Shake your Style.

21.08.2008

Couscous-Kuss

da ich sonst so wenig bezutragen habe, habe ich mich entschieden, euch nichtsdestotrotz an meinem leben teilhaben zu lassen. und da ich sonst nix weiter erzählenswertes mache (zumindest nichts, was ihr nicht auch macht - bis auf die nur für insider wirklich interessante diplomarbeit), schreib ich nun über´s kochen. ich find kochen super! und da ich denke, dass ich das auch ganz gut kann, eröffne ich hiermit ein kochrezepte-post. anfangen möchte ich mit dem am heutigen tag kreierten couscous-kuss.




man brauch dazu:
  • 1 bund suppengrün (das ist ein stück sellerie, 1-2 möhren, ein stück porree)
  • 1 gr. tasse couscous
  • 1 knoblauchzehe
  • 1 kleinen blumenkohl
  • 1 kleinen brokkoli
  • 1 pkg. schinkenwürfel
  • 1 glas rinderbrühe (das ist rindfleisch und brühe in einem glas)
  • 1 becher sahne
  • 1 ei
  • 2 tl rotes pesto
  • 2 tl grünes pesto
  • salz, pfeffer, evt. bisschen zucker, petersilie
  • 1 tomate

man nehme einen großen topf (siehe foto). zuerst brät man das möglichst klein geschnittene suppengrün mit den auch jeweils möglichst klein geschnittenen blumenkohl- und brokkoli-strunken (die "zarten" teile) in öl an. bisschen braun sollte das ganze werden. dann die schinkenwürfel und den klein geschnittenen knoblauch dazu, auch andünsten und dann mit der brühe übergießen. das brühe-glas dann noch dreimal mit warmen wasser füllen und in den topf gießen. zum kochen bringen. dann die blumenkohl- und brokkoli-röschen und den couscous in den topf. hitze bisschen runterdrehen. deckel drauf. wenn das gemüse dann einigermaßen weich und der couscous gequollen ist, sahne dazugießen, pestos dazu. das alles bisschen pürieren (muss nicht total matsche werden). danach mit salz und pfeffer abschmecken. eine prise zucker rundet den geschmack ab. petersilie rein. zum schluss noch ein ei reinschlagen und die kleingeschnittene tomate dazu. noch mal paar minuten ziehen lassen und schön durchrühren. fertig! davon werden sicher so 4 personen satt und glücklich.



09.08.2008

medialer Sondermüll

Wenn zwei Stereotypen mit komplimentären Lebenswelten aufeinandertreffen, da ist kein Platz für Realität.
Der alte Drachen Alice Schwarzer triff auf auf den modernen Porno-Hip Hop (in Person von King Orgasmus One), dann entsteht doch zwngläufig ein medialer Pranger. Es wird mit Dreck geworfen und das ganze Repartuar von kritisch-naheliegenden Fragen aussgepackt. Ich finde es wirklich unfassbar dass die weiblich-intellektuelle Überlegenheit sich förmlich in ein Vakuum der Frasendrescherei implodiert und sich nur durch männlich-heruntergekomme Spracharmut nicht gänzlich der Lächerlichkeit Preis gibt. Für eine inhaltliche Diskusion und andere Studiogäste bleibt da natürlich kein Platz.


und Teil2


Ist jetzt altersbedingter Starrsinn oder geistige Beschränktheit schlimmer?

28.07.2008

Die Mandelbrot-Menge

Vor etwa einem Monat habe ich (von Bogusz inspiriert, der sich für ein Uniprojekt mit Fraktalen beschäftigt hat) ein Programm geschrieben, welches die sog. Mandelbrot-Menge zeichnet.

Um die Mandelbrot-Menge zu konstruieren geht man von einer Zahlenfolge z(n) aus die wie folgt definiert ist:

z(0) = 0
z(n+1) = |z(n)|² + c

Diese Zahlenfolge ist für jedes c eine andere.

Die Mandelbrot-Menge ist nun definiert als die Menge derjenigen Zahlen c, für welche die Folge z(n) gegen einen festen Grenzwert strebt.

