Folgesymptome zu erzeugen. Der Betroffene muss „lediglich“ gegen seine Gewohnheit/Vorliebe ankämpfen und hat nicht, anders als bei Morphinismus, z.B. mit Entzugssymptomen zu kämpfen. Quasi als Gefangener des eigenen Körpers wird man hier ähnlich wie durch Hunger und andere Bedürfnisse getrieben.
Ich will damit lediglich verdeutlichen, dass einzelne Abhängigkeiten untereinander stark variieren und kaum ein einheitliches Ablaufschema existiert.

Im Fall des Morphinismus genauer wird der erste Kontakt als beruhigend und gemütsbefriedigend beschrieben, was den wiederholten Kontakt mit der Droge fördert. Die Dosis steigert sich allmählich, der Betroffene merkt schnell, er braucht immer mehr und relativ rasch kommt es zu einer Art Wahn die den Körper mehr und mehr fesselt und sein Gemüt komplett umkehren kann. Dabei ziehen sich die Betroffenen zurück und verfallen in Teilnahmslosigkeit und Selbstbeschäftigung mit dem weiten und unendlichen Ziel „neuen Stoff“ zu bekommen. Das Verlangen danach, das so genannte Craving, beherrscht den Menschen und lässt Dinge wie Gemeinschaftlichkeit und Intelligenz nahezu vollständig verdrängen. Damit werden diese Personen natürlich auch eine Gefahr für die Allgemeinheit immer auf der Suche nach mehr, ohne Hemmung...

Leider sind auch einige wichtige Arzneimittel wie unspezifische Schlafmittel oder der Reizhustenstiller Codein potentielle Suchtmittel, die vor allem bei Langzeitgebrauch zu gefährlichen Abhängigkeiten führen. Besonders depressive und neurologische Verstimmungen bis hin zu Suizidvorstellungen plagen Patienten und leiten deren Handlung.
Das berühmte Heroin ist dabei ein Abkömmling des Morphins und zeigt noch stärkere und vor allem schnellere Anflutung im Gehirn. Der hierbei eintretende frühe Kick lässt die Sucht viel stärker ausfallen und bewirkt ein größeres Suchtpotential, weshalb Heroin nicht umsonst als gefährlichste Droge gilt.

Ähnlich wie beim Alkohol ist der Entzug nur sehr schwer möglich und neben dem Willen ist ein Zwang nötig, um den Betroffenen durch die unangenehme Entzugssymptomatik zu helfen. Diese Etappe, in der viele Patienten am Rand des Wahns hin zum Selbstmord stehen, ist sehr oft nur durch intensive Betreuung, einige wenige Arzneimitteln und vor allem Zeit, zu überwinden.
Zur medikamentengestützten Behandlung zählen hier 2 relativ schwach wirksame Methoden. Zum einen will man durch Impulshemmung den Patienten ruhig stellen und zusätzlich die Stimmung durch Antidepressiva normalisieren...
…andererseits versucht man mit langwirksamen Morphinderivaten (Methadon) das Spritzintervall zu verlängern und verabreicht nach Absetzen viele weitere Präparate, um die Entzugserscheinungen zu unterdrücken. Beide Methoden zeigen nur sehr magere Erfolge und bilden hohe Nebenwirkungspotentiale (Herz- Rhythmus- Störungen, Schlafstörungen, eventuell zentralnervöse Störungen wie Demenzeffekte...), die zu Folgeerkrankungen und geistigen Schäden führen können.
Die schlechten Therapiemöglichkeiten und der Einfluss von körperlicher und geistiger Individualität, lassen somit annähernd verstehen, warum zahlreiche Stoffe das Leben auf ganz eigene Weise beeinflussen.

20.04.2009

Robert Merle

... Endzeitutopien und apokalyptische Untergangsprosa. Gesellschaftsfiktion at it's best, fern ab des üblichen Trivialscifitrash. Der französische Schriftsteller Robert Merle ist leider schon tot und sein Spätwerk scheint mir sowieso nicht sehr interessant. Aber was er bis Mitte der 70er geschrieben hat, gefiel mir ausgesprochen gut und soll hier kurz vorgestellt werden.



