Shake your Style.

04.01.2009

Auf Sachsens Pisten ist die Hölle los

Keine drei Tage ist es her, da verunglückte der thüringische Ministerpräsident und, offiziell nur noch ehemalige, Kreationist und poitisches Trampeltier, Dieter Althaus, dermaßen tragisch auf der Schipiste beim Schifahren, dass dabei eine Frau ihr Leben verlor und er selber scheinbar nur knapp davongekommen ist. Dies passiert in Österreich andauernd, 20mal in der letzten Saison. Nich schön, aber gehört offenbar dazu.

Keine zwei Tage ist es her, da beginnen sich die öffentlichen Medien mit Druckerpatronen auf Zeitungspapier und mit Kamera und Satellit und Co promt einen auf die story runter zu holen, schlimmer, sie hören gar nicht mehr auf mit ihrer Masturbationsorgie und dies treibt wie eh und jeh und immer Auswüchse der wunderlichsten Art. Abgesehen vom privaten Unglück und dem unerträglichen Zustand, dass die Beteiligten von einem unersättlichen Schwarm Dreckmaden ausgesaugt werden bis sie nichts mehr hergeben, ich habe selten hautnah soviel mediale Plumpheit erlebt. Nicht nur, dass 'Bild am So' heut groß und breit und als alleinigen Titelkracher die Geschichte zum hundertsten Mal wiederkäute und mit Fotos nicht geizte, nein, 'Mopo am So' setzte einen drauf und schaffte doch tatsächlich dermaßen wahnwitzig gehirnverbrannt den Umkehrschluss zu den erschreckenden Umstände auf Sachsens Schipisten, natürlich hitverdächtig auf Seite 1 platziert. Ich check's nich. Wie geht das, wie kann man mir das antun, so 'nen Scheiß verkaufen zu müssen. Hilfe, das gibt's doch gar nicht, das lesen Leute, Menschen!!! Sowas vollkommen, also absolut hundertprozentig idiotisches, sinnloses, ne, das hatten bisher selbst diese Schundblätter nicht fertiggebracht. Na gut, ganz bestimmt, aber wenn man die Dinger nich liest... Deshalb umso mehr:

Nein Nein Nein, ich sag Nein. Zu diesen Eiterpickeln menschlicher Entwicklung, zu diesen Brandblasen der öffentlichen Kommunikation. Ich hasse euch, scherrt euch zum Teufel, Bild und Mopo und RTL und Stern und das ganz Pack, lasst die Welt in Frieden.

Fraktale #2: Fraktale durch IFSs



In diesem Text möchte ich zeigen, wie man Fraktale erzeugen kann. Der grundlegende Mechanismus (IFS) soll anschaulich erklärt werden. Um seine Mächtigkeit zu demonstrieren, werde ich damit abschließend 500 Fraktale generieren und diese zur Schau stellen. Die Theorie ist ohne mathematisches Vorwissen nachvollziehbar.

Die Kopiermaschine und das Paradebeispiel

Stellen wir uns einmal einen Kopierer vor, der folgendes leistet: Das Bild auf einem (quadratischen) Blatt wird dreimal um 50% verkleinert ausgedruckt wie in dieser Abbildung:



Nun ein kleines Gedankenexperiment: Wir schieben ein komplett eingefärbtes Blatt Papier in den Kopierer und fertigen eine Kopie an. Diese schieben wir nun wieder in den Kopierer und fertigen eine Kopie an usw. (Prinzip des feedback process). Das folgende Bild zeigt die ersten 7 Kopien des Quadrats:



Es entsteht also ein immer detailreicheres SIERPINSKI-Dreieck(!) Tatsächlich entsteht es mit seinen unendlich tiefen selbstähnlichen Strukturen erst nach unendlich vielen Kopierschritten (,es ist quasi der Grenzwert des Kopierprozesses), betrachtet man aber Bilder mit endlicher Auflösung, wie auf diesem Bildschirm, dann ist bereits nach 7 Kopierschritten ein Bild erreicht, dass nach jedem weiteren Kopierschritt unverändert bleibt.

Das allgemeine Prinzip

Wir konnten die vielfältige Struktur eines Fraktals durch eine einfache Kopiermaschine eindeutig charakterisieren:



Eine solche Kopiermaschine nennt man in der mathematik IFS (iterated function sequence). Ein seltenerer aber anschaulich etwas treffenderer Begriff ist MRCM (multiple reduction copy machine). Am letzten Bild sieht man auch, wie bereits das IFS die Struktur der Selbstähnlichkeit vorgibt.

Was wäre, wenn wir ein anderes IFS konstruierten? Z. B. das folgende



Es unterscheidet sich vom ersten Beispiel nur darin, dass die zwei unten plazierten Kopien 90° bzw. 180° gedreht wurden. Diese geringe Abänderung lässt den Prozess schon komplett verändert aussehen:



Die resultierende Struktur ist auch fraktal & selbstähnlich. Obwohl das IFS sehr simpel ist, scheint die Struktur im Gegensatz zur vorigen einen eher organischen Charakter zu besitzen.

Erzeugt jedes IFS ein Bild?

Die Theorie der IFSs wurde in den 80er Jahren von den Mathematikern Hutchinson, Barnsley und Demko gründlich erschlossen. Man weiß seitdem, dass jedes IFS eine Grafik erzeugt. Dabei muss man den Begriff IFS nicht so eng fassen, wie es hier getan wurde. Man kann sich vorstellen, dass anstelle von 3 eine beliebige Anzahl von Kopien auf das Blatt gesetzt werden. Jede davon kann zusätzlich beliebig gedreht, gespiegelt und auf gewisse Art verzerrt und verschoben werden.