Dabei sind c und z komplexe Zahlen, d.h. zweidimensionale Objekte in einer Ebene, die wie Vektoren addiert werden und die Mandelbrot-Menge ist ebenfalls eine Menge von Punkten in einer Ebene.

Das Ergebnis ist hier gezeigt:



Die farblichen Abstufungen sind ein Maß für die Sicherheit, mit der ein Punkt dazugehört (weil man mit dem Computer nur endlich viele Folgenglieder untersuchen kann, ist nie sicher, ob die Folgen wirklich gegen einen Grenzwert konvergieren)

Auf dieser Seite sind ein paar Zoomfahrten durch die mannigfaltigen Details der Menge zu sehen. (Wenn man ein Bild anklickt, wird auf den rot hervorgehobenen Bereich gezoomt.)

24.07.2008

Michael goes Bollywood

22.07.2008

Im Internet gibt es ja einiges was einem das tägliche Leben verschönern kann. dazu gehören sicherlich auch die vielen Wege sich Musik zu besorgen: da wären die radiostreams oder so genannte podcasts (kennt jemand den Unterschied?), ober diverse Foren und Blogs mit Mixes zum Downloaden.

Ich bin heute auf dnd-sets.de gestoßen. eine Seite die alle namenhaften Foren für Drum´n´Bass täglich abgrast und die neusten Mixes heraussucht und zum streamen und download anbietet. Weiss jemand ob es derartiges auch für dubstep, tekno, usw.. gibt.

16.07.2008

Ist spät geworden, ja ja…

Eigentlich ein schönes Motto für den Baroque-tell, dachte ich bei der Heimfahrt als alle anderen zum Arbeit mussten. Und daher rufe ich hiermit dazu auf mir akustische Beiträge zu diesem Thema zuzuschicken. Aus allen Einsendungen werde ich dann etwas basteln und es über den Emailverteiler allen zuschicken. Das ist erstmal das grobe Konzept eines Versuches den eingeschlafenen Baroque-tell neues Leben einzuhauchen.

Ich sage jetzt einfach mal wie wir das machen werden, also:

Ihr solltet nichts überstürzen und die Idee auf erstmal verdauen, dann sicherlich auch noch etwas Material auftreiben oder darüber stolpern, also mache ich den Einsendeschluss am Sonntag den 31.August 2008. Das sind von jetzt an reichlich 6 Wochen die ihr zur Bearbeitung der Idee zur Verfügung habt. Ich hoffe ihr gesteht mir dann auch etwas Zeit zur Bearbeitung ein.

Die Beiträge die ich haben möchte sollten pro Person kleiner-gleich 5min sein, können aber auch nur 10sec sein, denn allein die Geste zählt. Im Grunde kann jeder auch zehn 10sec Beiträge an mich schicken. Dann natürlich das allseits bekannte mp3-format auf 192kbps und 44100kHz, also Standart.

Inhaltlich setze ich euch keine Schranken, muss aber dennoch 2 Regeln festlegen: 1. Der Beitrag steht in irgendein Bezug auf das Motto und 2. hat nicht die Form von Musik. Alles andere ist erlaubt.

Ich behalte mir das Recht vor die eingesendeten Beiträge frei und respektvoll zu bearbeiten.

Das Motto lautet wie oben stehend: „Ist spät geworden, ja ja…“

Sendet eure Beiträge an mich und allen die meine Emailadresse nicht kennen, sie steht im Verteiler und beginnt mit einen „r“ und endet auf „@gmx.de“

Also wenn ihr noch Fragen habt dann stellt sie und schreibt einfach mal im Anschluss ob ihr mit macht. Viel Spass mit dieser Aufgabe