Die geschützten Männer (1974) ist ein wilder Mix aus Politthriller, Genderanalyse und Faschismuskonstruktion. Eine Epidemie sucht die Welt heim, vor allem in Nordamerika und Europa mit verheerenden Folgen. Charakteristisch ist das reihenweise Absterben so gut wie sämtlicher zeugungsfähiger Männer. Zu den daraus resultierenden Verwerfungen zählt eine faschistoide Diktatur antisexistischer Frauen. Männer kriegen also endlich richtig auf die Schnauze, das von Merle skizzierte totalitäre Matriarchat kann als geschlechterbezogener Gegenentwurf zur gesellschaftlichen Realität verstanden werden.


"Gut ist es, das Blut des Bedrückers fließen zu sehen! Dieses Blut fließen zu sehen, ist köstlich! Dieses Blut trinkt die Erde mit großer Freude!" Die Insel (1962) ist ein Abenteuerroman allererster Pessimismusgüte. Merle lässt in diesem grausamen Gedankenexperiment neun englische Meuterer, sechs polynesische Männer und ein Dutzend polynesische Frauen eine fruchtbare Insel irgendwo irgendwann im 18.Jh. besiedeln. Das Buch hat so gut wie gar keine glücklichen Szenen, die beschriebenen Entwicklungen können einmal mehr als bedrückendes Gleichnis menschlicher Idiotie gelten.


Malevil (1972) ist mein Lieblingsbuch in dieser Auswahl. Eine nukleare Katastrophe (über deren Ursprung kein Gedanke verschwendet wird), eine Handvoll Überlebender und los geht's. Hört sich an wie modernes Robinson Crusoe und ist es auch ein wenig, geht aber doch ein Stück weiter (was nicht heißen soll, dass der Defoeklassiker banal wäre). "Von den herabgestürzten Dächern, von Fenstern und Türen war nichts mehr zu sehen. Nur noch geschwärzte Mauerreste standen vor dem Grau des Himmels und da und dort ein Baumstumpf, der wie ein Pfahl aus der Erde ragte [...] und stellenweise sah man nahe am Boden rote Flammen in ununterbrochener Linie sich ausbreiten, mal höher, mal niedriger, als würde ein Schmorfeuer unterhalten." Beklemmend realistisch beschreibt Merle eine verbrannte Welt und die natürlich völlig vergebliche Hoffnung auf einen Neuanfang. Dennoch schaffen es die Menschen weiterzuleben und sich zu organisieren und bei all dem ganzen Schlammassel auch glückliche Momente zu erleben.


Madrapur (1976) sei am besten mit folgendem Zitat beschrieben: "Diesmal ist es soweit. Diesmal ist es soweit. Diesmal ist es soweit. Ich schwitze aus allen Poren, die Zunge klebt mir am Gaumen. Ich kann kein einziges Wort hervorbringen. Das entsetzliche Gefühl der Erschöpfung verschlimmert sich von Minute zu Minute. Mir ist, als entwiche meine ganze Kraft unaufhaltsam durch eine offene Wunde, die nichts und niemand schließen kann. Mein Kopf ist leer. Ich bin mir nicht mehr bewusst, ich selbst zu sein. Ich bin nur noch dieses abstoßende Entsetzen, das mich schüttelt." Ein verdammt merkwürdiges Buch, welches ich wohl irgendwann noch mal lesen muss, verstanden hab' ich's nämlich nicht. Dennoch fand ich die gezeichnete Atmosphäre der in ein endlos lange fliegendes Flugzeug eingesperrten Charaktere und die vor allem durch Dialoge vorangetriebenen Handlungsabsurditäten bemerkenswert mitnehmend. Ein Buch, das schlaucht.