Auf der Suche nach mehr Fraktalen

Ich möchte jetzt noch zeigen, wie das Gesagte genutzt werden kann, um eine Vielzahl neuer Fraktale zu gewinnen. Dafür konstruiere ich systematisch IFSs, die aus 3 Quadraten aufgebaut sind, angeordnet wie in den vorigen Beispielen (oben links, unten links, unten rechts). Jedes der 3 Quadrate varriere ich systematisch über folgende 8 Orientierungen:



Das macht insgesamt 8 x 8 x 8 = 512 mögliche IFSs. Ein Programm, das diese Arbeit in ein paar Minuten erledigt ist schnell geschrieben. Die ersten 500 Bilder sind hier in einer guten Auflösung zu sehen:

500 Fraktale


Betrachtet man die Ergebnisse und bedenkt, wie simpel sie konstruiert wurden, darf man durchaus staunen. Besonders bemerkenswert finde ich, dass viele Formen natürlichen Erscheinungen ähneln (Blitze, Vögelschwärme, Schneeflocken, Blätter), obwohl der geometrische Charakter des IFS sehr starr und eckig ist.

03.01.2009

Ich lasse mir jetzt selber die ehre zuteil werden und den ersten post im neuen jahr schreiben. ihr hatte alle schlieslich genug zeit. auf diesem weg wünsche ich noch allen denen, die ich bis jetzt noch nicht sah, ein frohes neues jahr 2009 und das sich all eure vorsätze erfüllen.
ich möchte euch dennoch von den letzten minuten 2008 berichten. sie waren nämlich ohne tamtam oder trara ganz entspannt und irgendwie auch zeitlos. Jakub, Thomas und ich waren die einzigen die nicht zu den elbwiesen gingen und eine ruhige kugel in der rothenburger schoben. wir höhrten gute musik und unterhielten und bis der erste feststellte das es ja schon nach null uhr war, was den countdown überflüssig machte. im kühlstrank fanden wir noch eine flasche sekt, die wir uns schmecken liesen. im anschluss gings in die groovestation, aber das war dann nicht mehr 2008. so einen jahreswechsel möchte ich kommendes jahr wieder erleben. sollen die anderen machen was sie wollen, ich weiß jetzt dass der jährliche zeitpunkt an dem sich die meisten ziffern auf der digitaluhr ändern auch ohne mein zutun vergeht. eine beruhigenden tatsache die ich da erfahren habe.
das war es erst mal von mir und bleibt sauber

31.12.2008

aphorismusIII

Das Leben ist wie ein Sandkasten. Der Sand wird geformt durch Wind, der die Körner bewegt, Sonne, die die Konsistenz verändert, Regen, dessen tropfen kleine Krater hinterlassen, Frost, der nicht unter die Oberfläche schauen lässt; im Herbst liegt Laub drauf, das sich getrocknet verliert, im Winter Schnee, der geschmolzen die Sicht von neuem frei gibt; manchmal läuft eine Katze drüber oder es verirrt sich ein Pflanzenspross, beides zeugt von Veränderung; und man selbst sitzt mitten drin mit der Fähigkeit zu gestalten.

30.12.2008

Happy Akkordeon

Das Akkordeon



Ein Instrument höchstens in seinem Selbstverständnis. Hat mir bisher meistens Kummer gemacht und Ohrenkrätze bescherrt. Damit ist es nun nicht vorbei, aber passend zu alles ändert sich, sowieso und besonders momentan, hier meine Bekehrung. Fett Fett Fett, 5000 Sterne und Juhu.



Fröhliches Silvester an alle!

29.12.2008

Fraktale #1: Was sind gebrochene Dimensionen ?

Der eine oder andere hat vielleicht im Zusammenhang mit Fraktalen schonmal gehört, diese hätten eine gebrochene Dimension. In diesem Text möchte ich mit minimalem Aufwand veranschaulichen, was es bedeutet, dass eine geometrische Figur bspw. die Dimension 4/3 hat. Da in der Mathematik ein Dutzend Dimensionstypen existieren, beschränke ich mich hier auf die einfachste, die Selbstähnlichkeitsdimension.

Selbstähnlichkeit & Selbstähnlichkeitsdimension

Man bezeichnet ein Objekt als selbstähnlich, wenn es gänzlich aus verkleinerten Kopien von sich selbst besteht.

Z. B. ist ein Quadrat selbstähnlich, denn es besteht aus 4 gleichen Quadraten oder eine Linie denn sie besteht aus 2 gleichen Linien:



Die Zerlegung in 4 Quadrate (oder 2 Linien) war dabei willkürlich, wir könnten das Quadrat auch in 9,16 oder 32 identische Quadrate zerlegen usw. Für einen allgemeineren Zugang notieren wir die Zahl der Teilstücke N und das Größenverhältnis vom Teilstück zum Original s für ein Paar dieser Varianten:



Für die Linie fällt auf, dass N immer der Kehrwert von s ist.
Für das Quadrat findet man, dass N das Quadrat des Kehrwerts von s ist.

> Auch wenn es unendlich viele Zerlegungen gibt, haben beide Objekte einen charakteristischen Zusammenhang zwischen N und s, und zwar:



Das ist gerade die Zusammenfassung unserer Beobachtungen, sofern wir für das Quadrat D=2 und für die Linie D=1 setzen. Die Zahl D können wir als eine Eigenschaft des Objekts sehen. Man nennt sie die Selbstähnlichkeitsdimension des Objekts.

Gibt es interessantere selbstähnliche Mengen?

Ja. Sie sind aber schwerer vorstellbar. Ein häufiges Konzept zur Beschreibung solcher Mengen ist die Angabe einer Konstruktionsvorschrift. Diese muss man unendlich oft Wiederholen und erhält dann als Ergebnis eine selbstähnliche Menge. Hier sind 3 Beispiele gezeigt, die KOCH-Kurve (a), der SIERPINSKI-Teppich (b) und das SIERPINSKI-Dreieck (c):



Man kann nun auch für diese Objekte die Dimension bestimmen. Man muss sich nur eine Zerlegung überlegen und N, s in die Gleichung einsetzen.

Z. B. zerfällt (b) in N=8 Teilsücke (Quadrate) der Skala s=1/3. Damit die Gleichung erfüllt ist, erhält man eine Dimension von etwa D=1,8928.