13.07.2008

Amin Maalouf -Das erste Jahrhundert nach Béatrice

Als Mängelexemplar erworben, übertrifft der Inhalt dieses Buches bei weiten sein Äußeres, obwohl eigentlich keine Mängel festzustellen sind, bis auf den "Mängelexemplar"-Stempel. Grob wiedergegeben, geht es um ein Medikament, welches das Sperma des Mannes verändert und sein Weib ausschließlich einen Jungen gebären lässt. Vom bloßen Potenz steigernden Pulverchen bis hin zum weltweiten Komplott deckt dabei Insektenforscher Jarry die Strukturen des im Untergrund agierenden Netzwerks auf und stößt dabei dank seiner Geliebten Clarence, zugleich Journalistin, auf weltweites Echo. Die mit dieser neuen Möglichkeit konfrontierte Gesellschaft reagiert aber so gar nicht wie erwartet, und nimmt das neue Pharmazeutikum mit offenen Armen auf. Die sich daraus ergebenden globalen Folgen und moralischen Abgründe verpackt in attraktive Handlungsstränge sind Hauptgegenstand des Buches, das gepaart mit sprachlicher Raffinesse und intellektuellem Drive zu einem Serrano Schinken unter den Büchern avanciert. Kostprobe:
"Genauso saß ich auch da, als Ende Juli das Drama von Naiputo gemeldet wurde. Zur Geschichte stehen solche Dramen im gleichen Verhältnis wie Wörter zum Gedanken; man weiß nie ob sie selbst gestalten oder lediglich widerspiegeln."

Der aus Libyen stämmige Autor versteht es althergebrachte und zigfach durchgekaute Zwiespälte der Menschheit,, zu denen man in unserem Umfeld bereits eine gewisse Distanz aufweist, weil man nicht mehr unmittelbar mit ihnen konfrontiert wird,, glaubwürdig und nachempfindbar wiederzugeben, da er sie in einen zeitgenössischen Kontext setzt. Die besondere Authentizität beim Behandeln derartiger Themen ist wohl auf seine Abstammung zurückzuführen, wo Stammeskult und Genderproblematik auch in heutiger Zeit noch schreckliche Keime zum treiben bringen. Dennoch wird nicht mit dem erhobenen Zeigefinger angeprangert, sondern vielmehr sachlich geschildert, und die Urteilsfindung dem Leser selbst überlassen, was einen hier und da über seine moralischen Werte selbst nachdenken lässt.

05.07.2008

wer ist hier der freak

Ich oute mich! Jeder Mensch hat seine Laster - und jetzt geb ich es zu: ich stehe auf die Golden Girls! Die Serie kommt jeden Tag zum frühen Abend auf ComedyCentral. Es handelt sich hierbei um eine amerikanische Sitcom aus den 80er Jahren. Die Hauptcharaktere sind vier ältere Damen, die in einer Wohngemeinschaft in einem Haus in Miami / Florida zusammen ihren Lebensabend verbringen. Bei den vier Damen handelt es sich um die männergeile Südstaatlerin Blanche Devereaux (Rue McClanahan), um die gutmütige aber total dumme Witwe Rose Nylund (Betty White) aus Sankt Olaf, Minnesota, das stets sarkastische Mannweib Dorothy Zbornak (Beatrice Arthur) aus Brooklyn und dessen rabiate Mutter Sophia Petrillo (Estelle Getty), eine gebürtige Sizilianerin, die ihre Mitbewohnerinnen stets mit viel Ironie, Zynismus und Lebenserfahrung bedient.

Die Serie eignet sich perfekt zum entspannen und hat aufgrund der irren 80er-Jahre-Outfits und Hairstylings, der Musik, der total überzeichneten Charaktere, der Pappmasché-Kulissen und ner ganzen Handvoll Running Gacks einen enormen Suchtfaktor. Man muss sie einfach nur gern haben und insgeheim wünscht man sich irgendwann einmal ein ebenso skuriles, spannendes und herzliches Rentnerdasein.

Leider gibt youtube in Sachen Golden Girls aufgrund der mangelnden Aktualität und geringer Bildqualität nicht so viel her, deswegen hier nur ein Bild:


... und der Titelsong:



... und dazu die wirklich ernstgemeinte Empfehlung, mal einzuschalten wenn es wieder heißt "thank you for being a friend.."

03.07.2008

Achtung Ohrwurm!!!

Santogold singt L.E.S. Artistes und bewegt sich musikalisch inrengwo zwischen new rave und dub + x. Dieser neue und frisch Sound ist 100% radiotauglich und erinnert mich irgenwie an Gnarls Barkley, Ebony Bones oder The Slits.