Das letzte von mir gelesene Buch aus dem Merlekanon war Der Tod ist mein Beruf (1957). In diesem autobiographischen Roman schildert Merle den Werdegang eines der größten Arschlöcher der Geschichte, den des Auschwitzer Lagerkommandanten Rudolf Höß. Liest sich wie ein psychologischer Katalog eines völlig aus der Spur gekommenen Lebens in einer völlig aus der Spur gekommenen Zeit und beschreibt chronologisch Höß' Kindheit, die Teilnahme am ersten Weltkrieg und den Freikorps, seine Verlorenheit in den 1920ern und letztlich seinen Aufstieg zum Vertrauten Himmlers und ausführenden Verantwortlichen für über 1,1 Mio. Tote in Auschwitz. Etwa zur Hälfte des Buches fußte meine Sympathie für Höß nicht mehr nur auf Mitleid, spätestens gegen Ende, als ich fieberhaft Anteil hatte, die besten und effektivsten Methoden zur Lösung der Judenfrage zu finden, merkte ich die ganze Schlagkraft dieses Werks. Ich hatte tatsächlich mich dermaßen vereinnahmen lassen, Sympathie für den größtmöglichen jemals dagewesenerAkt menschlicher Monstrosität zu empfinden. "Alles, was er tat, tat er nicht aus Grausamkeit, sondern aus Treue zum Führer, aus Respekt vor dem Staat. Mit einem Wort, als ein Mann der Pflicht. Und gerade darin ist er ein Ungeheuer." (Robert Merle im Nachwort)

19.04.2009

The One AM Radio - What you gave away (Alias-Remix)



the pacific northwest coast holds a place I'd longed to see.
an unmarked stretch of beach,
tied to your memory.
I made my way there, breathed that air and walked on those dunes.
I sank my feet in the sand, holding your daughter's hand.

there's a debt, sir, unanswered, I can't repay:

what you gave away.

they say the fire goes out on a star long before we know of the light that shines down on us below.

I went to that beach, footprints trailing behind, to be washed out by the tide or for someone to find


14.04.2009

Die Gleichheit Aller ist die Grundlage einer gesunden Individuation.
Individualität die auf Ungleichheit beruht ist einen Dreck wert.

08.04.2009

Farbwahrnehmung ist subjektiv und Theorie ist grau

Formalisieren verleiht Theorien Eleganz.

Interpretation verleiht ihnen Lebendigkeit.

Unsere Arbeit an einer Theorie sollte sie eleganter und lebendiger machen.

Ersteres zur intellektuellen Freude derer, die sich mit ihr beschäftigen.

Zweiteres um sie allen anderen weniger fremd werden zu lassen.

06.04.2009

Das Haus in dem ich wohne

Ich finde die Idee eines Blogreihe ja sehr toll und schließe mich hiermit an mattes und ändys Beitrag an.

Der Altbau in dem meine Wohnung ist, wirkt von außen recht heruntergekommen. Der Putz hat sich über die Jahre in ein dunkelbraunen Farbton verwandelt, so wie es bei Häusern die an viel befahrene Straßen angrenzen üblich ist. Egal mit welcher Farbe sich das Haus einst schmückte, es besitzt nun dieses wenig ansehnliche dunkelbraun. Der Stuck bröckelt an einigen Stellen schon und alles in allem ist die Fassadenrenovierung welche dieses Jahr ansteht wirklich nötig. Irgendein Erbschaftsstreit hat dies lange Zeit verhindert, ein Schicksal das oft Immobilien in privater Hand widerfährt. Jetzt gehört alles Frau Stojanov, eine schrullige alte Frau voller Energie, die schon seit 1937 in diesem Haus wohnt wie sie mir mal erzählte. Generell erzählt Frau Stojanov recht viel und wenn man den Fehler macht Interesse für ihre Geschichten und Anekdoten zu zeigen, dann kann sie einem stundenlang erzählen und erzählen. Dabei redet sie derartig schnell dass es kaum möglich ist die Fülle an Informationen zu verarbeiten. Außerdem lispelt sie ein ganz kleines Bischen, was die Aufmerksamkeit gezwungenermaßen noch schneller erschöpft. Sie hat auch die Angewohnheit Betriebskostenabrechnungen und derartige Schriftstücke stets mit der Schreibmaschine aufzusetzen, mit Computern kommt sie nämlich nicht zurecht wie sie mir mal mit einem peinlich berührtem Unterton sagte. Es verleiht dieser Frau noch mehr den Hauch aus einer längst vergangenen Zeit zu kommen. Sie ist zwar anstrengend, aber es fällt jedem leicht ihr ihre Angewohnheiten und Eigenarten zu verzeihen; sie ist ja schon alt und hat eine Menge erlebt. Immer wenn etwas in der Wohnung nicht stimmt, der Wasserhahn tropft oder die Heizung nicht funktioniert, dann gehe ich einfach eine Etage nach ober und klingele bei ihr. Wir suchen eine Lösung und wenig später ist alles geklärt. Dieser persönliche Kontakt zum Vermieter ist ein Luxus der fast schon familiären Charakter besitzt und viele Nerven und viel Zeit spart.