Zusammengefasst für alle drei findet man die Dimensionen

(a): D=1,2619 (N=4, s=1/3)
(b): D=1,8928 (N=8, s=1/3)
(c): D=1,5850 (N=3, s=1/2)

Wer noch etwas mit Mathematik zu tun hat, kann die Dimension natürlich explizit selbst bestimmen, indem er N und s in die nach D umgestellte Formel einsetzt:



> Es gibt selbstähnliche Objekte.
> Es gibt darunter solche, die eine gebrochene (nicht ganzzahlige) Selbstähnlichkeitsdimension haben.
> Die Selbstähnlichkeitsdimension ist nur für selbstähnliche Objekte definierbar und daher sehr speziell, aber leicht bestimmbar.
> Ein Objekt, das auf einem Blatt Papier (oder Bildschirm) abbildbar ist, kann auch eine gebrochene Dimension zwischen 1 und 2 haben. Im Allgemeinen schreiben wir die Dimension 1 „Kurvenartigen“ und die 2 „Flächenartigen“ Gebilden zu. Die Beispiele (a)-(c) Widersprechen unserer Intuition.

28.12.2008

Abstraktion

gefunden auf http://www.osaka-gu.ac.jp/php/nakagawa/TRIZ/eTRIZ/eforum/e2006Forum/eETRIATFC2006Rep/eETRIATFC2006Rep070102.html

Erich Fromm – Haben oder Sein


Warum erfährt unsere Gesellschaft keinen humanistischen Fortschritt?

Haben oder Sein
ist zweierlei.


Erstens ein bedeutender Erklärungsansatz zu obiger Frage.

Fromm postuliert zwei konträre menschliche Existenzweisen: Haben und Sein.

Der Haben-orientierte Mensch ist von Besitzgier getrieben und versucht auf Probleme aller Lebensbereiche durch Aneignung zu reagieren. So will er auch Dinge besitzen, die man garnicht besitzen kann (z. B. Liebe, Sicherheit, Gesundheit, Erfolg). Einerseits wird er unglücklich, weil er die uneingeschränkte Befriedigung seiner Wünsche nicht erreicht, andererseits schadet seine „Jagd nach Glück“ anderen.

Eine Beschreibung des Sein-orientierten Menschen ist schwieriger, im Prinzip ist er aber die Negation des Haben-Typus.


Fromm sieht in dem Haben-Typus keinen „natürlichen menschlichen Egoismus“ sondern eine Gesellschaftskrankheit, die mit der steigenden Bedeutung des Privateigentums im Zuge der Industrialisierung geboren wurde und seitdem alle Institutionen durchdringt („Die Schule ist bemüht, jedem Schüler eine bestimmte Menge an Kulturbesitz zu vermitteln, und am Ende seiner Schulzeit wird ihm bescheinigt, daß er zumindest ein Minimum davon hat [...] Als hervorragend gilt jener Schüler, der am genauesten wiederholen kann, was jeder einzelne Philosoph gesagt hat. Er gleicht einem beschlagenen Museumsführer.“).


Gefolgt von einer klaren Analyse beschreibt er, warum und auch wie diese Krankheit geheilt werden soll.


Haben oder Sein
ist also zweitens auch eine Utopie.
Eine schöne Utopie. Ehrlich genug, um sich selbst Schwächen einzugestehen. Ehrlich genug um der eigenen Umsetzung Schwierigkeiten einzugestehen. Schön genug um dem kritischen Leser Freude zu machen. Stark genug um seine Gedanken zu bereichern.


Trotz der Schwächen des zweiten Teils ist der erste Teil (Analyse) von wundervoller Klarheit und Schlagkraft. Fromm arbeitet seine Ideen sorgfältig heraus. Eine gewisse Starrheit in seinem Denkmuster und das gelegentliche Auftauchen von untypisch grober Argumentation nimmt seiner Gedankenwelt vielleicht die Perfektion, aber das ist mir egaler als er vielleicht denken mag..

26.12.2008

Rätsel die einem das Leben so aufgibt

Ausgangspunkt sei: Der eitle Mann möchte aus ästhetischen Gründen im Winter an der frischen Luft ein T-Shirt statt angemessene Kleidung für die kühle Jahreszeit tragen.

Sieht das nicht lecker aus!
Er hat aber in folge dessen mit der Kälte zu Kämpfen. Es muss Abhilfe geschaffen werden. Hier einige Vorschläge zum Overcome(dEnglish).

i)

Naheliegend ist es die blank liegenden Körperteile welche sonst durch eine nPullover vor Väterchen Frost geschützt sind mit etwas Stoff zu überziehen:

Dies schaut aber ziemlich tuntig, im Sinne von 'nicht männlich', aus. Alternativen müssen her!

ii)

Eine Möglichkeit wäre es die Ärmel über einen Steg zu Verbinden, mit einer Aussparung für den Hals/Kopf:

Die Kälte hätte man sich damit zwar wie im vorangegangenem Beispiel vom Leibe gehalten, doch das Skandalöse daran bleibt.

iii)

Wie wäre als Ergänzung eine Kombination aus Rollkragenpullover und Schlips:

Nein!

iv)

Oder Stoff in Gänze zwischen den Ärmelansätzen:

Kommt einem bauchfreien Top ziemlich nahe, die Wirkung ist die Gleiche.

v)

Evtl. funktioniert's mit zwei Schärpen, die an Munitionsgürtel erinnern und einen militanten Touch ins Spiel bring:

Doch angesichts des verwandten Stoffes, der im Wind dem Träger scheinbar zu entfliehen sucht, könnten Milchbubbiassoziationen gewecken werden. Der christopher street day Charakter besteht weiterhin.

vi)

Dann doch vielleicht alles Stoff:

Womit man beim Pullover wäre und am Ziel vorbei. Wo bleibt denn da der Body.

Mein Modedesignlatein wäre hier erschöpft. Eine Lösung ist nicht so leicht möglich.
Was noch bleibt, doch dem Ziel auch nicht näher kommt, der Vollständigkeit halber nur betrachtet werden sollte, ist die Variation des Stoffanteils in die entgegengesetzte Richtung.

vii)

Das Schweisband:

Dem anhaftendem Makel der obigen Varianten vermag sich diese Kreation auch nicht zu entledigen, doch stoße ich hier auf ein Paradoxon, denn es scheint mir, viele meiner männlichen Kollegen tragen Diese gerade zur Betonung ihrer maskulinen Seite. Mmmh, ein weiteres Mysterium des Universums, über das ich mir bei einer Tasse Tee wahrscheinlich nochmal einige Gedanken werde machen müssen...