Schmetterling und Taucherglocke

Gestern sah ich im Kino einen Film, der mich, wie seit langer Zeit nicht mehr erlebt, unglaublich begeistern konnte. "Schmetterling und Taucherglocke" ist ein französischer Film des amerikanischen Malers und Regisseurs Julian Schnabel, in dem die (wahre) Geschichte des Journalisten Jean-Domique Bauby erzählt wird. Dieser erleidet im Alter von 43 Jahren einen Schlaganfall und kann fortan nur noch ein Auge bewegen, ist aber geistig vollkommen wach und aufnahmefähig. Mittels einer wahnwitzig langwierigen Methode (Alphabet aufzählen, einmal Blinzeln für Ja, zweimal für Nein) wird es ihm aber möglich, mit der "Außenwelt" zu kommunizieren. Aus dieser Situation heraus schreibt Bauby das Buch "Der Taucheranzug und der Schmetterling", welches gleichzeitig die Basis des Films darstellt.
Besonders bemerkenswert ist die fast schon aufdringlich emotionale Nähe, die der Film zum Zuschauer aufbaut, genauso wie schlichtweg herausragende Szenen und Bilder. In seiner Gesamtheit erarbeitet sich "Schmetterling und Taucherglocke" schließlich eine dermaßen positive und lebensbejahende Perspektive (ohne in irgend einer Weise politische/ethische Antworten zu geben), dass die Rührung am Ende eher Freudentränen als Verzweiflung bedeutet.


Wunderschön sind auch Intro und Abspann des Films. Im Letzteren singt Tom Waits zu im Rückwärtsgang gezeigten Aufnahmen von Gletscherabbrüchen in der Arktis, einen passenderen Ausklang habe ich selten erlebt.

Für mich persönlich auch ein Film mit emotionaler Vorbeladenheit, weil ich während meines Zivis einige Male mit einem zu dieser Zeit schon seit 13 Jahren bis auf die Augen durch einen Schlaganfall vollständig gelähmten Mann in Berührung kam. Auch dieser war geistig vollkommen fit, hatte vor dem Unfall Familie mit Kindern und weilt nun im Reich des Alleinseins nur mit dem eigenen Geist und den diesen durchflutenden Gedanken.

Verweisen möchte ich noch auf zwei tiefer gehende Kritiken (hier + hier) und schließe mit der Empfehlung, sich "Schmetterling und Taucherglocke" auf gar keinen Fall entgehen zu lassen.

01.07.2008

dito - fusion

Immer sachte Ferienkommunismus! Ich muss dem André Recht geben, dieses Jahr bekommt die Fusion 1 Punkt mehr für fette Acts und einen halben abgezogen für den Verzicht auf Quadrophonie im 80Hz-Bereich an der Turmbühne. Hier noch eine Ergänzung in Richtung Uptempo-Downbeat ;-)



Spoonbill

Downbeat mit feinem Gefrickel der niemals nervt und immer tanzbar bleibt, Clemens ich glaub den könntest du mögen und ale anderen die auf TM Juke, General Electrics oder Quantic's letztes Album stehen. Knaller!

Der Dritte Raum

Unbedingt anhören: "Tag Nacht Song". Dieses Urgestein der Fusion spielte schon 1997 oder wie es scheint auch in jedem weiteren Jahr. Samstag Morgen 12 Uhr beim Duschen vernommen, ein nackender Herr meinte "Mit Verlaub, Atmotec vom Feinsten!", ich stimmte ein: "Atmotec solls sein!"

3-1

ElectroPunk aus den Niederlanden mit tightem Rap, der an Mike Skinner erinnert, leider sind die Promos auf Myspace dermaßen schlecht, dass nur Leute zustimmen werden die selbst dabei waren, ich selbst hatte nach 30 min nix mehr gehört und bin völig durchgeschwitzt mit Schüttelfrost ins Zelt und hab den Abend vorzeitig beendet. Daumen hoch!