Aber nun zur Wohnung. Eine WG wie es sie viele gibt. Mein Zimmer gen Osten gerichtet, ist 15qm groß und mit einem schönen Erker ausgestattet. Wenn ich aus dem Fenster schaue, dann sehe ich den Wohnheimblock mit all seinen Fenstern auf mich gerichtet. Acht Etagen hoch und zwanzig Fester in einer Reihe, alles symmetrisch zum rechteckigen Klotz geordnet. Kein schöner Ausblick, aber immerhin ich wohne nicht dort. Nachts wenn die Fernseher laufen, sieht man manchmal das zwei Fenster in selben Moment aufleuchten. Vermutlich sehen sie das selbe Programm und wissen es nicht einmal.
In die Wohnung nebenan ist von zwei Monaten eine junges Paar mit Baby eingezogen. Manchmal wenn ich auf dem Klo bin höre ich es schreien.
Mir fällt jetzt nicht mehr ein was ich schreiben soll, also lass ich es einfach.

02.04.2009

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Damals, als ich anfing, kann ich mich noch gut dran erinnern, hab ich mit ziemlich viel Respekt auf die Leute geschaut, die sagen konnten sie studieren im 7, 9 oder höherem Semester. Man, das warn Ikonen. Mit der Zeit wurde ich dann auch einer von ihnen, doch die Zahlen hatten ihre Bedeutung verloren.
Heute nun, als ich von der Sonne beschienen vor der Mensa lümmelte und laut vor mir hinbrabbelnd in Gedanken die Vergangenheit erörterte, bemerkte eine Freundin, unsere Zahl sei zweistellig. Das hat jetzt doch wieder was eigenes. Kein Status in sich, aber ne Menge Erfahrung, einige sehr sehr angenehme Jahre.

28.03.2009

0304

In Anlehnung an mattes sein Post und michał hat uns ja auch schon mal einen kleinen Eindruck vermittelt:

Sie ist fast 60m² groß, hat ein Wohnzimmer mit Küche, ein Flur, Klo und zwei Zimmer in denen mein Bruder und ich wohnen. Mein Bruder ist mittlerweile so gut wie ausgezogen, weil er eine andere Wohnung in Freiberg gefunden hat, weshalb wir grad viel Zeit zu zweit verbringen, meine Wohnung und ich.
Gemeinsam sitzen wir dann mit einem Glas kühlen weisen Weines bei guter Musik vorm Aquarium und regen uns über die unnötigen Wartungsarbeiten an der Wohnung auf. Mal kommt der Schornsteinfeger, der die Lüftung abstaubt, mal der Elektriker, der prüft ob alle Steckdosen noch funktionieren, mal der Hausmeister, der die Scharniere der Fenster ölt. Sogar der Schließmechanismus der Tür muss von Innen kontrolliert werden. Beide lachen wir dann ausgiebig über die Sinnlosigkeit der Arbeiten. Dabei freut sich meine Wohnung auch über die Arbeiten, weil ich mir an diesen Tagen meist frei nehme und dadurch den ganzen Tag mit ihr verbringe.
Insgesamt befinden wir uns in unserer Beziehung doch sehr auf Augenhöhe, ich behandle sie nicht wie einen Untertan. Ab und An bringe ich ihr ein Bild mit, mit dem sie sich schmücken kann, oder Blumen, deren Duft die Räume erfüllt. Gerade blüht eine Hyazinthe bei uns. Dafür bewahrt sie meine Bücher für mich auf und hält sonst noch vieles anderes für mich bereit das mir Spass macht.
Zu beklagen hat meine Wohnung nur die oft vorhandene Einsamkeit. Ich biete ihr dann an, sie könne sich gut und gerne ihre Freunde einladen, schließlich teilen wir uns ja den Platz in ihr. Natürlich kann sie das nur tagsüber machen, wenn ich außer Haus bin, denn sonst würden wir uns mit den anderen Wohnungen sicher in die Quere kommen. Einmal wies ich sie auf das Internet hin, das ja ebenfalls immer da ist, mit dem sie sich anfreunden kann. Sie erwiderte nur, es sei ihr doch zu suspekt, worauf mir nichts blieb als ihr zuzustimmen.
Auch ist meine Wohnung in die Wohnung schräg über uns verliebt, nur dass sie sich nicht traut sie anzusprechen. Ich weiß ihr da leider nicht zu helfen, denn wer kennt sich dabei schon aus wie Wohnungen zueinander finden. Doch die Schüchternheit wird wohl daran liegen, dass die Wohnung ihr ganzes Leben hier im Block verbracht hat, noch nie raus gekommen ist. Deshalb sage ich ihr immer wieder sie solle mal ausbrechen, in die große weite Welt hinaus, sich etwas anschaun. Dann wird ihr sicher vieles leichter fallen.
Doch hat meine Wohnung zurzeit auch keine Lust sich um die Wohnung über uns kümmern, weil ich im Juli aus meiner Wohnung ausziehen werde, was sie traurig macht. Zwar zeigt sie es mir nicht, und versucht trotzdem frohen Mutes an meiner Seite zu stehen, aber im Innern weiß ich ganz genau wie sehr sie das trifft.
Und soll ich euch nachwas verraten? Manchmal in der Nacht, im Licht der Straßenlaternen, tanzen meine Wohnung und ich zu gemachem Brazilectro . . .

27.03.2009

Phantasie ist wichtiger als Wissen,

denn Wissen ist begrenzt.

Albert Einstein

22.03.2009

Dieser Post führt zunächst in die Idee des Naturgesetzes ein, worauf aufbauend der Gedankenansatz einer Science-Fiction-Geschichte geschildert werden soll.

Vom Naturgesetz

Erscheinungen, Phänomene, Beobachtungen der Natur wollen durch den Menschen erklärt werden. Er möchte die grundlegenden Funktionsprinzipien, denen die Erscheinungen gehorchen, verstehen und das Wissen darüber zu seinen Gunsten, also technischen Fortschritt bspw., nutzen. Da das gewöhnliche Auffassungsvermögen des Menschen begrenzt ist, die Wahrnehmung der Umwelt falsch oder unvollständig sein kann, muss die gegenwärtige Vorstellung einer Prüfung unterzogen werden. Ein Apparat in dem diese Überprüfung sehr gut möglich ist, ist die Sprache der Mathematik, deren Möglichkeiten weit über unseren, in Bildern und Metaphern denkenden, Verstand hinausgehen. Das Vorgehen beim Finden einer Beschreibung der Natur gliedert sich dabei in zwei hauptsächliche Schritte.
Der erste Schritt ist die Modellbildung, oder Abstraktion der Realität. Dabei werden Größen in der Natur als Variablen aufgefasst, und die Vorstellung über das Zusammenwirken der Variablen durch mathematische Operatoren symbolisiert. Der Vorteil der Sprache der Mathematik ist das Wissen über den Umgang mit den in ihr vorkommenden Elementen. So kann für einige Elemente das Kommutativgesetz gelten, für Andere wiederum nicht. Zugleich findet eine Verallgemeinerung statt, denn es wird von konkreten inhaltlichen Realisierungen ein Modell abgeleitet, deduziert, welches für alle Realisierungen gelten soll, also für alle Ausgangszustände das richtige Resultat liefern soll.
An diesem Punkt setzt der zweite Schritt an. Man überlegt sich einen Ausgangszustand der im Bereich des Bezugs des Gesetzes liegt, der das Gesetz aber nicht iniziert hat, trifft mit Hilfe des Gesetzes eine Voraussage über das Resultat, abgeleitet aus dem Ausgangszustand, und überprüft ob das Ergebnis mit der Realität in Einklang steht. Dieser aus dem Gesetz induzierte Sachverhalt kann das Gesetz dann entweder verifizieren, wenn die getroffene Aussage zutrifft, oder im gegenteiligen Fall das Gesetz falsifizieren. Der zweite Schritt ist also die Überprüfung des Gesetzes.
Insgesamt brauch der Prozess des Findens des Gesetzes und seine Überprüfung nicht am gleichen Experiment, mit nur variierenden Parametern, als konkreten Zahlenwerten für die Variablen, durchgeführt werden, sondern es kann durch Umformung des Gesetzes mit den Mitteln der Mathematik eine Beschreibung für ein vollkommen anderes Experiment hergeleitet werden, an dem das Gesetz dann wiederum überprüft werden kann. Die Mathematik eröffnet uns neue Wege, auf die wir mit unserem normalen Verstand teils sicher nur schwer gekommen wären, was einen weiterer Vorteil ist.