13.12.2008

Auch ein Verriss

Gestern am späten Nachmittag, es war bereits Dunkel, schlenderten wir im Schneematsch und gemütlicher Feierabendstimmung durch die Neustadt. Jennie brauchte Rohlinge, Micha und ich begleiteten sie in den Rossmann. Geblendet durch das gleißende Licht der gefühlten 1000Watt Neonröhren und betäubt durch den Duft eines BigBand Seifenvarietees, taten wir das was jeder normale Mensch in dieser Situation tun würde, wir hielten Ausschau nach Kitsch als auch Träsch. Findig wurden wir am Ständer für Medien in digitaler Form.
Bevor wir zum eigentlichen Höhepunkt gelangten, stellten wir die Anwesenheit einer 4erCD-Box Captain Cook's fest, was mir Gelegenheit erbrachte eine kleine Anekdote zur Anwesenheit Captain Cook's bei der Silberhochzeit meiner Eltern anzubringen (man siehe hier und hier) und den idealen Einstieg für die weitere Expedition bildete.
Es zog nun eine DVD mit schwarzer Hülle, auf der ein Kaminfeuer abgebildet war, unsere Aufmerksamkeit auf sich. Zu sehen waren Worte wie 'Lounge' und 'Musik' auf dem Cover, sowie die Namen einiger Interpreten, woraus wir schlossen es handle sich um atmosphärisch akustische Untermalung für einen langen Abend am Kamin. Doch das Format einer DVD machte uns stutzig. Trotzdem dauerte es eine Weile, bis wir den vollen Sinn dessen in unseren Händen erkannten. Für das Auge wurde im Einklang mit dem Hörerlebnis ein Feuer auf den Bildschirm der Heimkinoanlage gezaubert!
Eine Groteske fast, deren Gipfel man erreicht, erinnert man sich daran, dass die DVD ernsthaft zum verkauf angeboten wurde, der abstruse Gedanke dahinter ernst gemeint ist. Man stelle sich die fröstelnde Gemahlin vor, derer letztes Erlebnis mit der Winterkälte ein Klacken des Schlossen gerade in der Vergangenheit liegt, die die Hände über die Schulter streifend zu ihrem Liebling sagt: "Och Schatz, ist mir kalt. Machst du bitte den Kamin an." Er sagt:"Ja, klar." und drückt auf Play. Wow, boom, klatsch, piechou! Zu der perfekten, evtl. romantisch überzeichneten Situation vor dem realen Kamin verhält sich die DVD wohl etwa wie die Welt zu einem Vergnügungspark, oder der Lachsschwarm in der Barentssee zur in Vakuum verpackten Konserve. Immer und überall bereit, und für jede Schandtat zu haben.

Also haltet die Ohren steif Leute!

10.12.2008

Hype, ohne Phänomen!



DejaVu!

Habe es ein zweites Mal versucht und dem Hype, den unzähligen verehrten Blogs und dem Italodisco gehuldigt. Konkret: Ich fuhr gestern zum neu eröffneten Live@Dot in Berlin, ein Club konzipiert um Livemitschnitte zu produzieren. Dem zu Folge waren gefühlte 4 Toningenieure ständig am justieren was mir den glasklaren und sattesten Sound bescherte!
Der Laden liegt zwischen Fhain und Krzbg, besteht seit dem 1. Dezember und konnte demzufolge bisher weder von Hipstars noch einer Jugendsubkultur vereinnahmt werden, was sich aber spätesten bei DeLaSoul's und GrandMasterFlash's Visite im Januar ändern sollte.


Glass Candy (Ida No & Johnny Jewel) sind eine zweiköpfige Italodisco-Formation aus Portland (USA) und in Amerika wohl bekannt. Seit 2007 sorgt das Label ItaliansDoItBetter für Furore in Europa, da es sich dem, meiner Meinung nach besseren Begriff, DiscoNoir verschrieben hat und mit noch einigen empfehlenswerten Acts punkten kann; Farah, Mirage, Chromatics (ebenfalls mit Johny Jewel als Produzenten, wärmstens ans Herz zu legen!).



Glass Candy - Life After Sundown , hört euch unbeding auch das Belle Epoque Cover "Miss Broadway" an

Boom Tschak!

18:30 Dresden; besten Freund überredet
19:04 ins Auto eingestiegen
19:10 auf der Autobahnauffahrt geblitzt worden
20:50 Auto im Parkverbot untergebracht
21:05 Vorverkaufskarte gegen Stempel getauscht
21:06 passierte folgendes...

Disco wurde befreit von Schnörkeligkeiten wie Streichern und Trompeten, statt dessen wabert Giorgo Moroders Synthesizer im unteren Frequenzbereich, der Groove wird stark vereinfacht, die Melodiespuren auf eine beschränkt, Der Beat unter die 100bpm Marke gedrückt. Ida No eine verführerischen Sängerin, die über eine eben solche Stimme verfügt, versprengt erregte und lazsive Vocals genau dann wenn man dem elektronischen Stepptanz verfällt. Trotz weniger als 100 bpm legte es mir den Schalter um wie beim Techno, geradezu explosionsartig setzten die Melodien ein und mein Hirn aus, ich verliebte mich in die barfüßig, sich balettartig bewegende Frontfrau im Catsuite. Schweiß tränkte mein Shirt und hedonistischer BlackDiscoNebel den Raum.
Gefühlte fünf Minuten nach dem letzten Track war der Saal wieder leer; Berlin scheiterte diesmal nicht an Tanzverweigerung und Weltstadtanspruch, sondern ganz einfach an der afterhour, die wir mit 15 Italofetischisten bestritten ... besser so, denn Disco ist kein Pogo!

Zwei Plattenunterhalter, Emil Doesnt Drive & Robin Van Der Kaa, die keiner kannte und die auch Sachen spielten, die wohl sonst keiner kennt, waren mir sofort sympathisch, und konnten durch einige Perlen aus dem eigenen Plattenschrank punkten – der Aufenthalt verlängerte sich bis 3:30 ... Uni fiel aus...

hier ein Beispiel um die Phantasie anzuregen: HI NRG auf ItaloDisco, eine Bobby Orland Produktion



Ein durch und durch tanzbares Konzerterlebnis!

Verneigt Euch vor der Discokugel!