30.06.2008

FUSION die 2-te

Einmal da gewesen kommtst'e nicht mehr los von. Drum hatte mich das Fusion-Festival dies Jahr wieder, und neben mir noch auch so einiges an Act's die's mir angetan haben. Eine kleine aber feine Auswahl:

Jake the Rapper

Kurpulenter herrtiger Bär mittleren Lebensalters und Zylinder auf dem Kopf. Produziert minimalen Techno/Electro der durch Live-Vocals für die besondere Atmosphäre sorgt. Track "mission to nowhere" auf der MySpace-Site unbedingt anhören.
Und hier sein Mix von der Fusion. (Rechtsklick zum Herunterladen)

Stimming

Eineinhalb Stunde feinstfrische Kost auf die Ohren im Live-Set. Einfach geil mit anzusehen wie er sein Werk liebt und zu jedem einsetzenden Bass und Treble gefühlstvoll mitgeht. Ein Spirit der auch der Musik zu eigen ist. Hört euch "Funkworm" und "Eiszauber" an, und ihr wisst was ich meine.

Dabei ging das beides auf der Mainstage, wo letztes Jahr noch "Sprallomugge", im Vergleich dazu, leif. Eine super Qualitätsoffensive, die, nebst ausbleibender Propaganda um die Massen fern zu halten, auch in den nächsten Jahren dafür sorgen sollte, dass das Festival seinen einzigartigen alternativen Charakter behält.

26.06.2008

one more classic

Norman McLaren war einer der ersten Videokünstler und schuf 1952 den Antikriegsfilm Neighbours.



auch andere Filme von ihm kann ich empfehlen, aber schaut selber...

dDamage

Hier soll einmal kurz das elektronische Duett dDamage aus Paris vorgestellt werden, das mir schon einige Wochen große Freude macht. Die Musik ist Brawndo für die Ohren und ansonsten schwer beschreibbar. Gestört und auf den zweiten Blick wunderschön. Jeder meiner durch Rastlosigkeit angetriebenen Denkversuche in der Straßenbahn wurde durch den knüppelnden und fiependen Sound in meinen Kopfhörern unterbunden. Im Gegensatz zu sog. Chillmucke wirklich entspannend.



Auf der myspace-Seite gibt es auch das super Stück Punkture zu hören.

24.06.2008

Ein kleiner Comic

der mich immer wieder zum Lachen bringt.

23.06.2008

Es ist Sommer!

Loovin' Spoonful - Summer in the city

das verflixte Openairding

Jeden Somer auf's Neue: Biste dieses Jahr wieder beim ***-Festival dabei? kennt sicher der Ein oder Andere, oft folgen dann lustige oder gar anstrengende Geschichten vom letzten Mal. Ich frag' mich heuer wer hat noch einen heißen Tipp parat, denn mit 22 schleicht sich so langsam die Attitüde des "been there, saw that, know them all" ein, so alt bin ich noch nicht und so frage ich euch, was geht?

21.06.2008

Alfred J. Kwak

Nachdem Antje am Ende ihres baroquemiks1-parts die wundervolle Schlusssequenz einer von mir sehr geschätzten Fernsehserie kunstvoll einflocht, und wir vor kurzem uns über eben diese Serie wohlwollend und voller Begeisterung unterhielten, hab' ich mich im weiten Internet auf die Suche gemacht und bin, na klar, bei youtube fündig geworden. Da gibt's nämlich alle Folgen in sehr annehmbarer Qualität zu sehen! Hier mal Folge 1 als Starter.



Ich muss sagen, dass Alfred J. Kwak so ziemlich alles besitzt, was ich von einer Kindertrickserie erwarte: Gehaltvolle und dennoch nicht zu komplizierte Storys, ein nicht zu unterschätzendes aufklärerisches Potential (Geschichte und Politik für Kinder, aber nicht von Idioten) und viele liebenswerte Charaktere. Außerdem ist die Musik einfach klasse.



14.06.2008

Alles Gute, Martin!

Indeterminismus 2: Determinismuskritik für Fußgänger

Der praktische Kritikpunkt a) meines letzten Textes soll hier auf einfache Art praktisch demonstriert werden. Das ganze läuft auf die Frage nach der exakten Messbarkeit einer Größe hinaus. Dazu stelle ich mir die Frage nach der Länge x meines Schreibtisches. Zum messen verwende ich eine Schmiege, an der ich mit dem Augenmaß auf halbe Millimeter genau ablesen kann. Ich messe eine Tischlänge von

x=129,5 mm.

