Shake your Style.

29.11.2007

Bill Bryson - Eine kurze Geschichte von fast allem

Da ich in letzter Zeit eher unfreiwillig ein bisserl viel Zeit zum Lesen hatte, mal wieder eine kleine Buchvorstellung. In diesem Fall handelt es sich um ein populärwissenschaftliches Buch über die Wissenschaftsgeschichte der Naturwissenschaft. Dabei werden zahlreiche Probleme wie der Aufbau der Erde, die Quantenphysik, die Einteilung von Leben und derlei anderen in einer schier endlosen Vielzahl besprochen. Auf 700 Seiten. Fleißig gespickt mit lustigen (zumindest erheiternden) Anekdoten über dieses und jenen.



Aufgrund dieser Vorinformationen war meine Skepsis natürlich sehr hoch, dieses (mir einmal geschenkte) Buch zu lesen. Doch einmal begonnen, konnte ich es nur schwer bei Seite legen, denn selten gekannt spannend und gleichzeitig auf hohem sprachlichen als auch inhaltlichen (so ich das einzuschätzen vermag, was meine stark begrenzte naturwissenschaftliche Vorbildung natürlich nur äußerst beschränkt zulässt) Niveau, schafft Bryson ein von mir nie für möglich gehaltenes Kunststück, nämlich in zugleich verständlich lesbarer, aber ebenso exakter Weise ein derart in sich schlüssiges Überblickswerk über schätzungsweise die gesamte Erdgeschichte, das Leben und die dies erforschenden Wissenschaften und Wissenschaftler darzubieten. Behandelt werden zunächst vor allem die Geologie, die Physik, die Chemie und die Biologie, später noch die Anthropologie und andere Bereiche. Dabei ähnelt das Buch keinstenfalls einem Lehrbuch oder dergleichen, sondern der Autor beschreibt sehr zielgerichtet verschiedenste Aspekte dieser Wissenschaften zur Aufklärung unseres Lebens aus naturwissenschaftlicher Perspektive, wobei allein der Vorauswahl eben dieser Aspekte der Charakter des Wertens anhaftet.

Einzig ein bisschen zu viele "wenn ..., dann würde ..." Formulierungen (besonders im Hinblick auf die Endlichkeit des Überlebens verschiedenster Spezies) trüben ein wenig den nüchternen Eindruck. Ansonsten ist "Eine kurze Geschichte von fast allem" wie gesagt ein lesenswertes Buch, wer nach wissenschaftlicher Tiefe sucht, sollte natürlich besser teildisziplinäre Fachbücher in die Hand nehmen.

1 Kommentar:

Ändy hat gesagt…

Hört sich gut an. Manch einer behauptet ja, dass ein fundiertes Wissen über die Naturwissenschaften der Allgemeinbildung unabdingbar ist. Das seh ich auch so, wobei es nicht darauf ankommt nun ein absoluter Spezi zu sein, sondern der Überblick und die Entwicklung sowie Paradigmenwechsel das entscheidende darstellen. Darin Manifesziert sich der menschliche Fortschritt und wirft zugleich Fragen an die übrigen Wissenschaften auf.

Ist zum Beispiel der freie Wille nur eine Ausgeburt der Statistik oder ist er gar nur auf die Neurologie reduzierbar?

Ist Gott auf ein psychologisches Phänomen rückführbar, etwa als Einbildung um sich seiner schwer handhabbaren Freiheit zu entledigen, oder wie neulich ein Freund meinen Glauben analysiert hat: "Dein Glauben basiert auf ein Unterwerfungsverlangen!"