08.12.2008

Die Verkehrsinsel

Ich bin gestrandet, irgendwo
zwischen den blechernen Wellen des Großstadtverkehrs.
Winzige 5m² mit denen man sich begnügen muss,
bis die Ewigkeit der roten Ampel vergeht.
Vollkommen auf sich alleingestellt
und dennoch umgeben von Automenschen.
Isoliert und vom zivilisatorischem Geschehen ausgeschlossen,
kann man nur die schreiende Werbung studieren.
Wie lange der Proviant wohl noch reicht,
dabei ist der Supermarkt von hier aus zusehen.
Überhastetes Aufbrechen bedeutet Lebensgefahr,
man wartet auf das richtige Zeichen von oben.

Die Rettung durch ein grünes Männlein

03.12.2008

Vom fröhlichen Demonstrieren

Vor genau einer Woche war ich auf einer Demonstration gegen die neue Chemnitzer Polizeiverordnung. Im Prinzip nicht weiter spektakulär, offenbarten sich mir mal wieder eine Reihe von Einblicken, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

Zum Inhalt der zu bekämpfenden Verordnung sei nur soviel gesagt, dass diese dem Beispiel Erfurts folgend ein Verbot von Skateboarden an nicht dafür zulässigen Plätzen, dem Trinken alkoholhaltiger Getränke in der Öffentlichkeit, von wiederkehrenden Versammlungen von mehr als zwei Personen mit einem Mindestmaß an Behinderungs- und Beeinträchtigungspotential gegenüber Dritten, von leinenlosen Hundespaziergängen im Stadtgebiet und dem Geld"Schnorren" in der Innenstadt beinhaltet. Bestandteil der Verordnung sind nun keine verschärften Ordnungswidrigkeitsbestimmungen, sondern die Anwendung des Strafrechts bei Überschreiten.

Aufgerufen zur Demonstration hatte wie üblich ein loses Bündnis aus linken Jugendgruppierungen. Der Lautiwagen war bestellt, der Treff um 15.00 am Marxkopf offeriert. Mit etwa 350 Personen, also einer durchaus überschaubaren Anzahl, ging's schließlich durch die halbe Innenstadt, besondere Vorkommnisse gab es wie zu erwarten keine. Die meisten Teilnehmer waren Punks und die üblichen Verdächtigen, also linke Aktivisten, wichtige Personen des alternativen öffentlichen Lebens und eine Handvoll Studenten (die wiederum zur Hälfte den drei erstgenannten Gruppen zuzuordnen sind). Erfreulicherweise gestaltete sich der Kinderanteil als ausgesprochen hoch, der der Hundebesitzer aber leider auch (die auch die einzige Gruppierung waren, in denen "Normalbürger" vorhanden zu sein schienen). Mir stellte sich vor allem die Frage: Wo waren die Skateboarder, wo die Alkis, wo die Schüler, wo die Studenten und vor allem, wo die Hools?

Wie immer konnten die Redebeiträge allenfalls durch ein hohes Maß an Populismus, demagogischer Pädagogik, linken Klischees und offenkundiger nicht gemachter Vorbereitung aufwarten, mit einer Ausnahme gab's weder was Neues noch sonderlich Überzeugendes zu hören. Die verfehlte Jugendpolitik der Stadt wurde berechtig, aber kaum fundiert angegriffen, der Renterstereotyp, maßgeblich beheimatet in Chemnitz, verteufelt und als Grundübel des öffentlichen Lebens ausgemacht, der Polizeistaat theoretisch und am Chemnitzer Beispiel einigermaßen gut nachvollzogen und natürlich der Kapitalismus insgesamt und universell abgewatscht. Die Musik war mäßig, allerdings fand ich's wundertoll, in der Innenstadt, in welcher der Verkehr in Folge der Straßensperrung nahezu zum Erliegen kam und deshalb ein gewisses Publikum sich einfinden konnte, mit übersteuerndem Beasty-Boys-Sound so richtig laut zu sein. Bis auf zwei größere Plakate und die spärlichen Redebeiträge war die Demo aber sicherlich recht schwer zuordbar, weshalb der Assoziationsgrad der Unbeteiligten relativ gering ausgefallen sein dürfte.

Gerade im Hinblick auf den Eingriff in das Versammlungsrecht hoffe ich auf eine erfolgreiche Verfassungsklage, ansonsten wird die Wirkung des Umzuges wohl gegen Null tendieren. Bedenklich finde ich vor allem, dass bettelnde Personen strafrechtlich belangt werden können und der Willkür der Polizei ein weiteres Mal die Türen geöffnet werden.

Als Resümee lässt sich ziehen, zwei Stunden in nasskalter Nullgradkälte, aber mit mich umgebenden netten Personen verbracht zu haben, bis auf zwei Eingriffe der begleitenden Beamten wegen Vermummung kaum Aggressivität gespürt zu haben und mich neben beschriebenen Umständen die ganze Sache wie üblich nicht vom Hocker gerissen hat. Über Sinn und Unsinn lässt sich streiten, ich fand die Demo schwach organisiert und würde mit mindestens der Hälfte der anwesenden Leute vermutlich kein vernünftiges Gespräch zustande bringen. Aber als Form von Interessensvertretungen im Austauschprozess zwischen Öffentlichkeit und Staat war es mir ein willkommenes Mittel, meine Meinung kollektiv und auf einen sehr kleinen gemeinsamen Nenner reduziert kundzutun.

29.11.2008

animal war

Kommt bloß nicht auf die Idee, hier was rein zu interpretieren, von wegen 'schwarzer block' oder 'nieder mit den Unterdrückern'... (das Kokodil ist immer da)

27.11.2008

Lyrische Stilmittel im Alltag: Gatllamil et Tim Litseh C. Siryl

Auch wenn die akademischen Eliten sich schwer tun diese völlig mathematisierte Verballhornung von Sprache als Stilmittel ernst zu nehmen, zaubert einem sein Dadafaktor sofort das letzte bisschen vom inneren Kind hervor.

Als ich neulich gute 4 Minuten angestrengt überlegt habe, was mir an Osymyso's Songtitel God, a red nugget! A fat egg under a dog faul vorkommt, durfte ich die freudenspendende Wirkung dieser Spiegelinvarianten erfahren und möchte an dieser Stelle aufrufen, dem Palindrom mehr Platz in der Mitte der Gesellschaft einzuräumen!