Jetzt kann ich davon ausgehen, dass ich auf mein Messgerät ein Abbild der Wahrheit projiziert habe und eine völlig wohlbestimmte Tischlänge kenne. Wenn ich nun auf die freche Idee komme, die absolute materielle Wahrheit auf die Probe zu stellen, indem ich nochmal messe, erhalte ich den Wert

x=129,0 mm

Erschüttert stelle ich fest, dass die Wahrheit sich um 0,5 mm verkleinert hat und die Welt einen kleinen Indeterminismus zeigt.

Bevor wir fortfahren eine Zwischenbemerkung: Man könnte einwenden, ich würde absichtlich ungenau gemessen haben, meine Schmiege ist krumm, der Tisch hat sich in der Zwischenzeit wegen einer Temperaturänderung zusammengezogen oder ähnliches. Diese Einwände sind prinzipiell gerechtfertigt, ändern aber nichts am demonstrierten Effekt. Selbst bei gewissenhaftestem Ausschluss aller dieser Störungen bräuchte man nur ein genaueres Messinstrument und man würde wieder Abweichungen beobachten, lediglich ein paar Kommastellen weiter hinten.

Mit einem kleinen Trick kann ich der Wahrheit der Tischlänge nun dennoch indirekt auf die Spur kommen: ich messe einfach sehr oft und kann dann statistische Untersuchungen anstellen. Nach N=10 Messungen erhalte ich die Werte

x/mm = 129,5; 120,9; 129,5; 130,0; 129,5; 130,0; 128,0; 128,5; 129,0; 129,0

und nach weiteren 40 Messungen insgesamt 50 Werte, deren Auflistung ich mir spare. Man sieht die Häufigkeiten verschiedener Messwerte in der folgenden Grafik:



Wie alle zufallsverteilten Prozesse beobachtet man dass Annähern an eine eingezeichnete Gaußverteilung. Würde man diese nochmal durch die Gesamtzahl 10 bzw. 50 teilen, erhielte man eine Wahrscheinlichkeitsverteilung.

Eine Gaußkurve etwas einfacher dargestellt sieht so aus:



sie besitzt ein Maximum a (da ist die Wahrscheinlichkeit am größten, also meine am wahrscheinlichsten wahre Tischlänge) und sie kann verschieden breit sein. Ein Maß für die Breite ist die halbe Breite des Huckels auf seiner halben Höhe. Diesen nennt man Standardabweichung sigma. Die Wahrscheinlichkeit dafür irgendeinen Wert in der Sigma-Umgebung von a zu messen ist genau die graue Fläche unter der Kurve. Sie ist schon so ziemlich der größte Teil, die Wahrscheinlichkeiten der restlichen weißen Flächen sind klein, aber nicht Null. Man kann ausrechnen, dass für unser definiertes sigma diese Wahrscheinlichkeit 92% ist. Nimmt man die doppelte Umgebung, dann ist sie etwa 98%, bei der dreifachen 99% usw.
a repräsentiert also meine mittlere Wahrheit und sigma ein Maß für deren Unkenntnis.

Die werte für meine Messung sind:
N=10: a=129,35 sigma=0,10
N=50: a=128,99 sigma=0,07

Man sieht also, dass die Gaußkurve mit mehr Messungen schmäler wird und die Unbestimmtheit sinkt. Ich kann für N=50 sagen mit 90%iger Wahrscheinlichkeit hat meine Tischlänge den Wert

x=(128,99 +/- 0,07) mm

oder mit 99%iger Wahrscheinlichkeit den Wert

x=(128,99 +/- 0,14) mm

Welche Aussagen kann ich aber bzgl. der Tischlänge treffen, die der Wahrheit gerecht werden? Ich benötige eine 100%ige Sicherheit. Das entspricht der gesamten Fläche der Gausskurve. Auch wenn sie nach außen immer kleiner wird, hat sie einen nicht verschwindenden Wahrscheinlichkeitsbeitrag. Ich kann also nur sagen:

Mit 100%iger Wahrscheinlichkeit hat mein Tisch irgendeine Länge.