Science Fiktion


Folgendes: Es wurde ein Gesetz aufgestellt, welches die Phänomene in dem System aus dem es hergeleitet wurde hinreichend erklärt, und das es das auch in anderen Systemen kann. Andererseits können für das Gesetz auch Systeme gefunden werden, in denen es das Beobachtete nur mangelhaft wiedergibt, aber dennoch in einer Akkuratesse, die zufriedenstellend ist.
Solch ein Gesetz ist z.B. die Schrödinger Gleichung, welches die Strahlung des schwarzen Körpers gut erklärt, an diesem System wurde sie gefunden, und das auch für das Wasserstoffatom die exakten Resultate liefert, was die Schrödinger Gleichung verifiziert. Geht man zu schwereren Atomen über, also Atomen mit Ordnungszahl größer 1, versagt die Sch.Gl. insofern, dass die von ihr abgeleiteten Aussagen nicht mehr mit der Beobachtung übereinstimmen. Dennoch liefert sie aber Ergebnisse hinreichender Genauigkeit. Der Grund für das Versagen liegt in der Nichtberücksichtigung relativistischer Effekte aber auch in Schwierigkeiten in der Lösung der mathematischen Gleichungen, da die Richtig aufgestellte Sch.Gl. mit den gegebenen Mitteln der Mathematik nur näherungsweise gelöst werden kann.
Ein Dilemma was sich daraus ergibt: Das Vorhandensein einer Gleichung die ein System nicht vollkommen erklärt, aber dennoch über zufriedenstellende Genauigkeit in diesem System verfügt, blockiert das Finden der richtigen Gleichung für dieses System, bspw. weil die unbedingte Notwendigkeit das Findens abgemildert wurde.
Als Lösungsansatz entwirft nun Arthur C. Clarke, ein geläufiger SciFi-Autor, in einer seiner Geschichten die Möglichkeit von Zeitreisen durch die man das Finden von Gleichungen verhindern kann, in der Hoffnung, das sich später in der Geschichte ein anderer kluger Kopf findet, der eine bessere Gleichung aufstellt. Glaube mal, in der Geschichte wird der Einfluss der neuen Möglichkeit auf die Gesellschaft gedacht.
Leider hab ich die Geschichte selbst nicht gelesen und weis auch nicht wie sie heißt, kenne sie nur vom Hörensagen her, und deshalb ist hier Schluss. Vielleicht hat's euch ja Appetit gemacht.