Wenn ihr also mal wieder einen guten Anfang für eine wissenschaftliche Dissertation oder ein Gespräch mit einer scharfen Mieze sucht, versucht mal wieder das gute alte Trug Tim eine so helle Hose nie mit Gurt? oder behauptet geschichtsgewandt Nie grub Ramses Marburg ein.

24.11.2008

Man, war das angenehm heut früh im verschneiten Dresden zur Uni zu fahrn. Ich mag die frisch zugeschneiten Flächen. Alles so Glatt und schaut nach neu aus was einen Aufbruch impliziert. Ein neuer Tag mit neuen Chancsen. Um so schöner waren hinterm Hörsaalzentrum auf der Rasenfläche die zwei Schneemänner die einen am Morgen begrüßt haben. Der Gedanke ob ihn wohl Kinder am gestrigen Sonntag Nachmittag kurz vorm Dunkelwerden gebaut haben um es sich danach bei heißem Kakao in der warmen Stube und einer Märchenplatte gut gehen zu lassen war angenehm zu führen. Hätte auch nichts dagegen, wären es Studenten gewesen, die sich die erste Stunde des Montags sinnvoll gestaltet haben. Den ganzen Tag hat mich der fallende Schnee vor dem Fenster daran erinnert wie ruhig es draußen ausschaut.
Auf meinem Heimweg in der Dunkelheit war die Wiese mittlerweile übersät mit Schneemännern, die mir im diffusen Licht der Stadt die Gedanken des Morgens in Erinnerung riefen. Einer hatte einen Penis angeklebt, 10 Meter weiter stand gar ein Riesenpenis aus Schnee geformt. Die lies mich kurz innehalten, und ich hätte rein hacken können. Was geht denn hier an Dummheit. Eine derartige Manifestation der Beschränktheit bekommt man selten zu Gesicht. Ich hab ja nichts gegen freizügige Sexualität, noch was gegen andere Eisfiguren als Kugelkompositionen, doch das ist der Gipfel individuellen geistigen Versagens. Wie Gehirnamputiert müssen die Typen sein, die das gebaut haben. Zig mal mehr Feingeist erwarte ich von Vorschulkindern. Und ich hätte es tun sollen. Hingehn, und den Penis mit meinen Winterstiefeln dem Erdboden angleichen. Diese Eingebung kam mir auch recht Flott, es wäre noch nicht zu Spät gewesen, diejenigen wenigen Menschen in der Umgebung die mich dabei gesehen hätten würden mich wahrscheinlich auch noch für cool halten, und dennoch, ich entschied mich dagegen mit der Begründung, die Primaten unter uns haben auch ein Recht auf die Entfaltung ihrer Persönlichkeit. Damit hab ich's mir zu leicht gemacht, denn als es bereits zu Spät war hab ich mich über meine Entscheidung geärgert. Ich hätte die Welt ein Stückchen besser machen können. Meine Meinung nach hat jeder noch so geistig Zurückgebliebene die Möglichkeit eingeräumt zu bekommen ein Dasein zu fristen, bei dem er mit sich selbst zu Frieden sein kann. Doch diese Forderung muss nicht streng erfüllt werden sobald er den Gemütszustand seiner Mitmenschen auf unangenehme Weise beeinflusst. Genau der negative Einfluss fand bei mir statt, und verdammt, hätte ich das Teil doch einfach nur zusammengetreten, um damit dessen Sympathisanten zu zeigen was für eine niedere Existenz sie führen. Dass es Leute gibt, die über sie entscheiden dürfen. Man muss nicht alles tolerieren, dies sage ich entschieden.

21.11.2008

von Schlägen und Vorwürfen

Der Anfang bei diesen Dingen ist immer das Schwierigste. Sie sind viel zu lächerlich um ernst genommen zu werden und viel zu real um sie zu ignorieren. Aber manchmal muss man die Dinge aus der Hand geben damit sie ein Ende finden.

Es beginnt ganz unverhofft und spontan, niemand hatte es geplant und keiner wollte es so weit kommen lassen. Eine Party, es ist schon spät geworden und der Alkohol beeinflusst das Handeln Einzelner doch schon beträchtlich. Noch ist alles friedlich. Das Bier wird knapp, bis es um die letzte Flasche geht. Erst Vorwurfe, dann Verunglimpfungen und auf einmal geht es ganz schnell: Ein Handgemenge, Schläge und tumultartige Szenen. Alle fangen an zu schreien und niemand weiß worum es geht. Resultat: mehrere gekränkte Egos, eine gebrochene Nase und eine Frontlinie zwischen zwei Unverbesserlichen die sich nicht kennen, aber dennoch meine Freunde sind. Der Stolze will die Sache geklärt wissen, denn es geht um Sieg oder Niederlage und drängt mich nächsten Tag zur Klärung beizutragen. Der Unbedachte sieht sich als Opfer und fordert meine Kameradschaft als Freund. Ich lasse mich aber von keinem erpressen und beziehe keine Position, zumal beide eine Schälte für ihr Verhalten verdienen. Also vermittle ich beide Parteien einander und lasse geschehen was sonst eines Tages mit den Worten „Ist das nicht der Typ von damals,…“ in der Mensa oder sonst wo erneut eskalieren würde. Nur dass ich dann unvorbereitet wäre.
Nun könnte der ein oder andere denken, dass ich als Mittler zwischen den Fronten dafür Sorge trage ein friedliche Lösung zu erreichen. Allerdings haben wir es hier nicht mit einer Sache von Recht und Unrecht oder Wahrheit und Lüge zutun. Es ist eine Sache von Zorn und Groll, Ehre und Stolz, Drohung und Vorwürfen. Und dieses Spiel werde ich nicht mitspielen, denn es kennt nur Verlierer, es ist das Spiel des falschen Heldentums. Vermutlich verläuft sich die Sache eh im Sand und man geht sich in Zukunft aus dem Weg. Keiner von beiden wird zum Held, aber ihre Heldengeschichte werden sie trotzdem erzählen. So sind Männer nun einmal.

