Shake your Style.

02.11.2007

Auf Darwins Spuren I - Lichtsignalanlagen

Wie sich im Jahre 1830 Charles Darwin in der "Beagle" aufgemacht hat, die Evolution zu erforschen, bin ich im Jahre 2007 aufgebrochen mir einmal anzusehen, was die Evolution auf einer Insel mit einer Gruppe von Menschen so anstellen kann. Dies ist mein erster Bericht über ein paar Beobachtungen der Spezies "Mensch" und seiner Erfindungen, und welche Auswüchse diese durch Isolation auf einer Insel annehmen können.

In diesem Bericht geht es um das Verhalten von Menschen an "Lichtsignalanlagen", im deutschen Volksmund "Ampel" genannt. Grundsätzlich empfehle ich als Grundlagenlektüre dazu den aktuellsten Wikipedia-Artikel zum Thema - besonders empfohlen ist dabei der Abschnitt "Varianten der Lichtsignalanlagen in verschiedenen Ländern" und "Verhalten im geschützten Bereich einer LZA".


Für meine Beobachtungen muss ich mich leider auf die Ampeln in der schönen Stadt von Glasgow beschränken, da ich mit denen am meisten Erfahrung habe... Dies soll mich aber nicht im mindesten davon abhalten auf die gesamte Insel-Ampel-Welt zu generalisieren. Sollte jemand Gegenbeweise zu den weiter gleich gebrachten Dingen haben, so ist er herzlich eingeladen mich hier besuchen zu kommen, denn dann wird er sicherlich nach weniger als 2 Tagen meine Meinung über diese besonderen Artgenossen des Straßenverkehrs teilen.

Also, prinzipiell ist es hier so, dass es ca. alle 200m eine Ampel gibt, was an sich nicht schlimm ist, es sei denn man hat beschlossen, da man sowieso schon spät dran war, statt zu laufen mal den Bus zu nehmen und dann aufgrund eben dieser Ampeln merkt, dass man doch schneller zu Fuß gewesen wäre. Denn damit kommen wir auch schon zu einem weiteren Merkmal der hiesigen Lichtsignalanlagen (LSA) - so etwas wie eine "grüne Welle", also eine intelligente Ampelschaltung gibt es hier nicht. Wenn man in besagtem Bus sitzt und dem Fahrer mal über die Schultern schaut, sieht, dass die eigene Ampel gerade grün wird, und dann (ca. 200m weiter) die nächste Ampel gerade auf Rot umschwingt, also beschleunigt der Bus fährt vor bis zur nächsten LSA, und wartet dort wieder auf das beliebte grüne Signal... Dies ist die Glasgow-Bedeutung von Stop and Go.... und wenn er einmal wartet, dann wartet er auch, denn damit kommen wir auch schon einer weiteren Eigenschaft der hiesigen Ampelwirtschaft: Die Schaltung an sich... Man stelle sich eine einfache Kreuzung vor, wo die Straße von A nach B die Straße von C nach D kreuzt. In Deutschland kann man Beobachten, dass dann meisten sowohl die Richtungen A-->B als auch B-->A gleichzeitig grünes Licht bekommt, und mit Ihnen gemeinsam die Fußgänger in die besagten Richtungen, und danach die beiden anderen möglichen Richtungen, wiederum parallel mit den Fußgängern. Hier hingegen bekommt jede einzelne Richtung ihr eigenes grünes Signal, also zuerst A-->B dann B-->A usw. und erst im Anschluss daran, bekommen alle Fußgänger gleichzeitig ihr Grünes Signal, was einiges an Wartezeit bedeuten kann - widerum die Sache, die man als chronisch verspäteter Student gründlich vermeiden will. Um diese Wartezeit zu überbrücken hat das liebe Inselvolk sich aber was überlegt, und zwar die Kästen wo man drücken muss, um der Ampel anzuzeigen, dass man Grün bekommen möchte: Diese Kästen sind riesengroß und verfügen über genug Text, um sich die Wartezeit über mit Lesen zu beschäftigen, da steht dann, wie man sich verhalten soll, wenn ein rotes Männchen leuchtet, wenn ein grünes Männchen leuchtet, und wenn ein Grünes Männchen blinkt (das ist hier das Signal, dass man die Kreuzung nicht mehr betreten soll, aber man noch genug Zeit hat, wenn man bereits auf der Kreuzung ist, um diese zu überqueren.). Leider fällt bei dieser Menge an Text leider der Platz für den Knopf an sich ziemlich klein aus, so dass man den nicht mehr mit dem Daumen drücken kann, sondern nur mit einem anderen Finger, zumindest, wenn man erwachsene Hände hat.
An all diese Scherereien sind die einheimischen Inselbewohner natürlich gewöhnt und haben ihren Weg gefunden, damit umzugehen: Sie gehen einfach, egal was die Ampel sagt! Egal ob Rot, Grün oder Grün blinkend... Ein Blick nach rechts, einer nach Links und schnell rüber! (Man beachte die Reihenfolge, angepasst an den Linksverkehr!) Und meistens machen sie sich keine Gedanken darüber, ob man daran etwas verbessern könnte (nur wenige wie dieser Blogger), sondern singen einfach Lieder, wie das einer sehr bekannten und von mir heißgeliebten Komikertruppe (Monty P*****)....


Viel Spaß, bis zum nächsten Mal.....

5 Kommentare:

clem hat gesagt…

Das ist das dämlichste Ampelsystem, das man sich überhaupt vorstellen kann. Eine zusätzliche Rotphase für alle würde es perfekt abrunden.

georg hat gesagt…

Oh ja, es ist fast so dumm wie dies hier.

Schön Christoph, ein erster Post von dir. Wann gibt's Schottenrock und Dudelsack-Bilder?

Ändy hat gesagt…

Baroqueoverkill goes international.

Grüße vom Festland an den Leichtmatrosen.

michael matschie hat gesagt…

ja herzlichst willkommen. du kannst sicherlich britschen charme in diesen blog bringen.

ich würde mich viel mehr über beans-on-toast-bilder freuen

Christoph hat gesagt…

Vielen Dank für den Herzlichen Empfang... Bilder gibts unter

http://glasvegianlife.blogspot.com