20.03.2009

Königsseer Straße vier

Bei meinem letzten Telefonat mit Clem, habe ich mich mehr oder minder selber dazu verpflichtet bis zum nächsten Gespräch doch bitteschön mal wieder was zu posten.
Und da dies schon ne weile her ist und ich in nächster Zeit gerne wieder ohne das schlechte gewissen uneingelöster versprechen den hörer in die hand zu nehmen gedenke,
nun hier für euch und alle welt meine wohnsituation. vielleicht animiert es ja den ein oder anderen seine vier wände ebenfalls in einem selbstgestricktem kleid aus worten zu präsentieren...


Königsser Straße 4


Ein altes Haus wie viele hier, im ländlichen Idyll.
Mattgrüne und weiße Farbe schmückt die bröckelnde Fassade und robust ragen, vom Dache her, braunlackierte Holzbalken aus dem Gemäuer. Unzählige Balkone und die Bergsilhouette erinnern an Bilder aus Busreise-Katalogen. Ein Auto nach dem anderen durchkreuzt jedoch diese Stimmung, denn die große Straße führt direkt am Haus vorbei.
Betritt man nun dieses Kleinod, dessen Garten begrenzt ist vom eisklaren Gebirgsfluss, übermannt einen rasch die Dunkelheit. Kaum Tageslicht fällt auf das kleine Treppenhaus. Wie eine Zeitreise fühlt sich mit jedem Schritte über die knarzigen Stufen, der Weg hinauf, zum Dachboden an. Scheinbar umweht ein Hauch von Linoleum und dickbestrichnen Geländern die aufmerksame Nase. Irgendwo wird wahrscheinlich gerade gekocht. Oben angekommen, hat sich auch die innere Uhr um ein halbes Jahrhundert zurückgestellt. Der Anblick, welcher sich einem nun bietet gleicht einem geöffneten Geschichtsbuch, gefüllt mit all den Seelen der vielen Frauen, Männer und Kinder, die hier schon ein- und ausgegangen sein mögen. Dies bezeugen zumindest die abgetretenen Dielen aus Kiefernholz und die mannigfach historischen Möbel. Zwei kleine Dachluken tauchen die Situation in fahl-gelbes Licht. Unzählige versteckte Kämmerchen, und in jedem Kämmerchen unzählige Schätze. Meist verstaubt, aber immer alleingelassen. Vornehm strenge Damenkleider, vergilbte Postkarten und das ein oder andere Zeichen früherer Götter und Teufel...
Ich werde mich nun einreihen in die Liste der Menschen, die diesen Ort beseelten und ebenfalls Geschichte hier schreiben, wenn auch wohl nur eine Kurzgeschichte.

18.03.2009

Hommage an die Hommage an den Oberlippenbart

Als Ergänzung zu Andrés Beitrag...ein Balken kommt selten allein.



17.03.2009

hey liebe leute,

heut melde ich mich auch mal zu wort da auch ich heut die zeit gefunden habe etwas im internet zuentdecken was mich doch sehr mitgenommen hat.

das internet ist ja ein riesen ding,
das weiß jeder von euch,
und ich hab mich da mal auf paar nicht ganz legalen foren von einigen
programmieren rumgetrieben.
dabei bin ich auf einen amerikanischen kournalisten gestoßen
hier der link
http://de.wikipedia.org/wiki/Alex_Jones

der auch meiner meinung nach einen interessanten bericht rausgebracht hat.

http://video.google.de/googleplayer.swf?docid=5024787479139933029



ich finde das sehr wahnsinnig.
ich muß auch ehrlich zugeben das mich überwachung der bürger und so nicht weiter interessiert hat und diese ganze verschwörungssache,
zumal man ja auch sagen muß in deutschland läuft das alles auch noch ganz verhalten ab.

dann noch ein trailer zu einem film,wo es die volle version gibt weiß ich nicht
http://www.earthlings.com

in diesem film dreht es sich um die behandlung von tieren durch den menschen.

so naja vielleicht habt ihr die zeit euch das mal reinzuziehen oder kennt es schon,
ich hätt jedenfalls gern paar meinungen dazu gewusst.


hier noch ne seite von programmieren gegen das system
pacman.pt.vu

also grüße an alle

der thomas