20.11.2008

Last night a mixtape saved my life


"I love music. I believe that for people who love music, the desire to share it is innate and crucial for music itself." Justin Ouellette

Was aber ist nun ein Mixtape? Geoffrey O'Brien meint es sei die am häufigsten ausgeübte amerikanische Kunstform. Für mich persönlich: eine Bekennerschreiben an die Frau des Herzens und an die Musik selbst, und wenn man einmal ehrlich ist, versteht man ein Mixtape auch meisten als solches. Erfolgt dann keine Antwort ist der zwischenmenschliche Versuch als gescheitert zu erklären und das sind in meinem Fall stolze 8 Tapes. Das ist traurig aber trotzdem falsch, denn jedem Mixtape das erwidert wird folgt früher oder später ein gewagteres ... und so beginnt dann eine Beziehung, ein postaler CrO2 Fluss bahnt sich seine Wege: man beginnt den Geschmack des Anderen nachzuvollziehen, entdeckt Liebenswertes an verhassten Genres. Ich entdeckte auf diesem Wege meine Liebe zu Amon Tobin, Kings of Convenience, Gonzales, Herman Dune, Elvis Perkins. Folgt eine Antwort, meist in Form von „Das zweite Lied fand ich schön“ oder „woher hast du diese lustigen Samples“, ist beim zweiten Mal direkt von mühsam in Schönschrift verfassten Playlisten abzuraten und überschüssige Kräfte sind in das Cover zu stecken. Einen meiner Meinung nach nicht zu unterschätzenden Aspekt; am besten schlicht, ohne kitschige Absichten und immer mit lustigen Titeln, sonst kommt der Wiedererkennungswert zu kurz. Mein persönlicher Favorit: „Dicke Makkaroni kurz geschnitten“
Macht dann etwa 30 Tapes auf der Gewinnerseite! Geschenkte Mixtapes sind also auch Trophäen der zwischenmenschlichen Resonanz.

„Mixtapes sind Männersache“, laut soziologioscher Stellungnahmen vor allem der männlichen Jugend der 80er. Und wirklich, ich kenne nur wenige Geschichten in denen Frauen spät nachts an einer ausgefeilten Playlistdramaturgie feilten, und noch weniger Frauen die das Handschubfach ausschließlich mit Tapes füllen. Mixtapes unter Männer sind dagegen so eine nerdige Sache in der es darum geht, wer dem anderen mehr unbekannte Floorfiller unterjubelt und damit die Hippnespunkte für sich erntet. Ich verurteile das als hinterfotzige Dialogform und möchte zu einem ehrlicheren CrO2 Diskurs animieren.

Die Frage nach dem Warum? Ganz klar, Kassetten sind das liebenswürdigste Speichermedium überhaupt, sie sind vergänglich, ganz langsam wie in einer Beziehung sind zuerst die höhen Weg, dann folgt unweigerlich der erste Dropout und später dann der finale Riss, vorausgesetzt man hat sie vorher ins Herz geschlossen und entsprechen oft malträtiert. Egal ob TDK, BASF oder Maxell alle erliegen sie dem Zahn der Zeit. Kleben hilft nur bei Liebeskummer!

Wichtig: 60 min sind die Besseren - leiern weniger, nicht zu viele Bekanntes, weil das sonst am Auskenner- und Heldenstatus kratzen könnte, BASF stellte 2007 seine Tapeproduktion ein und ein Taperekorder ist schon für 20 € zu haben! Tapes kosten nicht mehr als 2 Euro, der Versand nur 1,40 ... los geht's! Im schlimmsten Fall verschenkt man auch noch ein Walkman vom Flohmarkt.

FastForward!

19.11.2008

right into da'Brain

Das ist nicht der bei Michał angekündigte Post zum Denken. Das ist lediglich Science-fiction.

Es wird Vorgestellt eine neue Idee zur Funktionsweise des Gehirns:

Die biologische Essenz des Hirns bilden untereinander verknüpfte Nervenzellen. Diese sind aufgrund der leitenden Fähigkeit von Flüssigkeiten sowie mittels biochemischer Prozesse in der Lage elektrische Signale zu führen als auch untereinander zu übertragen. In Anlehnung an einen Schaltkreis, der durch Betätigung von Schaltern Lämpchen zum leuchten bringt, kann man Parallelen zur Funktionsweise des Gehirns ziehen. Indem die Untereinheit der Zelle durch ihre Fähigkeiten in einer aus den Zellen aufgebauten Struktur, einem Geflecht aus Kabeln gleich, Signale von einem Punkt zum Anderen übermittelt, somit einfachste Kausalbeziehungen in einem komplexen Netzwerk herstellt, ist es möglich von Ereignissen mit Auslöser zu reden. In der Komplexität der Verknüpfungen mit den ihr innewohnenden Freiheiten, könnte man den Schlüssel zum Verständnis neurologischer Prozesse vermuten. Zu finden sind Verknüpfungsschema die man Bestimmten Ereignissen im Hirn zuordnen kann. Die Frage ist ob die Prinzipien in der komplexen Ebene der Verknüpfungen bereits dazu ausreichen die Prozesse des Hirns zu erklären.

Man löse sich von dieser sehr einleuchtenden Vorstellung der Nervenzelle als lediglich den Übermittler von Stromimpulsen, und denke sich die Nervenzelle, besser eine Vielzahl davon, als Realisierung einer Spule. Einer Spule ist es zu eigen, sobald mit nicht konstantem elektrischen Strom durchflossen, ein Feld zu induzieren. Diese Eigenschaft komme nun auch einer Gemeinschaft von Nervenzellen zu, und es sei postuliert: Erklärungen für die Tätigkeiten des Gehirns, insbesondere des Zusammenhangs von Ereignissen, sind in einem von den Zellen erzeugten elektromagnetischen Feld zu suchen.

Ansprache zur Verantwortung der fortschreitenden Menschheit:

Wertes Hörerkollektiv,

bevor ich konkret auf die zu offenbarende Entdeckung zu sprechen komme, seien mir einige Vorbemerkungen gestattet. Das hier heute vorzustellende ist in hohem Maße dazu geeignet die würdevolle Existenz des Menschen zu gefährden und stellt deshalb weitreichende Anforderungen an die Art des Umgangs mit derartigen Entdeckungen. Das Konzept sagt eine ausgesprochen nicht gegen fremdes Einwirken geschützte Funktionsweise des Gehirns voraus. In Zukunft wird es mit Hilfe des neuen Verständnisses, entsprechende Bemühungen vorausgesetzt, möglich sein nicht nur die Gedanken eines Menschen ohne sein Wissen zu lesen, sondern gar diese zu Stören und zu beeinflussen. Eine Gruppe könnte einer anderen ihren Willen aufzwingen, auf Handlungsweisen könnte eingewirkt werden, Informationen gewonnen werden, die das Recht auf Selbstbestimmung, insbesondere der Erscheinung, des Einzelnen verletzen. Selbst der Einsatz als Waffen bei kriegerischen Auseinandersetzungen ist denkbar.
Wir sollten uns deshalb im klaren darüber sein wie wir diese Neuheit handhaben wollen. Wollen wir in diesem Fall über das wissenschaftliche Ideal, die Welt zu verstehen, hinaus gehen. Wollen wir das Wissen in der Praxis Anwenden, Apparate bauen, die Funktionsweisen des Gehirns beherrschen, auf sie Einfluss nehmen, Apparate, die Prozesse des Hirns verbildlichen können. Wollen wir überhaupt in diesem Punkt die Welt in wissenschaftlichen Theorien erklären. Denn zu derer experimenteller Verifikation werden Instrumente benötigt, die das Medium in dem sich die untersuchten Prozesse abspielen nachweisen und lesen können. Die Instrumente und Anwendungen bilden nämlich zugleich das Fundament der zahlreichen Bedrohungen die von dieser Entdeckung ausgehen.
Es ist also zu entscheiden ob der Mensch zur jetzigen Zeit mit dem ihm jetzt gegebenen Wissen umgehen kann oder ob er vor Unheil durch seine eigene Hand geschützt werden muss...

Dialog eines Liebespaares:

"Wäre das nicht schön, wenn wir uns im Geist verbindet könnten und bereits in Gedanken miteinander wären?"
"Wir würden weniger Wörter brauchen und ich würde mehr denn je wissen wie du fühlst."
"Und wären einig auf der intimsten Ebene die es gibt. Ich würde sie gern mit dir teilen."
"Ich mit dir auch."

11.11.2008

Rememberance Day







Vielleicht wisst ihr das alle schon, ich habe jedenfalls dieses Wochenende in London mit zwei älteren Herren über den 11 November gesprochen, da ich mich gewundert habe was diese rote Mohnblume in ihrem Knopfloch wohl bedeuten mag. Ein großer Teil der britischen Bevölkerung trägt seit den ersten Novembertagen, besonders aber am Sonntag, dem 9 November, dieses Assecoir. Nun, die Herren waren so freundlich und erklärten mir, dass am 11.11 um 11 Uhr für zwei Minuten die Arbeit niedergelegt wird und man schweigt in Gedenken an die Toten des ersten und zweiten Weltkrieges und aller Kriege die darauf folgten. Der Verkehr wird gestoppt, sämtliche U-Bahnen halten und in den Läden und Restaurants erstirbt das Gespräch. Diese Mohnblume (Poppy) wird von der Royal British Legion verkauft, den Erlös erhalten die alten Kriegsveteranen.






In meiner Erstaunung habe ich sämtliches Taktgefühl vergessen und meine Verwunderung über DIESEN Zufall geäußert, da doch am 11.11 um 11 Uhr in Deutschland der Faschingsbeginn ist, was unter anderem ausgelassene Fröhlichkeit und Karnevalumzüge beinhaltet. Dieses Datum wurde 1823 von einem "Festverordnendem Comité" in Köln als närrische Datum erklärt um von nun an einen geregelten Karnevalsumzug zu feiern. Zugleich ist der 11 November nach den alten Bräuchen der Martinstag, der ja den Beginn einer 40 tägigen Fastenzeit einleitet. So ist der 11.11, die Fastnacht, noch eine letzte Gelegenheit zu schlemmen und zu genießen. Ich habe großes Erstaunen geerntet. Nun ich bin jetzt zurück in Paris und genieße einen freien Tag, den heute ist der "Nationale Gedenktag zum Ende des ersten Weltkrieges" auf Französisch Armistice 1918 genannt, ...vor 90 Jahren wurde der Waffenstillstand von Compiègne unterzeichnet. Arbeiten ist heute verboten. Ein bisschen frage ich mich ob die Franzosen und Engländer das bunte Treiben in Köln mitbekommen und was sie davon halten. Aber es sind nicht nur Frankreich und England die diesem Tag gedenken, viele andere Länder wie z.B. Kanada haben auch einen Remembrance Day. Ein sonderbarer Zufall hat diese beiden Anlässe miteinander verknüpft. Es scheint als ob der Verlierer beider Weltkriege lieber ein anderes Datum gewählt hat, als jenes wo er besiegt wurde. Na in 5 Tagen ist bei uns dann der Volkstrauertag, der ist allerdings kein gesetzlicher Feiertag.




Hier noch ein Gedicht zum Remembrance Day:

I SAW THE SOLDIERS MARCHING
by A. Lawrence Vaincourt

I saw the soldiers marching, one drear November day,
Those heroes bold, from wars of old, in countries far away.
I heard the drums like thunder, the sound of marching feet,
As men of ancient valor marched down our little street.
I heard the skirl of bagpipes, the blare of brasses bold,
As heroes from another time relived the days of old.
The old, the halt, the lame, the slow, they marched with solemn pace,
To honor comrades fallen at another time and place.
I felt the tightness in my throat, the tears that burned my eyes,
As I watched the quiet dignity of old men marching by.The fine young men, and women too, in battles long ago,
Who gave their youth and some, their lives,to fight our country's foe.
On this day will be remembered by comrades who remain,
And by the heavens, weeping, with softly falling rain.
The medals softly jingling on every passing chest,
In memory of companions who've long been laid to rest.
There are some unfit, and some who sit, in wheelchairs, row on row,
While they recall what price was paid to turn our country's foe.
And some will stand with tear-dimmed eyes, and some with faces grim,
While all repeat the solemn vow,
"WE WILL REMEMBER THEM."